Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

verstauen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ver-stau-en
Grundformstauen
Wortbildung  mit ›verstauen‹ als Erstglied: Verstauung
eWDG

Bedeutung

etw. irgendwo unterbringen, irgendwohin packen
Beispiele:
er hat alle Pakete im Wagen, in den Wagen verstaut
Geschirr, Bücher in Kisten, Papier in Säcken verstauen
er hat seine paar Habseligkeiten in einen Schrank verstaut
alle Frachten waren ordnungsgemäß im Laderaum des Schiffes verstaut
er hat seine Möbel einstweilen auf dem Boden verstaut
hast du das Gepäck schon verstaut?
scherzhaftich hatte Mühe, meine langen Beine im Fonds des kleinen Wagens zu verstauen
eine unsachgemäß verstaute Ladung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stauen · Stau · Staudamm · Staumauer · Stausee · Stauung · verstauen
stauen Vb. ‘fließendes Wasser in seinem Lauf hemmen’ (17. Jh.), ‘Waren, Gegenstände fest schichten’ (18. Jh.), aus dem Nd. ins Hd. aufgenommen; vgl. als vereinzelten Vorläufer bereits mhd. (md.) stouwen ‘Wasser zum Stehen bringen’. Mnd. stouwen, (ablautend) stūwen ‘hemmen, stauen, stillen, stocken, nicht abfließen (lassen)’, (hansisch) ‘Güter im Schiff fest verpacken’, mnl. nl. stouwen ‘aufstauen (vom Wasser), jagen, quälen, reizen’, aengl. stōwian ‘zurückhalten’, engl. to stow ‘verstauen, packen’ und (in der Bedeutung abweichend) ahd. stouwōn (9. Jh.), stouwen (10. Jh.; irstouwen, 9. Jh.), mhd. stöuwen, stouwen, stöun, stoun ‘(an)klagen, (Einhalt) gebieten, schelten’, got. stōjan ‘richten’ lassen sich mit der gemeinsamen Ausgangsbedeutung ‘zum Stehen bringen’ wie aslaw. staviti ‘stellen, zum Stehen bringen, verhindern, beenden’, russ. stávit’ (ставить) ‘stellen, setzen’, lit. stovė́ti ‘(da-, still)stehen’, lett. stāvēt ‘stehen’ auf die zur Wurzel ie. *stā-, *stə- ‘stehen, stellen’ (s. stehen) gehörende Erweiterung ie. *st(h)āu-, *st(h)ū- zurückführen (s. auch Staude, staunen, stützen). Stau m. ‘Hemmung, Stillstand von Fließendem’ (Wasser, Verkehr), auch ‘das angestaute Wasser’ (18. Jh.), mnd. stouw ‘Stauung eines fließenden Gewässers, Stauwerk’. Staudamm m. Staumauer f. (19. Jh.), Stausee m. (20. Jh.). Stauung f. ‘Abdämmung, aufgestautes Gewässer’ (18. Jh.), mnd. stöuwinge. verstauen Vb. ‘fest und ordnungsgemäß in einen Raum, einen Behälter packen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
einräumen · einsortieren · unterbringen · verstauen · wegpacken · wegräumen  ●  verräumen  Jargon · versorgen  schweiz., österr.

Typische Verbindungen zu ›verstauen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verstauen‹.

Verwendungsbeispiele für ›verstauen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Inzwischen sind die Kameras abgebaut, ist der ganze Apparat in vier umfangreiche Übertragungswagen verstaut. [Die Zeit, 10.06.1966, Nr. 24]
Doch registriert heißt in diesem Fall offenbar abgelegt, weggepackt, sicher verstaut. [Süddeutsche Zeitung, 11.10.2003]
Aber bis dahin hat er seine Gäste verstaut und braust los. [Süddeutsche Zeitung, 04.12.2001]
Kiel – Gefährliche Güter werden beim Transport immer häufiger schlecht verstaut. [Die Welt, 04.07.2002]
In unseren Tagen wird es in irgendeinen Kasten verstaut und nach Bedarf aus ihm hervorgeholt. [Bauer, Hans: Tisch und Tafel in alten Zeiten, Leipzig: Koehler & Amelang 1967, S. 116]
Zitationshilfe
„verstauen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verstauen>.

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