verunglimpfen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-un-glimp-fen
Wortbildung mit ›verunglimpfen‹ als Erstglied: ↗Verunglimpfung
eWDG, 1977

Bedeutung

etw., jmdn. schlechtmachen, schmähen
Beispiele:
unsere ehrlichen Bemühungen suchte er durch bösartige Bemerkungen zu verunglimpfen
jmds. Andenken, guten Namen verunglimpfen
jmdn. (persönlich) verunglimpfen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

glimpflich · unglimpflich · Unglimpf · verunglimpfen
glimpflich Adj. ‘ohne größeren Schaden, schonend, nachsichtig’. Das nur im Dt. und Engl. bezeugte Adjektiv ahd. gilimphlīh (9. Jh.), mhd. gelimpflich ‘recht, angemessen’, mnd. (ge)limplīk, aengl. (ge)limplic ‘passend, geeignet, angemessen’, (ablautend) asächs. gilumplīk ‘passend’ hat neben sich (bei ungeklärtem Ableitungsverhältnis) ein im Frühnhd. untergehendes starkes Verb ahd. limphan (9. Jh.), gilimphan (um 800) ‘zukommen, zutreffen, geziemen’, mhd. limpfen ‘angemessen, geeignet sein’, aengl. (ge)limpan ‘geschehen, vorhanden sein, angemessen sein’, ein Adjektiv ahd. gilimph (um 1000), mhd. gelimpf ‘angemessen’ und ein wohl zum Verb gebildetes Substantiv ahd. gilimph ‘Angemessenheit’ (um 1000), mhd. g(e)limpf ‘angemessenes, schonendes Benehmen’, nhd. Glimpf ‘Schonung, Nachsicht’ (so noch in der Fügung mit Glimpf ‘auf gute Art’), mnd. gelimp, aengl. gelimp ‘Ereignis, Zufall’. Herkunft ungewiß. Man hat versucht, mhd. limpfen ‘hinken’, engl. to limp ‘hinken’, limp ‘schlaff, schlapp, biegsam’, aengl. lemphealt ‘hinkend’, mnd. lumpen ‘hinken, lahmen, sich fortschleppen’, die unter ↗Lumpen und ↗Schlampe (s. d.) angeführten Wörter und außergerm. aind. rámbatē, jünger lámbatē ‘hängt (schlaff) herab’, lambana- ‘herabhängend’, lat. limbus ‘Besatz am Kleid, Saum’ vergleichend heranzuziehen. Dann ist Anschluß an ie. *(s)lemb(h)-, die nasalierte Form der unter ↗Lappen (s. d.) genannten Wurzel ie. *lē̌b-, *lō̌b-, *lā̌b- ‘schlaff herabhängen(d)’ (wozu auch mit s-Anlaut ↗schlafen, ↗schlaff, ↗schlapp, s. d.), möglich, sofern man eine Bedeutungsentwicklung von ‘schlaff, locker’ zu ‘biegsam’ und zu ‘weich, rücksichtsvoll, nachsichtig’, weiter zu ‘angemessen, geeignet’ annimmt. unglimpflich Adj. ‘schonungslos, ungerecht, kränkend’, ahd. ungilimphlīh ‘unpassend, unrichtig’ (8. Jh.), mhd. ungelimpflich. Unglimpf m. ‘Unrecht, Kränkung, Schaden, Beleidigung’, mhd. ungelimpf ‘unziemliches Betragen, Unangemessenheit, Unrecht’. verunglimpfen Vb. ‘schmähen, beleidigen’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem etwas) anhängen · ↗(jemandem etwas) nachsagen · ↗(jemandem etwas) unterstellen · (jemandem) die Ehre abschneiden · (jemanden) ins Gerede bringen · (über jemanden negative) Behauptungen in die Welt setzen · Lügen verbreiten (über) · Sünden anderer aufzeigen · ↗diffamieren · ↗diskreditieren · ↗herabsetzen · in Misskredit bringen · in Verruf bringen · schlecht reden (über) · ↗schlechtmachen · ↗schmähen · ↗verhöhnen · ↗verleumden · verunglimpfen · zynisch beschreiben  ●  ↗(jemandem etwas) andichten  ugs. · (jemandem etwas) ans Zeug flicken  ugs., veraltend · ↗anschwärzen  ugs. · kein gutes Haar lassen (an)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Andenken Antisemit Berufsstand Flugblatt Hautfarbe Heuschrecke Hymne Islam Kinderschänder Koran Lügner Marionette Nestbeschmutzer Prophet Raucher Spinner Vaterlandsverräter Verräter Widersacher beleidigen beschimpfen diffamieren diskriminieren herabsetzen pauschal schmähen verherrlichen verhöhnen verleumden verspotten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verunglimpfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erst kriechen sie uns um den Bart, jetzt verunglimpfen sie uns.
Die Zeit, 29.01.1996, Nr. 05
Das deutsche Buch sei vor allem von uns niemals dazu bestimmt, andere Völker zu verunglimpfen.
Völkischer Beobachter (Berliner Ausgabe), 03.03.1939
Herrn Stöcker kam es selbstverständlich darauf an, diese Männer zu verunglimpfen.
Friedländer, Hugo: Der Königliche Hof- und Domprediger Adolf Stöcker in dem Beleidigungsprozeß wider den Redakteur Heinrich Bäcker als Zeuge. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1921], S. 7931
Ich sah aber, daß man in der Familie Böcklin daran geht, den Namen des großen Meisters zu verunglimpfen.
Friedländer, Hugo: Ein Kunstprozeß vor dem Breslauer Schöffengericht. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 24461
Aber daß mir Mehring den Schiller verunglimpft, das vertrage ich nicht!
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1963], S. 344
Zitationshilfe
„verunglimpfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verunglimpfen>, abgerufen am 22.10.2019.

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