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verstauchen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ver-stau-chen
Grundformstauchen
eWDG

Bedeutung

(sich) [Dativ] etw. verstauchensich eine Verstauchung zuziehen, eine Verstauchung am Gelenk bekommen
Beispiel:
ich habe (mir) den Fuß, Knöchel, das Bein, die Hand verstaucht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verstauchen · stauchen · Stauche · Verstauchung
verstauchen Vb. ‘durch Stoß oder unrechte Bewegung ein Gelenk oder Gelenkbänder verzerren’ (17. Jh.), Präfixbildung zu stauchen Vb. ‘aufrecht aufstellen, aufrichten, kräftig auf den Boden, auf den Tisch stoßen, heftig zusammendrücken, -schieben, damit etw. kürzer und breiter wird’ (16. Jh.). Beide Verben stammen aus dem Nd., wurden jedoch hd. Lautstand angeglichen. Mnd. stūken ‘stoßen’, mnl. stūken, nl. stuiken ‘stoßen, drücken’ bzw. nd. verstūken, nl. verstuiken und die verwandten Bildungen ahd. stūhha ‘langer, weiter Ärmel’ (11. Jh.), mhd. stūche, auch ‘Kopftuch, Schleier’, nhd. Stauche f. ‘Puff, Pulswärmer, weiter Ärmel’, mnd. stūke ‘langer, weiter Ärmel, Baumstumpf, Bund Getreide’, mengl. stouk, engl. (mundartlich) stook ‘Garbenhaufen’, anord. stūka ‘langer Oberärmel’ (in dieser Bedeutung vielleicht aus dem Mnd.), ‘Anbau’ führen mit den unter Stock (s. d.) genannten Formen auf ie. *(s)teug-, eine Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *(s)teu- ‘stoßen, schlagen’. Verstauchung f. ‘Zerrung eines Gelenks oder der Gelenkbänder’ (Ende 17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›verstauchen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verstauchen‹.

Verwendungsbeispiele für ›verstauchen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zur Zeit hat sie sich den Fuß verstaucht, so dass sie kaum laufen kann. [Süddeutsche Zeitung, 31.01.2002]
Mal muß sie schnell ins Lager, mal hat sie angeblich der Meister zu sich zitiert, mal ist ihre Hand verstaucht. [Süddeutsche Zeitung, 01.09.1994]
Der verstauchte sich anschließend das Handgelenk und konnte gegen Frankreich nicht mitmachen. [Süddeutsche Zeitung, 09.11.1998]
Ich konnte mich nicht mehr halten, fiel und verstauchte mir die Hand. [Der Tagesspiegel, 28.05.2004]
Er schafft es, stürzt aber unglücklich und verstaucht sich den Arm. [Die Zeit, 12.05.1967, Nr. 19]
Zitationshilfe
„verstauchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verstauchen>.

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