verstauchen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-stau-chen (computergeneriert)
Grundformstauchen
eWDG, 1977

Bedeutung

(sich) [Dativ] etw. verstauchensich eine Verstauchung zuziehen, eine Verstauchung am Gelenk bekommen
Beispiel:
ich habe (mir) den Fuß, Knöchel, das Bein, die Hand verstaucht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verstauchen · stauchen · Stauche · Verstauchung
verstauchen Vb. ‘durch Stoß oder unrechte Bewegung ein Gelenk oder Gelenkbänder verzerren’ (17. Jh.), Präfixbildung zu stauchen Vb. ‘aufrecht aufstellen, aufrichten, kräftig auf den Boden, auf den Tisch stoßen, heftig zusammendrücken, -schieben, damit etw. kürzer und breiter wird’ (16. Jh.). Beide Verben stammen aus dem Nd., wurden jedoch hd. Lautstand angeglichen. Mnd. stūken ‘stoßen’, mnl. stūken, nl. stuiken ‘stoßen, drücken’ bzw. nd. verstūken, nl. verstuiken und die verwandten Bildungen ahd. stūhha ‘langer, weiter Ärmel’ (11. Jh.), mhd. stūche, auch ‘Kopftuch, Schleier’, nhd. Stauche f. ‘Puff, Pulswärmer, weiter Ärmel’, mnd. stūke ‘langer, weiter Ärmel, Baumstumpf, Bund Getreide’, mengl. stouk, engl. (mundartlich) stook ‘Garbenhaufen’, anord. stūka ‘langer Oberärmel’ (in dieser Bedeutung vielleicht aus dem Mnd.), ‘Anbau’ führen mit den unter ↗Stock (s. d.) genannten Formen auf ie. *(s)teug-, eine Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *(s)teu- ‘stoßen, schlagen’. Verstauchung f. ‘Zerrung eines Gelenks oder der Gelenkbänder’ (Ende 17. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arm Bein Daumen Finger Fuß Hand Handgelenk Knie Knöchel Mittelfinger Sprung Sprunggelenk Sturz Training Zeh ausrutschen brechen gebrechen umknicken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verstauchen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zur Zeit hat sie sich den Fuß verstaucht, so dass sie kaum laufen kann.
Süddeutsche Zeitung, 31.01.2002
Er schafft es, stürzt aber unglücklich und verstaucht sich den Arm.
Die Zeit, 12.05.1967, Nr. 19
Tagelang, berichtete der Schauspieler weiter, saß der wunde Held, er hatte sich anläßlich der nationalen Revolution den Arm verstaucht, in dumpfem Brüten.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 641
Auch Fleischer war herausgeflogen und hatte sich einen Arm ziemlich stark verstaucht.
Fischer, Emil: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 12197
In einem Dickicht verstauchte sich die Lady den Fuß und mußte einige Zeit in einem Holzgestell getragen werden.
Nadolny, Sten: Die Entdeckung der Langsamkeit, München: Piper 1983, S. 321
Zitationshilfe
„verstauchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verstauchen>, abgerufen am 20.02.2019.

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