vertauschen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ver-tau-schen
Wortbildung  mit ›vertauschen‹ als Erstglied: Vertauschung · vertauschbar

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ⟨etw. mit etw. vertauschen⟩ etw. gegen etw. austauschen, auswechseln
  2. 2. etw. versehentlich mitnehmen, verwechseln
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. mit etw. vertauschenetw. gegen etw. austauschen, auswechseln
Beispiele:
sie hat sich umgezogen und ihr Kostüm mit einer Kittelschürze, die festen Straßenschuhe mit ein Paar leichten Hausschuhen vertauscht
die beiden vertauschten ihre gewohnte Lebensweise in der Großstadt mit der neuen auf dem Lande, haben die Stadt mit dem Lande vertauscht (= sind von der Stadt aufs Land gezogen)
in einem Lustspiel die Rollen vertauschen
2.
etw. versehentlich mitnehmen, verwechseln
Beispiele:
jmd. hat meinen Hut vertauscht (= irrtümlich meinen Hut aufgesetzt)
man hat unsere Schirme vertauscht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tauschen · Tausch · Tauschhandel · vertauschen
tauschen Vb. ‘etw. für etw. anderes geben’ (16. Jh.), vgl. älteres mhd. vertūschen (14. Jh.), frühnhd. vertauschen (15. Jh.), s. unten. Das Verb geht zurück auf mhd. tūschen ‘Spaß, Gespött, Schelmerei treiben, unwahr reden, betrügen’, auch tiuschen (s. täuschen), also eigentlich wohl ‘einem (im Handel) in betrügerischer Absicht etw. aufschwatzen, durch Unterschiebung von etw. Falschem sein Spiel mit jmdm. treiben’. Ein Bedeutungsübergang zu ‘Waren wechseln, handeln’ und damit eine semantische Trennung der Verben mhd. tūschen und tiuschen dürfte sich bereits im Mhd. anbahnen, vgl. mhd. rostūschen ‘Pferdehandel treiben’, rostūscher ‘Pferdehändler’ (s. Roß1). Tausch m. ‘Handlung, Vorgang des Tauschens, Tauschgeschäft’ (16. Jh.), vgl. älteres tūschbrief (Mitte 15. Jh.) gegenüber mhd. tūsch ‘Spaß, Gespött, Schelmerei, Täuschung, Betrug’; Rückbildung aus dem Verb. Tauschhandel m. (Anfang 18. Jh.). vertauschen Vb. ‘austauschen, auswechseln, versehentlich mitnehmen, verwechseln’, mhd. vertūschen ‘vertauschen’ (ohne betrügerischen Nebensinn).

Thesaurus

Synonymgruppe
austauschen · kommutieren · permutieren · umstellen · vertauschen
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›vertauschen‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›vertauschen‹.

Verwendungsbeispiele für ›vertauschen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer, bitte schön, sollte denn ein Interesse daran gehabt haben, die Probe zu vertauschen?
Die Welt, 18.11.2000
Ich habe dann noch eine Stunde im Lokal gewartet: Vielleicht hatte jemand sie vertauscht.
Die Zeit, 14.10.1988, Nr. 42
Man hätte doch nur jedesmal ein paar Namen zu vertauschen gehabt.
Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von: Erinnerungen 1848-1914. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 3259
Mein Vater vertauschte noch an demselben Tage die geliebte Uniform mit dem schwarzen Rock.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 5160
Wie kann einer seine innere Gestalt in die des Nächsten vertauschen?
Stehr, Hermann: Der Heiligenhof, München: List 1952 [1918], S. 373
Zitationshilfe
„vertauschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/vertauschen>, abgerufen am 24.10.2021.

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