vervielfältigen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-viel-fäl-ti-gen
Wortbildung mit ›vervielfältigen‹ als Erstglied: ↗Vervielfältigung
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
von einer Vorlage o. Ä. eine größere Zahl von gleichen Exemplaren, von Kopien herstellen
2.
gehoben etw. vermehren, verstärken
3.
sich vermehren, zahlenmäßig vergrößern; zunehmen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

viel · vielerlei · vielfach · Vielfalt · vielfältig · vervielfältigen · vielleicht · vielmehr · Vielweiberei
viel Indef.pron. Adv. Adj. ‘eine große Menge oder Anzahl, zahlreich, sehr, bedeutend’, ahd. filu (8. Jh.), mhd. vil(e), asächs. filo, filu, mnd. vēl(e), mnl. vēle, nl. veel, aengl. feolu, fela, anord. (nur in Zusammensetzungen) fjǫl-, got. filu ist ursprünglich ein substantiviertes Adjektiv (germ. *felu-, neutraler u-Stamm). Es wird daher im Sinne von ‘große Menge’ unflektiert als Substantiv gebraucht (viel hilft viel) und kann dabei einen abhängigen Genitiv bei sich haben (viel Aufhebens). Bei Nominativen und Akkusativen erhält viel den Charakter eines Indefinitpronomens bzw. eines unbestimmten Zahlworts (viel Geld, viel Erfreuliches), in Verbindung mit Verben entwickelt sich adverbieller Gebrauch (viel arbeiten). Schließlich nimmt viel adjektivische Flexion an (viele Leute, vielen Dank). Außergerm. Verwandte sind aind. purū- ‘viel, reichlich’, griech. polýs (πολύς) ‘viel’, lat. plūs ‘mehr’, air. il ‘viel’, so daß von ie. *pelu-, *pḷlu- ‘Menge, viel’, eigentlich ‘füllend’, ausgegangen werden kann, einer Weiterbildung der Wurzel ie. *pel(ə)-, *plē- ‘gießen, fließen, aufschütten, (ein)füllen’ (wozu auch ↗voll, ↗Fülle, ↗fließen, ↗fliegen, s. d.). vielerlei indeklinabel ‘in großer Anzahl und von verschiedener Art, viele verschiedene Dinge’ (16. Jh.); s. ↗-lei. vielfach Adj. ‘viele Male so groß, in gleicher Form oder Art viele Male vorkommend, vielfältig, häufig’ (15. Jh.); s. ↗-fach. Vielfalt f. ‘das Vorhandensein in vielen Arten, große Mannigfaltigkeit’, Rückbildung (Ende 18. Jh.) zu älterem vielfältig (s. unten), zuerst in Gegensatz zu älterem Einfalt. vielfältig Adj. ‘durch Vielfalt gekennzeichnet, mannigfaltig’ (15. Jh.); zu -fältig (s. ↗falten). vervielfältigen Vb. ‘vermehren, vergrößern’ (17. Jh.), älter vielfältigen (16. Jh.); heute speziell ‘einen Text auf mechanischem Wege mehrfach herstellen’. vielleicht Adv. ‘möglicherweise, gegebenenfalls, etwa, gefälligst’, mhd. vil līhte ‘sehr leicht, vermutlich, möglicherweise’. vielmehr Konj. ‘sondern, im Gegenteil, richtiger’, in frühnhd. Zeit (15. Jh.) zusammengerückt aus mhd. vil mēr(e) ‘in noch höherem Grade’, ahd. filu mēr. Vielweiberei f. ‘eheliche Verbindung eines Mannes mit mehreren Frauen’ (Ende 17. Jh.), nach gleichbed. griech. polygamía (πολυγαμία), spätlat. polygamia (s. ↗poly-).

Thesaurus

Synonymgruppe
duplizieren · ↗klonen · ↗klonieren · ↗kopieren · ↗replizieren · ↗verdoppeln · vervielfältigen  ●  ↗abziehen  österr.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›vervielfältigen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Abschnitt Datei Erbgut Erbmaterial Erbsubstanz Farbkopierer Flugblatt Gen Kopierer Manuskript Original Polymerase-Kettenreaktion Tonträger Virus abschreiben ausschneiden beliebig drucken isolieren kopieren millionenfach mit Hilfe reproduzieren unendlich verarbeiten verbreiten verschicken verteilen verzerren übersetzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›vervielfältigen‹.

Verwendungsbeispiele für ›vervielfältigen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Viele Einstellungen lassen sich von einer bestehenden Konfiguration auf neue Installationen vervielfältigen.
C't, 1999, Nr. 6
Geschichten, heißt es, vervielfältigen das Leben, und für diese hier gilt das in besonderer Weise.
Der Tagesspiegel, 19.10.1996
Der Verleger ist verpflichtet, das Werk zu vervielfältigen und zu verbreiten.
o. A.: Gesetz über das Verlagsrecht. In: Schönfelder: Deutsche Gesetze : Sammlung des Zivil-, Straf- und Verfahrensrechts (Ergänzungslieferung), München: Beck 1997
Häufiger wurden Texte vervielfältigt, abgezogen - nicht mehr nur von Hand abgeschrieben.
Rathenow, Lutz: Die Geschichte zur Geschichte. In: ders., Die lautere Bosheit, Remchingen: Maulwurf 1992, S. 113
Kann man Verkündigung technisch vervielfältigen, ohne sie grundlegend zu verändern?
Schultz, H. J.: Rundfunk. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 27800
Zitationshilfe
„vervielfältigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/vervielf%C3%A4ltigen>, abgerufen am 18.02.2020.

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