verstädtern

GrammatikVerb · verstädtert, verstädterte, hat/ist verstädtert
Aussprache
Worttrennungver-städ-tern (computergeneriert)
GrundformStädter
Wortbildung mit ›verstädtern‹ als Erstglied: ↗Verstädterung
eWDG, 1977

Bedeutungen

etw. städtisch machen, ländlichen Lebensformen einen städtischen Charakter verleihen, der städtischen Lebensform angleichen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
mit der Zeit sind immer mehr einst ländliche Gegenden verstädtert
städtisch werden, städtische Lebensform annehmen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiel:
in Industrieländern verstädtert die Bevölkerung zusehends
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stadt · Städter · städtisch · verstädtern
Stadt f. ‘große, in sich geschlossene, ein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum bildende Siedlung’. Mhd. stat ‘Ort, Stelle’ (s. ↗Statt) entwickelt im 12. Jh. die Bedeutung ‘Siedlung, Ortschaft’, nach mittelalterlichem Recht mit bestimmten Rechten (z. B. Marktrecht) und Privilegien ausgestattet, und konkurriert dabei mit der entsprechenden älteren Bezeichnung ahd. burg, mhd. burc ‘Burg, Stadt’ (s. ↗Burg), deren Stelle es allmählich einnimmt. Im 16. Jh. begegnet erstmals die Schreibung Stadt; eine eindeutige orthographische Unterscheidung zu Statt besteht jedoch erst seit dem 18. Jh. Städter m. ‘Bewohner einer Stadt’, mhd. steter; im Unterschied zu Bürger ohne politischen Bedeutungsinhalt. städtisch Adj. ‘eine Stadt, die Stadtverwaltung betreffend, zu ihr gehörend, von ihr verwaltet’ (15. Jh.). verstädtern Vb. ‘städtische Lebensform annehmen, zu städtischem Lebensraum werden’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
erschließen · ↗kultivieren · ↗urbanisieren · verstädtern · ↗zivilisieren
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dorf

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verstädtern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da mit der Zerstörung der alten bäuerlichen Strukturen eine Landflucht eingesetzt hat, verstädtert die Dritte Welt immer mehr.
Die Zeit, 09.03.1990, Nr. 11
Es war ein Weg durch die Geschichte der Dörfer, die über Jahrhunderte von der Landwirtschaft geprägt waren und nun schon ziemlich verstädtert sind.
Der Tagesspiegel, 18.10.2004
Lassen sich unter diesen Bedingungen, unter denen die Menschen immer mehr verstädtern, die Städte vermenschlichen?
Die Zeit, 04.06.1971, Nr. 23
Die Umlandgemeinden der großen zentralen Orte verstädtern immer mehr, der Siedlungsbrei frißt sich unaufhaltsam in die Landschaft.
Süddeutsche Zeitung, 04.02.1998
Sieben Weltwunder bestaunten die Alten, auf sieben Hügeln verstädterte Rom, und die Ägypter durchlebten, welch Zufall, genau sieben fette und sieben magere Jahre.
Süddeutsche Zeitung, 26.07.2004
Zitationshilfe
„verstädtern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verstädtern>, abgerufen am 19.11.2019.

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