verteidigen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-tei-di-gen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›verteidigen‹ als Erstglied: ↗Verteidiger
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
jmdn., sich, etw. verteidigenjmdn., sich, etw. vor (militärischen) Angriffen schützen
Beispiele:
die Einwohner des Landes gegen die Angriffe des Feindes verteidigen
die Stadt, Stellung, Grenze, Heimat, das Vaterland verteidigen
die Soldaten haben sich tapfer, mutig, standhaft, hartnäckig, zäh, bis zum Äußersten verteidigt
sein Leben verteidigen
die Löwin verteidigte ihr Junges
Ballspieldie Hintermannschaft verteidigte verbissen das Tor
2.
jmdn., etw., sich verteidigenjmdn. in Schutz nehmen, etw., sich rechtfertigen, etw. begründen, sich verantworten
Beispiele:
jmdn., sich gegen den Vorwurf der Überheblichkeit verteidigen
sie hat sich mit keinem Wort verteidigt
er hat seinen Standpunkt, seine Meinung, Ansicht verteidigt
eine Dissertation öffentlich verteidigen (= die Thesen einer Dissertation in öffentlicher Verteidigung rechtfertigen, verfechten)
etw. behaupten, sich etw. nicht nehmen lassen
Beispiele:
seine Ehre, Position, sein Ansehen verteidigen
der Sportler hat seinen Titel, Rekord erfolgreich verteidigt
sich zum Fürsprecher für jmdn., etw. machen
Beispiel:
er hat in der Diskussion lebhaft seinen Kollegen, die Politik der Regierung verteidigt
3.
Jura jmdn. vor Gericht in einer Strafsache vertreten
Beispiel:
der junge Rechtsanwalt verteidigte geschickt seinen Mandanten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verteidigen · Verteidiger · Verteidigung
verteidigen Vb. ‘Angriffe abwehren, vor Angriffen schützen, für jmdn., etw. eintreten, vor Gericht vertreten’, mhd. vertagedingen, verteidingen ‘vor Gericht laden, verhandeln, übereinkommend festsetzen und ausgleichen, vor Gericht verteidigen’, spätmhd. (omd.) vorteidigen (mit Kontraktion von -age- zu -ei- und Nasalausfall), frühnhd. (obd. md.) vertheidigen (16. Jh., seit 18. Jh. in dieser Form allein üblich), mnd. vordē(ge)dingen, vordādingen, vordēdigen, mnl. verdādinghen, verdēdinghen, nl. verdedigen sind Präfixbildungen neben ahd. gitagathingōn ‘zeitlich verschieben, neu festsetzen’ (11. Jh.), mhd. tagedingen, tegedingen, teidingen ‘gerichtlich verhandeln, unterhandeln, Übereinkunft treffen, vor Gericht laden’, mnd. dēgedingen, dēdingen, dāge-, dachdingen, mnl. dādinghen, dēdinghen. Zugrunde liegt das Substantiv ahd. tagathing (9. Jh.), mhd. tagedinc, tegedinc, teidinc ‘auf einen Tag anberaumte Gerichtsverhandlung, Gericht, Termin, Verhandlung, Übereinkunft’, mnd. dāgedinc, mnl. dāghedinc (vgl. ahd. tag im Sinne von ‘Gerichtstag’ und ahd. thing ‘Gerichtsversammlung, -verhandlung, -termin, -platz, Urteil’; s. ↗Tag und ↗Ding). Bereits im 14. Jh. erweitert das aus der Rechtssprache stammende Verb seinen Bedeutungsumfang zu ‘einen Angriff abwehren’. Verteidiger m. ‘wer jmdn. vor Gericht verteidigt, Fürsprecher, Beschützer’ (16. Jh.; anfangs auch Vertheidinger, Verthädinger, mnd. vordēgedinger); vgl. mhd. tagedinger, tegedinger, teidinger ‘Redner vor Gericht, Sachwalter, Schiedsrichter’. Verteidigung f. ‘gerichtliche Vertretung, Abwehr von Angriffen’ (16. Jh.; anfangs auch Verthädigung). Im 19. Jh. werden Verteidiger und Verteidigung in die Sportsprache aufgenommen, ‘Spieler, der das Tor zu verteidigen hat’ bzw. ‘Hintermannschaft, Abwehr’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich für etwas) aussprechen · (sich) hinter etwas stellen · eintreten für · ↗rechtfertigen · stehen für · ↗verfechten · ↗vermitteln · verteidigen · ↗vertreten  ●  ↗soutenieren  franz., lat., veraltet
Assoziationen
Synonymgruppe
(einer Sache) trotzen · (etwas) nicht auf sich sitzen lassen · (sich) (etwas) nicht gefallen lassen · ↗(sich) erwehren · (sich) seiner Haut zu wehren wissen · ↗(sich) sträuben · (sich) verteidigen · ↗(sich) widersetzen · (sich) zur Wehr setzen · Trotz bieten · Widerstand leisten · die Stirn bieten · ↗widerstehen  ●  (sich) auf die Hinterbeine stellen  fig. · (sich) nichts gefallen lassen  Hauptform · ↗(sich) wehren  Hauptform · wider den Stachel löcken  geh., veraltend
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • (sich) erbittert wehren · (sich) körperlich zur Wehr setzen · (sich) nach Leibeskräften widersetzen · (sich) vehement wehren  ●  (sich) mit Händen und Füßen wehren  auch figurativ · (sich) mit Zähnen und Klauen verteidigen  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angriff Argument Besitzstand Ehre Entscheidung Freiheit Führung Hinweis Interesse Klau Kritik Position Recht Ruf Tabellenführung Titel Trikot Unabhängigkeit Vorgehen Vorsprung Vorwurf WM-Titel Zahn dagegen erfolgreich hingegen selbst tapfer vehement zugleich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verteidigen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wird es von Mal zu Mal schwerer, ihn zu verteidigen?
Die Zeit, 24.11.2013, Nr. 48
Gestern haben Sie das Recht, eine Wahl zu treffen, verteidigt, das jetzt niemand wegnehmen kann.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1996]
Solange aber Leben in uns ist, werden wir es verteidigen.
Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 301
In diesem Sinn verteidigt er mich und bringt mich jedesmal zum Platzen.
Frisch, Max: Stiller, Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann 1997 [1954], S. 3
Da weiß ich auch, wo ich hingehöre, solange es gilt, das zu verteidigen.
Brief von Johannes Philippsen vom 22.07.1917. In: Witkop, Philipp (Hg.), Kriegsbriefe gefallener Studenten, München: Müller 1928 [1917], S. 329
Zitationshilfe
„verteidigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verteidigen>, abgerufen am 13.12.2019.

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