versonnen

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache
Worttrennungver-son-nen (computergeneriert)
formal verwandt mitsinnen
Wortbildung mit ›versonnen‹ als Grundform: ↗Versonnenheit
eWDG, 1977

Bedeutung

seinen Gedanken nachhängend, in Gedanken versunken, in sich gekehrt, verträumt
Beispiele:
sie hatte eine heitere, stille, versonnene Art
das reizvolle Gemälde fand immer wieder seine versonnenen Betrachter
er war so versonnen, dass er zusammenfuhr, als wir ihn ansprachen
er lächelte versonnen und verlegen
sie blickte versonnen vor sich hin
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

versonnen · Versonnenheit
versonnen Part.adj. ‘in Gedanken versunken, in sich gekehrt’ (um 1900), vgl. mhd. versunnen ‘wohlbedacht, besonnen’; zu nicht mehr üblichem sich versinnen ‘sich in Gedanken verlieren, vertiefen’, mhd. ‘zur Besinnung, zu Verstand kommen, sich besinnen, nachdenken, verständig sein, seine Gedanken worauf richten, verstehen’, ahd. sih firsinnen (um 1100); s. ↗sinnen. Versonnenheit f. ‘Nachdenklichkeit’ (Ende 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
erwägend · ↗gedankenverloren · ↗gedankenversunken · ↗gedankenvoll · ↗grüblerisch · in sich gekehrt · ↗nachdenklich · versonnen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blick Gesichtsausdruck Lächeln Miene anlächeln betrachten blicken blinzeln blättern dreinblickend erwidern gucken hinlächeln klimpern lauschen lächeln lächelnd melancholisch nachblicken nachschauen nicken nippen rühren schauen schreiten still streicheln streichen versponnen zuschauen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›versonnen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Neben mir dirigiert ein alter Herr in versonnenen Bewegungen mit.
Die Zeit, 24.09.2007, Nr. 39
Der Meister blickt versonnen auf ein Buch hinab; sein Haar ist links verstrubbelt, statt säuberlich nach hinten gekämmt.
Der Tagesspiegel, 26.03.1999
Heidi saß versonnen auf ihrem Hocker und starrte durch das gegenüberliegende Fenster in den trüben Tag hinaus.
Regener, Sven: Herr Lehmann, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2006 [2001], S. 224
Nur leicht verhüllt erscheint das schöne Weib dem versonnenen Knaben.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 259
Ich sah den sündhaften Greis in jener Nacht manchen Stein versonnen streicheln wie eine Wange, und einen küßte er sogar.
Penzoldt, Ernst: Die Powenzbande, Darmstadt: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1960 [1930], S. 151
Zitationshilfe
„versonnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/versonnen>, abgerufen am 25.04.2019.

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