vertuschen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ver-tu-schen
Wortbildung  mit ›vertuschen‹ als Erstglied: ↗Vertuschung
eWDG, 1977

Bedeutung

umgangssprachlich etw. verheimlichen, verschweigen, zu verbergen suchen, nicht bekannt werden lassen
Beispiele:
die Affäre, der Skandal, Bankrott sollte vertuscht werden
die Tatsachen, Fehler, Betrügereien ließen sich nicht länger vertuschen
sie hatte versucht, die Wahrheit, ihre Vergangenheit zu vertuschen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

vertuschen Vb. ‘(einen peinlichen Vorfall) nicht öffentlich bekanntwerden lassen, zu verbergen suchen, die Spuren verwischen’. Mhd. vertuschen, -tuʒʒen, -tussen, -dussen, -tüschen ‘bedecken, verbergen, verheimlichen’, intransitiv ‘betäubt werden, vor Schreck verstummen, außer Fassung kommen’ ist verstärkende Präfixbildung zu mhd. tuschen ‘sich still verhalten, verbergen’, nhd. (heute noch mundartlich) tuschen ‘zur Ruhe bringen, unterdrücken, löschen’, mnd. tusken ‘zum Schweigen auffordern oder bringen’, das nach heutigem Sprachempfinden irrtümlich mit nicht verwandtem ↗tuschen (s. d.) in Verbindung gebracht wird. Wohl lautnachahmenden Ursprungs.

Thesaurus

Synonymgruppe
(bewusst) irreführen · in die Irre führen · ↗manipulieren · ↗verdecken · ↗verheimlichen · ↗verschleiern · ↗verschweigen · vertuschen · ↗zudecken  ●  (eine) falsche Fährte legen  ugs., fig. · (etwas) unter den Teppich kehren  ugs., fig. · (jemandem) Sand in die Augen streuen  ugs., fig. · (jemanden) auf eine falsche Fährte locken  ugs., fig. · Nebelkerzen werfen  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
kaschieren · ↗tarnen · ↗umhüllen · ↗ummänteln · ↗umnebeln · ↗verbergen · ↗verdecken · ↗verfälschen · ↗verhüllen · ↗verkleiden · ↗vernebeln · ↗verschleiern · ↗verstecken · vertuschen · ↗verwischen · ↗zudecken  ●  unter den Teppich kehren  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›vertuschen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›vertuschen‹.

Verwendungsbeispiele für ›vertuschen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese Ergebnisse hatten bis zum vergangenen Jahr vertuscht werden können.
Die Welt, 21.08.2004
Das ist wahr, und es wäre verlogen, das zu vertuschen.
konkret, 1988
In den offiziellen Akten hat man das dann zu vertuschen gesucht.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1934, S. 265
Sie war fast einen halben Kopf größer als er und bemühte sich darum taktvoll, es durch leicht gebeugte, geschmeidige Haltung zu vertuschen.
Morris, Gerda: Brigitte wehrt sich, Düsseldorf: Iltis 1952, S. 65
Um deine Unfähigkeit zu vertuschen, bedientest du dich unlauterer Mittel.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 661
Zitationshilfe
„vertuschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/vertuschen>, abgerufen am 05.12.2020.

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