Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

verunglimpfen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ver-un-glimp-fen
Wortbildung  mit ›verunglimpfen‹ als Erstglied: Verunglimpfung
eWDG

Bedeutung

etw., jmdn. schlechtmachen, schmähen
Beispiele:
unsere ehrlichen Bemühungen suchte er durch bösartige Bemerkungen zu verunglimpfen
jmds. Andenken, guten Namen verunglimpfen
jmdn. (persönlich) verunglimpfen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

glimpflich · unglimpflich · Unglimpf · verunglimpfen
glimpflich Adj. ‘ohne größeren Schaden, schonend, nachsichtig’. Das nur im Dt. und Engl. bezeugte Adjektiv ahd. gilimphlīh (9. Jh.), mhd. gelimpflich ‘recht, angemessen’, mnd. (ge)limplīk, aengl. (ge)limplic ‘passend, geeignet, angemessen’, (ablautend) asächs. gilumplīk ‘passend’ hat neben sich (bei ungeklärtem Ableitungsverhältnis) ein im Frühnhd. untergehendes starkes Verb ahd. limphan (9. Jh.), gilimphan (um 800) ‘zukommen, zutreffen, geziemen’, mhd. limpfen ‘angemessen, geeignet sein’, aengl. (ge)limpan ‘geschehen, vorhanden sein, angemessen sein’, ein Adjektiv ahd. gilimph (um 1000), mhd. gelimpf ‘angemessen’ und ein wohl zum Verb gebildetes Substantiv ahd. gilimph ‘Angemessenheit’ (um 1000), mhd. g(e)limpf ‘angemessenes, schonendes Benehmen’, nhd. Glimpf ‘Schonung, Nachsicht’ (so noch in der Fügung mit Glimpf ‘auf gute Art’), mnd. gelimp, aengl. gelimp ‘Ereignis, Zufall’. Herkunft ungewiß. Man hat versucht, mhd. limpfen ‘hinken’, engl. to limp ‘hinken’, limp ‘schlaff, schlapp, biegsam’, aengl. lemphealt ‘hinkend’, mnd. lumpen ‘hinken, lahmen, sich fortschleppen’, die unter Lumpen und Schlampe (s. d.) angeführten Wörter und außergerm. aind. rámbatē, jünger lámbatē ‘hängt (schlaff) herab’, lambana- ‘herabhängend’, lat. limbus ‘Besatz am Kleid, Saum’ vergleichend heranzuziehen. Dann ist Anschluß an ie. *(s)lemb(h)-, die nasalierte Form der unter Lappen (s. d.) genannten Wurzel ie. *lē̌b-, *lō̌b-, *lā̌b- ‘schlaff herabhängen(d)’ (wozu auch mit s-Anlaut schlafen, schlaff, schlapp1, s. d.), möglich, sofern man eine Bedeutungsentwicklung von ‘schlaff, locker’ zu ‘biegsam’ und zu ‘weich, rücksichtsvoll, nachsichtig’, weiter zu ‘angemessen, geeignet’ annimmt. unglimpflich Adj. ‘schonungslos, ungerecht, kränkend’, ahd. ungilimphlīh ‘unpassend, unrichtig’ (8. Jh.), mhd. ungelimpflich. Unglimpf m. ‘Unrecht, Kränkung, Schaden, Beleidigung’, mhd. ungelimpf ‘unziemliches Betragen, Unangemessenheit, Unrecht’. verunglimpfen Vb. ‘schmähen, beleidigen’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem etwas) nachsagen · (jemandem etwas) unterstellen · (jemandem) die Ehre abschneiden · (jemanden) ins Gerede bringen · (sich) in herabwürdigender Weise äußern (über) · (über jemanden negative) Behauptungen in die Welt setzen · Lügen verbreiten (über) · diffamieren · diskreditieren · herabsetzen · in Verruf bringen · schlecht reden (über) · schlechtmachen · schmähen · verleumden · verunglimpfen  ●  (jemandem etwas) anhängen  fig. · (jemanden) in eine bestimmte Ecke stellen  fig. · in Misskredit bringen  fig. · (jemandem etwas) am Zeug flicken  ugs., veraltend · (jemandem etwas) andichten  ugs. · (jemandem etwas) ans Zeug flicken  ugs., veraltend · (jemanden) mit Dreck bewerfen  ugs. · anschwärzen  ugs. · kein gutes Haar lassen (an)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›verunglimpfen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verunglimpfen‹.

Verwendungsbeispiele für ›verunglimpfen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erst kriechen sie uns um den Bart, jetzt verunglimpfen sie uns. [Die Zeit, 29.01.1996, Nr. 05]
Es wäre ein Fehler, wenn unsere Presse dabei bleibt, ihn zu verunglimpfen. [Die Zeit, 24.07.1995, Nr. 30]
Es berechtigt sie aber in keiner Weise dazu, in derart perfider Weise die Mütter generell zu verunglimpfen. [Süddeutsche Zeitung, 03.06.1995]
Sie tun mein komplexes Buch als vereinfachend ab und verunglimpfen es. [Die Zeit, 02.08.1996, Nr. 32]
Herrn Stöcker kam es selbstverständlich darauf an, diese Männer zu verunglimpfen. [Friedländer, Hugo: Der Königliche Hof- und Domprediger Adolf Stöcker in dem Beleidigungsprozeß wider den Redakteur Heinrich Bäcker als Zeuge. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1921], S. 7931]
Zitationshilfe
„verunglimpfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verunglimpfen>.

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