verseuchen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-seu-chen
Wortbildung mit ›verseuchen‹ als Erstglied: ↗Verseuchung  ·  mit ›verseuchen‹ als Grundform: ↗verseucht
eWDG, 1977

Bedeutung

etw. mit Krankheitserregern, die Gesundheit schädigenden Stoffen durchsetzen
Gegenwort zu entseuchen
Beispiele:
die Tsetsefliege hatte ganze Landstriche verseucht
das Grundwasser, die Luft durch Abfallstoffe verseuchen
radioaktive Strahlen haben die Gegend um Tschernobyl verseucht
ein durch Malaria verseuchtes Gebiet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Seuche · verseuchen
Seuche f. ‘grassierende, ansteckende Krankheit, Epidemie’, ahd. siuhhī (9. Jh.), mhd. siuche, mnd. sǖke, got. siukei ‘Krankheit’ ist als ī-Abstraktum zu dem unter ↗siech (s. d.) behandelten Adjektiv gebildet. In frühnhd. Zeit gilt Seuche besonders für ‘schleichende, langwierige Krankheit, Siechtum’, im 17. Jh. für ‘ansteckende Krankheit’, seit Ende 18. Jh. nur noch für ‘Epidemie’. Nd. Sǖk dagegen steht auch heute noch für ‘Krankheit’. verseuchen Vb. ‘mit Krankheitserregern, mit gesundheitsschädlichen Stoffen, Giften durchsetzen’ (19. Jh.), älter ‘krank machen’ (16. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwasser Aids-Virus Altlast Arsis Asbest Bakterie Chemikalie Cäsium Dioxin Erdreich Fäkalien Gift Giftstoff Grundwasser Koli-Bakterie Kolibakterie Landstrich Mine Pestizid Pflanzenschutzmittel Quadratkilometer Quecksilber Salmonelle Schimmelpilz Schwermetall Trinkwasser Trinkwasserbrunnen Virus radioaktiv Ölteppich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verseuchen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ja, solche Aufnahmen sind wie Viren, sie verseuchen die Wahrnehmung.
Süddeutsche Zeitung, 20.11.2004
So begönne Freiheit, die Ästhetik des unabhängigen Willens, selbstmörderisch verseucht.
konkret, 1983
So verseuchen sie mit ihrem verbuhlten Blut den gesunden Leib des Volkes.
Weismantel, Leo: Die höllische Trinität, Berlin: Union-Verl.1966 [1943], S. 69
Das von den wiederholten Explosionen angeschlagene Mururoa und seine nähere Umgebung gelten als äußerst stark radioaktiv verseucht.
o. A. [sae]: Tuamotuinseln. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1995]
Von achtzehn französischen Armeekorps waren sechzehn vollkommen verseucht und damit unbrauchbar.
Goote, Thor [d.i. Langsdorff, Werner von]: Die Fahne Hoch!, Berlin: Zeitgeschichte-Verlag 1933 [1933], S. 142
Zitationshilfe
„verseuchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verseuchen>, abgerufen am 18.08.2019.

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