verstreben

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-stre-ben (computergeneriert)
GrundformStrebe
eWDG, 1977

Bedeutung

fachsprachlich etw. mit Streben versehen, durch Streben abstützen, sichern
Beispiele:
einen Antennenmast, ein Gerüst verstreben
der Dachstuhl war hervorragend gegen Wind und Schneedruck verstrebt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

streben · Strebe · verstreben · Strebebogen · Strebepfeiler · Streber · strebsam · widerstreben
streben Vb. ‘auf eine körperliche oder geistige Vorwärtsbewegung gerichtet sein, seine Bemühungen auf etw. richten, wonach trachten’. Das nur im Dt. und Nl. bezeugte schwache Verb ahd. streben, strebōn ‘sich regen, bewegen’ (11. Jh.), mhd. streben (md. auch streven) ‘sich heftig bewegen, zappeln, Widerstand leisten, sich aufrichten, abmühen, kämpfen, starren, steif sein, strotzen’, mnd. strēven ‘zappeln, sich bewegen, sich bemühen, starr in eine Richtung weisen, sich auflehnen’, mnl. strēven ‘nach etw. trachten, sich widersetzen’, nl. streven steht deverbativ neben einem resthaft belegten gleichbed. stark flektierenden Verb mhd. *strīben (vgl. bezeugtes strep, gestreben) und wahrscheinlich nl. (älter) strijven ‘streben, streiten’. Verwandt ist das Adjektiv mnd. strif ‘angespannt, steif, starr’, stref ‘straffgespannt, fest angezogen (von Sehnen), starr, steif’. Vergleichbar ist griech. striphnós (στριφνός) ‘dicht, fest, hart’, so daß auf eine Labialerweiterung ie. *strē̌ibh- der unter ↗starren (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *(s)ter(ə)-, *(s)trē- ‘starr, steif sein’ zurückgegangen werden kann. Möglicherweise sind im Verb streben zwei ursprünglich getrennte, wenn auch zu einer Wurzel gehörende Bildungen zusammengefallen, die sich in älterer Zeit nach ihren Bedeutungen trennen lassen; einmal ‘starren, steif sein, emporragen’ (bis 15. Jh.), dem Adjektiv mnd. strif, stref (s. oben) nahestehend, zum anderen ‘(sich) regen, bewegen’ auf ein ursprünglich räumliches Ziel zu, auch gegen Widerstand, bereits früh (mhd. beginnend) übertragen auf Gedanken und willensbestimmte Handlungen. Strebe f. ‘Stützpfeiler, Querbalken’ (16. Jh.), anfangs ‘schräge Neigung von Wand- und Mauerflächen’; vgl. mhd. widerstrebe ‘Widerstand’. verstreben Vb. ‘mit Stützbalken versehen’ (19. Jh.), von Strebe abgeleitet. Unabhängig davon mhd. verstreben ‘strebend überwinden’. Strebebogen m. ‘bogenförmige Stütze’ (16. Jh.), in gotischen Kirchen ‘frei schwebender Bogen, der den Schub vom Mittelschiff zu den Strebepfeilern des Seitenschiffs herableitet’ (19. Jh.). Strebepfeiler m. ‘Stützpfeiler’ (15. Jh.). Streber m. ‘wer sich um ein Ziel bemüht’ (18. Jh.), meist abschätzig ‘Ehrgeizling’, vor allem in der Schülersprache (19. Jh.), älter ‘(Wider)streiter’ (16. Jh.). strebsam Adj. ‘beharrlich und fleißig ein Ziel verfolgend’ (Anfang 19. Jh.). zielstrebig Adj. ‘sich um ein bestimmtes Ziel bemühend, zweckgerichtet’ (19. Jh.). widerstreben Vb. ‘Widerstand leisten, sich sträuben, zuwider sein’, mhd. widerstreben.

Thesaurus

Synonymgruppe
abstützen · ↗befestigen · ↗stützen · ↗verankern · ↗versteifen · verstreben
Oberbegriffe
  • sonstige Verben

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Abbildung 20.19 zeigt einige gute Beispiele, die ausreichend verstrebt sind, um auch seitlich stabil zu sein.
Van der Plas, Rob: Das Fahrrad, Ravensburg: Maier 1989, S. 223
Ein Zementsockel musste gegossen und die finnischen Press-Spanplatten verstrebt werden, damit 48 Zuschauer sicher den Turm besteigen können.
Süddeutsche Zeitung, 23.10.1999
Sie kamen Anfang Juli und verstrebten das Haus mit viel Gestänge und geschickt angebrachten Laufstegen.
Die Zeit, 16.09.1988, Nr. 38
Im Eiltempo hat Kissinger vor drei Jahren eine lose indochinesische Friedenskonstruktion zusammengebastelt, ohne sie jedoch nachträglich weiter zu verstreben und zu verankern.
Die Zeit, 03.03.1975, Nr. 09
Eugenides hat sein Konstrukt so fein verstrebt, dass man für einen präzisen Aufriss die langen Bleiwüsten angelsächsischer Book-Reviews benötigen würde.
Süddeutsche Zeitung, 07.05.2003
Zitationshilfe
„verstreben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verstreben>, abgerufen am 15.12.2019.

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