vertieren

GrammatikVerb · vertierte, ist/hat vertiert
Aussprache
Worttrennungver-tie-ren (computergeneriert)
GrundformTier
eWDG, 1977

Bedeutungen

mit Hilfsverb ›ist‹ meist im Part. Prät.
gewalttätig, grausam werden, verrohen
Beispiele:
die Häftlinge waren den grausamsten Misshandlungen vertierter Schergen ausgesetzt
eine vertierte Soldateska
mit Hilfsverb ›hat‹
etw. macht jmdn. zu einem gewalttätigen, grausamen, rohen Menschen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Führer der Protestanten scheinen die Kontrolle über ihre Anhänger zu vertieren.
Die Zeit, 07.03.1986, Nr. 11
Es frommt ihnen freilich wenig, ihr Leben lang Tiere zu hetzen und zu verzehren: Sie vertieren nur selber schier.
Schuder, Rosemarie: Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1987 [1977], S. 179
In den zerstörten Kirchen hatten die alten Leitungsorgane weniger zu vertieren.
Die Zeit, 25.03.1988, Nr. 13
So demonstriert der Beginn von Schulpsychologie in Deutschland deutlich Schulpsychologie als verlängerten Arm schulischer Gewalt, vertiert bis hin zur faschistischen Polizeigewalt.
Zurek, Adam: Schulpsychologie. In: Asanger, Roland u. Wenninger, Gerd (Hgg.) Handwörterbuch Psychologie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 24647
Zitationshilfe
„vertieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/vertieren>, abgerufen am 20.10.2019.

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