Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

verstohlen

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ver-stoh-len
eWDG

Bedeutung

unbemerkt, unauffällig, heimlich
Beispiele:
einen verstohlenen Blick auf jmdn. werfen
er gab ihr ein verstohlenes Zeichen mit den Augen
sie sah ihn verstohlen von der Seite an
er sah verstohlen auf die Uhr
sich verstohlen umdrehen
sie wischte sich [Dativ] verstohlen die Tränen aus den Augen
jmdm. verstohlen die Hand drücken
verstohlen grinsen, lächeln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verstohlen Part.adj. ‘unbemerkt, unauffällig, heimlich’, mhd. verstoln, zu ahd. firstelan (9. Jh.), mhd. versteln ‘stehlen, heimlich wegnehmen, geheimhalten, verheimlichen’, Präfixbildung zu dem unter stehlen (s. d.) behandelten Verb.

Thesaurus

Synonymgruppe
geheimniskrämerisch · geheimnistuerisch · heimlich · in Geheimen · verstohlen
Synonymgruppe
(möglichst) unauffällig · heimlich · heimlich, still und leise · im Geheimen · im Stillen · im Verborgenen · in aller Stille · insgeheim · ohne dass jemand das mitbekommt · stillschweigend · unbemerkt · unbeobachtet · verborgen · verdeckt · versteckt · verstohlen  ●  hinter vorgehaltener Hand  fig. · im Hintergrund  fig. · in den Hinterzimmern  fig. · unter der Hand  fig. · unterm Tisch  fig. · bei Nacht und Nebel  ugs., fig. · klammheimlich  ugs. · stickum  ugs. · stieke  ugs., veraltend, berlinerisch · stiekum  ugs. · still und leise  ugs. · ungesehen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›verstohlen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verstohlen‹.

Verwendungsbeispiele für ›verstohlen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So weidete ich im verstohlenen mein Herz an dem lieben Bilde. [Spitteler, Carl: Imago, Jena: Diederichs 1910 [1910], S. 20]
Und sie gingen genauso verstohlen wieder weg, wie sie gekommen waren. [Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 471]
Und warum schauten die anderen immer wieder verstohlen zu uns beiden her? [Die Zeit, 07.01.1999, Nr. 2]
Die Freude auf die Zeit »danach« ist selten verstohlen, manchmal übermächtig. [konkret, 1985]
Und das Volk schaut verstohlen zurück, als sei schon das eine Übertretung. [Die Zeit, 29.04.2002, Nr. 17]
Zitationshilfe
„verstohlen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verstohlen>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
verstoffwechseln
verstofflichen
verstockt
verstocken
verstinken
verstolpern
verstopfen
verstorben
verstoßen
verstrahlen