versiegen

GrammatikVerb · versiegte, ist versiegt
Aussprache
Worttrennungver-sie-gen
Grundformsiegen
Wortbildung mit ›versiegen‹ als Erstglied: ↗versiegbar
eWDG, 1977

Bedeutung

etw. versiegtetw. hört auf zu fließen, trocknet aus
Beispiele:
der Brunnen, die Quelle ist versiegt
sie nahm ein Taschentuch und trocknete die Tränen ab, die schnell versiegten
übertragen allmählich aufhören, zu Ende gehen
Beispiele:
die Einkünfte aus seinen Verträgen versiegten allmählich
unsere Hoffnung, das Gespräch versiegte nach kurzer Zeit
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

versiegen Vb. ‘aufhören zu fließen bzw. hervorzuquellen, vertrocknen’. Die stark flektierenden, heute nicht mehr üblichen Verben nhd. verseigen und verseihen ‘durch Austropfen vertrocknen’, mhd. versīgen und versīhen sind Präfixbildungen zu ahd. sīgan ‘tröpfeln’, mhd. sīgen ‘tropfend fallen’ und ahd. sīhan, mhd. sīhen ‘durch ein Sieb gießen, tröpfelnd sickern’ (s. ↗seihen). Dazu tritt als Neubildung (wohl zum gemeinsamen Part. Prät. nhd. versiegen) schwach flektierendes versiegen (16. Jh.), das im Nhd. Gültigkeit erlangt.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) leeren · ↗abfließen · ↗ablaufen · ↗absickern · ↗abströmen · ↗ausfließen · ↗auslaufen · ↗entrinnen · ↗versickern · versiegen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brunnen Einkommensquelle Einnahmequelle Erdölquelle Finanzierungsquelle Finanzquelle Geldfluss Geldquelle Geldstrom Golfstrom Haupteinnahmequelle Informationsfluß Informationsquelle Kapitalquelle Kapitalstrom Kapitalzufluß Kreditquelle Nachschub Nahrungsquelle Nordatlantikstrom Quell Quelle Redefluß Rinnsal Steuerquelle Touristenstrom Zufluß Zustrom Ölquelle Ölstrom

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›versiegen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Selbst in sehr trockenen Jahren sind sie bei sparsamer Nutzung nicht versiegt.
Die Zeit, 08.08.2005, Nr. 32
Während dabei die Lust der Frau erst beginnt, versiegt die des Mannes schon.
konkret, 1984
Natürlich wird meine ganze Lust versiegen, wenn ich heimkomme und Dein Arm ist noch nicht in Ordnung.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 15.11.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Der Regen war versiegt, die Wolkendecke riß auseinander, und ab und zu huschte Sonnenlicht über die Erde.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1960], S. 318
Der Herrgott hat mir einen herrliche Kraft gegeben, eine Kraft, die nie versiegen wird und auf die ich unendlich stolz sein darf.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 01.02.1942, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„versiegen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/versiegen>, abgerufen am 16.10.2019.

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