verträumt

Worttrennungver-träumt
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
in seinen Träumen, Fantasien lebend (u. dadurch der Wirklichkeit entrückt)
2.
fern, abseits vom lauten Getriebe; idyllisch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Traum · träumen · Träumer · träumerisch · verträumen · verträumt
Traum m. ‘im Schlaf auftretende Vorstellung, sehnlicher Wunsch’, ahd. (9. Jh.), mhd. troum, asächs. mnd. drōm, mnl. nl. droom, mengl. drēm, engl. dream, anord. draumr, schwed. dröm setzt germ. *drauma- aus *draugma- ‘nicht wirkliches Bild, Trugbild’ voraus (vgl. ahd. gitrog, asächs. gidrog ‘Erscheinung, Trugbild’), eine Bildung mit dem Suffix ie. -ma- zu ie. *dhreugh- ‘trügen, listig schädigen’ (s. ↗trügen). träumen Vb. ‘einen Traum, Träume haben, sich Wunsch-, Phantasievorstellungen hingeben’, ahd. troumen (um 1000), mhd. troumen, tröumen, mnd. drȫmen, mnl. drōmen, droemen, nl. dromen, engl. to dream, anord. dreyma, schwed. drömma. Träumer m. ‘wer seinen Gedanken, Phantasien nachhängt’, selten ‘wer im Schlaf (häufig) träumt’, ahd. troumāri (11. Jh.), mhd. troumære. träumerisch Adj. ‘in Gedanken versunken, verträumt, versonnen’ (18. Jh.). verträumen Vb. ‘eine Zeit träumend verbringen’ (17. Jh.); oft verträumt Part.adj. ‘träumerisch, versonnen, abseits vom lauten Getriebe, idyllisch’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(in Gedanken) versunken · ↗träumerisch · verträumt  ●  in den Wolken  fig. · ↗traumverloren  geh. · ↗traumversunken  geh. · träumerisch entrückt  geh. · ↗weltvergessen  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ballade Bergdorf Bucht Bursch Dorf Einzelgänger Fischerdorf Fischerort Gasse Idealist Idyll Jüngling Kleinstadt Knabe Lächeln Melodie Nest Poet Provinzstadt Schöngeist Winkel ehemals gucken melancholisch romantisch sanft scheu schüchtern verspielt wirkend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verträumt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber eine verträumte kleine Geschichte gibt es außerdem, über das bloße Staunen hinaus.
Süddeutsche Zeitung, 20.09.2004
Mit einem wunderbar verträumten Ausdruck beginnt er, sich in der Nase zu bohren.
Tucholsky, Kurt: Unterwegs 1915. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1917], S. 852
Der alte Mann mit dem seltsam verträumten Ausdruck schüttelte den Kopf.
Heyking, Elisabeth von: Tschun. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1914], S. 8490
Verträumt ruhte Lisas Blick auf der kleinen Kirche neben dem Hotel.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 359
Nach einer knappen Fahrstunde kamen sie an den verträumten kleinen See.
Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 94
Zitationshilfe
„verträumt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verträumt>, abgerufen am 24.04.2019.

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