verschwommen

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Worttrennungver-schwom-men (computergeneriert)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwimmen · verschwimmen · verschwommen · Schwimmer
schwimmen Vb. ‘sich im Wasser bewegen, ohne abzusinken, von einer Flüssigkeit getragen werden’. Das starke Verb ahd. swimman (8. Jh.), mhd. swimmen, mnd. mnl. swemmen, nl. zwemmen, afries. swimma, swomma, aengl. swimman, engl. to swim, anord. svimma, svima, schwed. simma (germ. *swimman) läßt sich mit den unter ↗schwemmen (s. d.) genannten Formen, mit gleichfalls ablautenden mhd. swamen ‘schwimmen’, norw. (mundartlich) svamla, sumla ‘plätschern’ und (mit dem Suffix germ. -sla- abgeleitetem) got. swumfsl n. ‘Teich’ verbinden. Außergerm. bieten sich keine sicheren Vergleichsmöglichkeiten. Pokorny 1, 1046 möchte air. to-senn- (aus *su̯em-d-ne) ‘verfolgen’ heranziehen und daraus eine (allerdings zweifelhafte) Wurzel ie. *su̯em- ‘sich bewegen’ erschließen, während de Vries Nl. 877 an ein Substratwort denkt. schwimmen gilt von Anfang an vom Menschen, wird dann auch auf Tiere und Gegenstände übertragen; seit dem 18. Jh. erscheint es häufig mit Bezug auf Auge und Sehvermögen im Sinne von ‘unklar sichtbar sein, in der Ferne als Bild zerfließen’. So auch verschwimmen Vb. ‘für das Auge undeutlich werden’ (18. Jh.), dazu verschwommen Part.adj. (seit dem 19. Jh. geläufig). Schwimmer m. ‘wer schwimmt, die Sportart Schwimmen betreibt’ (15. Jh.), ‘auf der Wasseroberfläche schwimmendes technisches Gerät’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
diffus · ↗konturlos · ↗nebelhaft · ↗nebulös · nicht deutlich zu erkennen · nicht klar zu erkennen · ↗schemenhaft · ↗schleierhaft · ↗undeutlich · ↗unklar · ↗vage · verschwommen
Assoziationen
Synonymgruppe
flaumig · fuzzy · ↗unscharf · verschwommen · ↗verwaschen  ●  ↗wuschelig  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Außen Blau Branchengrenze Brei Buchstabe Dunst Fiktion Gesichtszug Grau Grenze Grenzlinie Halbdunkel Horizont Kontur Nebel Realität Silhouette Trennlinie Trennungslinie Umriß Ungefähre Ungewisse Unkenntlichkeit Unschärfe Unterschied Virtualität Zwielicht allmählich ineinander zusehends

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verschwommen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das sei eine »recht verschwommene Art von Logik«, schließt das Blatt.
Die Zeit, 23.06.2008, Nr. 26
Nichts versteht sich da von selbst, aber nichts verschwimmt auch in mystischem Nebel.
konkret, 1999
Die Augen des Kindes sind naß und sehen die Mutter verschwimmen.
Müller, Herta: Herztier, Reinbek: Rowohlt 1994, S. 12
Er redet nur ständig um sie herum, in glänzenden, aber verschwommenen Phrasen.
Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 2: Neuzeit und Gegenwart. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1952], S. 2036
Beide standen sich offenbar sehr nahe, verschwammen vielleicht sogar anfangs gegeneinander.
Bölsche, Wilhelm: Das Leben der Urwelt, Leipzig: Dollheimer 1931 [1931], S. 313
Zitationshilfe
„verschwommen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verschwommen>, abgerufen am 20.10.2018.

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