versohlen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-soh-len (computergeneriert)
eWDG, 1977

Bedeutung

umgangssprachlich jmdn. prügeln
Beispiel:
jmdm. das Fell, Hinterteil versohlen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sohle · sohlen · besohlen · versohlen
Sohle f. ‘Lauffläche des Fußes, Schuhes, Talboden’, ahd. sola (9. Jh.), mhd. sol(e) ‘Schuhsohle’, asächs. sola, mnd. mnl. sōle, nl. zool, aengl. *solu, sole, engl. sole ‘Fuß-, Schuhsohle, Talsohle’, entlehnt aus vlat. *sola f. ‘Fuß-, Schuhsohle’, eigentlich wohl Plural von lat. solum n. ‘unterster Teil einer Sache, Boden, Grund, Grundfläche, Fuß-, Schuhsohle’ und nicht Umbildung von lat. solea ‘Schnürsohle, Sandale’ (das zu got. sulja oder suljō ‘Sandale’ geführt hat). Wie bei ↗Socke (s. d.) werden auch hier Wort und Sache von den Römern übernommmen. Bereits in mhd. Zeit geht der Ausdruck in übertragenem Sinne in die Sprache des Bergbaus für den ‘Stollenboden’ ein. sohlen Vb. ‘mit einer Sohle versehen’, vereinzelt mhd. solen; häufiger besohlen (18. Jh.). versohlen Vb. ‘mit einer Sohle beschlagen’ (um 1700), geläufiger übertragen ‘verprügeln’ (um 1800).

Thesaurus

Synonymgruppe
(die) Hand erheben (gegen) · (sich) vergreifen an · ↗eindreschen (auf) · ↗einprügeln (auf) · ↗einschlagen (auf) · ↗schlagen  ●  ↗verprügeln  Hauptform · (jemandem) die Hucke vollhauen  ugs. · (jemandem) eine Abreibung verpassen  ugs. · (jemandem) rutscht die Hand aus  ugs. · ↗abschwarten  ugs. · ↗verdreschen  ugs. · ↗verhauen  ugs. · ↗verkloppen  ugs. · ↗vermöbeln  ugs. · versohlen  ugs. · ↗verwichsen  ugs. · windelweich prügeln  ugs.
Assoziationen
  • Klimperer · Tastenquäler · schlechter Klavierspieler  ●  Tastenprügler  ironisch
  • krankenhausreif prügeln · krankenhausreif schlagen · ↗zusammenhauen  ●  zu Mus machen  fig. · ↗zusammenschlagen  Hauptform · (jemandem) die Fresse polieren  derb · Kleinholz machen aus  ugs., fig. · alle machen  ugs. · ↗fertig machen  ugs.
  • Prügelei · ↗Prügelorgie · ↗Rauferei · ↗Ringkampf · Tätlichkeiten · handfeste Auseinandersetzung(en) · tätliche Auseinandersetzung  ●  ↗Schlagabtausch (meist fig.)  auch figurativ · ↗Schlägerei  Hauptform · ↗Keilerei  ugs. · ↗Klopperei  ugs. · ↗Raufhandel  geh., veraltend · Raufhändel  geh., veraltend
  • (eine) Tracht Prügel geben · (eine) Tracht Prügel verabreichen · (jemandem) den Hintern versohlen · ↗(jemanden) verprügeln · ↗(jemanden) züchtigen · (jemanden) übers Knie legen · jemanden verkloppen · jemanden vermöbeln · körperlich bestrafen  ●  langen Hafer geben  selten · (jemandem) den Hosenboden strammziehen  ugs. · ↗(jemanden) abreiben  ugs. · jemandem eine Naht verpassen  ugs. · jemanden verbimsen  ugs. · jemanden vertobaken  ugs., norddeutsch · jemanden verwamsen  ugs.
  • Hiebe · Körperstrafe · ↗Prügel · Schläge · Tracht Prügel · ↗Züchtigung · es setzt Prügel · es setzt was · es setzt was mit dem Rohrstock  ●  (die) Jacke voll  ugs. · ↗(eine) Wucht  ugs., regional · (es gibt) langen Hafer  ugs. · (es gibt) was hinter die Löffel  ugs. · (es gibt) was hinter die Ohren  ugs. · ↗Abreibung  ugs. · ↗Dresche  ugs. · ↗Haue  ugs. · Keile kriegen  ugs. · ↗Kloppe  ugs. · ↗Senge  ugs. · den Arsch voll kriegen  derb · langen Hafer kriegen  ugs.
  • (schwere) Verletzungen zufügen · grün und blau schlagen · halbtot schlagen · ↗misshandeln · übel zurichten  ●  draufhauen wie auf kalt Eisen  ugs., veraltend
  • (auf jemanden) eintreten · ↗zusammentreten
  • (jemandem) einen Klaps geben · (jemandem) einen Schlag mit der flachen Hand geben

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arsch Hintern Jude

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›versohlen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf einer Probe haben wir ihm während dieser Szene einmal so richtig den Arsch versohlt.
Die Zeit, 19.04.2006, Nr. 16
Seinem Sohn hingegen würde er den Hintern versohlen, wenn er auch nur auf die bloße Idee kommen würde, sich in die Luft zu sprengen.
Die Welt, 12.01.2005
Manche Lehrer weigerten sich aber, den Delinquenten eigenhändig den Allerwertesten zu versohlen.
Süddeutsche Zeitung, 14.06.1999
Wenn ich zu Hause gewesen wäre, hätte ich ihr mal gleich den Hintern versohlt.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 29.10.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Und doch muß man diesen Abschnitt des Romans für künstlerisch versohlt erklären.
Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 07.03.1918
Zitationshilfe
„versohlen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/versohlen>, abgerufen am 16.12.2019.

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