Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

verspielen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ver-spie-len
Wortzerlegung ver- spielen
Wortbildung  mit ›verspielen‹ als Erstglied: Verspieler  ·  mit ›verspielen‹ als Grundform: verspielt
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. verlieren
a)
etw. beim Spiel, Glücksspiel verlieren
Beispiele:
diesmal habe ich verspielt
große Summen, ein Vermögen, den letzten Euro verspielen
b)
etw. durch eigenes Verschulden verlieren
Beispiel:
du hast die günstige Gelegenheit, deine Chance, dein Glück, deine Glaubwürdigkeit verspielt
2.
umgangssprachlich, übertragen
Beispiele:
jmd. hat bei jmdm. verspielt (= hat Sympathie, Vertrauen verloren, verscherzt)
wenn nicht schnell Hilfe kommt, haben wir verspielt (= sind wir verloren)
3.
die Zeit mit Spielen verbringen
Beispiele:
in dieser Gegend habe ich die ersten Jahre meines Lebens sorglos verspielt
du hast gestern den ganzen Tag verspielt und nichts getan
4.
sich verspielenauf einem Musikinstrument einen falschen Ton, falsche Töne spielen
Beispiel:
er hat sich bei der Klaviersonate mehrmals verspielt

Thesaurus

Synonymgruppe
aus der Hand geben · nicht nutzen · verschenken · verspielen · vertun (Chance)

Typische Verbindungen zu ›verspielen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verspielen‹.

Verwendungsbeispiele für ›verspielen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er hatte kein Recht, mit seinem Schicksal auch das Schicksal des Volkes zu verspielen. [o. A.: Einhundertneunundfünfzigster Tag. Donnerstag, 20. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 11290]
Der Herr des Hauses hatte sein ganzes Vermögen verspielt, und nun kam der in vielen Jahrhunderten angesammelte reiche Schmuck der Räume unter den Hammer. [Witkowski, Georg: Von Menschen und Büchern, Erinnerungen 1863-1933. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 5115]
Aber das Blatt haben sie verspielt », schrieb kürzlich das Wall Street Journal. [Die Zeit, 11.03.1999, Nr. 11]
Gottlob geht dann schon bald nichts mehr, denn wie im Flug haben wir hundert Dollar verspielt. [Die Zeit, 05.07.1996, Nr. 28]
Dort sollen an einem Abend viele Tausende verspielt worden sein. [Friedländer, Hugo: Der Klub der Harmlosen. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 15505]
Zitationshilfe
„verspielen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verspielen>.

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