verstümmeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-stüm-meln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›verstümmeln‹ als Erstglied: ↗Verstümmelung · ↗Verstümmlung
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
jmdn., sich durch Abtrennung eines oder mehrerer Glieder schwer verletzen
Beispiele:
bei der Explosion des Sprengkörpers wurden einige Personen schrecklich, bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt
er hatte sich [Dativ] den Daumen verstümmelt
die verstümmelte Leiche wurde im Wald gefunden
eine Eidechse mit einem verstümmelten Schwanz
jmdn. entstellen, verunstalten
Beispiele:
infolge der Lepra können Hände und Füße, Arme und Beine durch Geschwüre verstümmelt werden
das Kind wurde schon mit verstümmelten Gliedmaßen geboren
2.
einen Text verstümmelneinen Text stark kürzen oder entstellt wiedergeben
Beispiele:
man hatte die Meldung verstümmelt
die Depesche kam verstümmelt an
der verstümmelte Text war nicht mehr zu entziffern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stummel · verstümmeln
Stummel m. ‘Reststück, Stumpf’, mnd. stümpel (um 1300, am Niederrhein), frühnhd. stumbel, stumpel, stimmel (15. Jh.), mnl. nl. stommel ist substantiviert aus einem in ahd. stumbal ‘verstümmelt, gestutzt, stumpfsinnig’ (8. Jh.) überlieferten Adjektiv, anzuschließen an ie. *stembh-, nasalierte Variante der unter ↗Stab (s. d.) genannten Wurzel ie. *stē̌b(h)-, *stəb(h)-, *step- ‘Pfosten, Pfeiler, Stamm, Baumstamm’. verstümmeln Vb. ‘gewaltsam verunstalten’, mhd. verstümbeln, verstumeln, zu ahd. stumbalōn ‘abschneiden, stutzen, verstümmeln’ (um 800; vgl. stumbilōn, stumbilen, 11. Jh., und bistumbalōn, 8. Jh., bistumbilen, 10. Jh.), mhd. stümbeln, stümmeln, stummeln.

Thesaurus

Synonymgruppe
verstümmeln · ↗zerfleischen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beschneidung Genitale Geschlechtsorgan Geschlechtsteil Landmine Leiche Mine Unkenntlichkeit abschlachten enthaupten entstellen erdrosseln ermorden foltern kastrieren mißhandeln morden schänden töten umbringen verbrennen vergewaltigen verkohlen verunstalten verwunden zensieren zerfetzen zerreißen zerschneiden zerstückeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verstümmeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eines der beiden Mädchen, das heute 16 Jahre alt ist, bleibe sein Leben lang verstümmelt.
Der Tagesspiegel, 24.11.2002
Der Penis ist für immer verstümmelt, der Mann ist impotent.
konkret, 1997
Alle waren derartig verstümmelt, daß man sie nicht identifizieren konnte.
o. A.: Siebenundvierzigster Tag. Donnerstag, den 31. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 21509
Nicht alle Männer hatten sich auf so furchtbare Weise selbst verstümmelt, sondern nur vier oder fünf.
Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 77
Roger war auf einer Jagd verstümmelt und danach amputiert worden.
Schleich, Carl Ludwig: Besonnte Vergangenheit, Lebenserinnerungen (1859-1919). In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 31483
Zitationshilfe
„verstümmeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verstümmeln>, abgerufen am 14.11.2018.

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