verwöhnen
GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-wöh-nen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›verwöhnen‹ als Erstglied: ↗Verwöhnung  ·  mit ›verwöhnen‹ als Letztglied: ↗unverwöhnt  ·  Ableitung von ›verwöhnen‹: ↗Verwöhntheit
eWDG, 1977

Bedeutung

jmdn. ständig zu nachgiebig erziehen, verziehen
Beispiele:
ein Kind verwöhnen
die Tochter ist sehr verwöhnt
jmdm. seine Wünsche über das normale (und zuträgliche) Maß hinaus erfüllen
Beispiele:
sie hat ihren Bruder durch Geschenke, durch ihre ständige Hilfsbereitschaft verwöhnt
eine verwöhnte Frau
lass dich doch auch einmal etwas verwöhnen!
jmdn., sich verwöhnenjmdn., sich verweichlichen
Beispiel:
durch zu warme Kleidung verwöhnst du den Jungen, dich
verwöhnt
oft im Part. Prät.
hohe Ansprüche stellend, wählerisch
Beispiele:
ein verwöhnter Geschmack, Gaumen
eine Zigarre für den verwöhnten Raucher
übertragen
Beispiel:
das Leben hat sie damals nicht (gerade) verwöhnt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verwöhnen · verwöhnt · Verwöhnung
verwöhnen Vb. ‘zu nachgiebig erziehen, jmdm. jeden Wunsch erfüllen’, mhd. verwenen ‘(in übler Weise) an etw. gewöhnen, verweichlichen, verzärteln’, präfigierte Bildung zu dem Ende des 17. Jhs. untergegangenen Verb wöhnen ‘gewöhnen’, ahd. wennen (um 1000), mhd. wen(n)en (s. ↗gewöhnen). Häufig verwöhnt Part.adj. ‘verweichlicht, verzogen, anspruchsvoll, wählerisch’, mhd. verwenet ‘verwöhnt, bevorzugt, köstlich’. Verwöhnung f. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) jede Arbeit abnehmen · hätscheln und tätscheln · ↗verhätscheln · ↗verpäppeln · ↗verweichlichen · ↗verziehen · ↗verzärteln · von vorne bis hinten bedienen · überbehüten  ●  in Watte packen  fig. · (es jemandem) vorne und hinten hereinstecken  derb, fig. · (immer nur) mit Samthandschuhen anfassen  ugs., fig. · (jemandem) Zucker in den Arsch blasen  derb, fig. · (jemandem) den (eigenen) Hintern hinterhertragen  ugs. · (jemandem) den Arsch nachtragen  derb, fig., variabel · (jemandem) den Arsch pudern  derb, fig. · betuddeln  ugs., norddeutsch · betutteln  ugs., norddeutsch · betüddeln  ugs., norddeutsch · ↗betütern  ugs., norddeutsch · ↗verpimpeln  ugs., regional
Assoziationen
  • (die) Sterne vom Himmel holen (für jemanden) · (wie) auf Rosen gebettet sein · auf (den) Händen tragen · bis ans Ende der Welt gehen (für) · jeden Wunsch von den Augen ablesen · ↗verwöhnen  ●  jeden Wunsch erfüllen  Hauptform · pampern  ugs.
  • Übermutter · überbehütende Mutter  ●  ↗Glucke  ugs., fig. · Helikoptermutter  ugs., fig. · Supermutti  ugs.
  • (wohnt im) Hotel Mama · ↗Nesthocker
  • (über)bemüht · ↗(über)fürsorglich · Umstände machen(d) · mütterlich besorgt · ↗tantenhaft · ängstlich besorgt  ●  ↗betulich  Hauptform
  • (sich) um nichts Gedanken machen müssen · (sich) um nichts kümmern müssen · Rundum-sorglos-Paket · alles inklusive · an alles gedacht (sein) · für alles (ist) gesorgt
Synonymgruppe
(die) Sterne vom Himmel holen (für jemanden) · (wie) auf Rosen gebettet sein · auf (den) Händen tragen · bis ans Ende der Welt gehen (für) · jeden Wunsch von den Augen ablesen  ●  jeden Wunsch erfüllen  Hauptform · pampern  ugs.
Assoziationen
  • (jemandem) jede Arbeit abnehmen · hätscheln und tätscheln · ↗verhätscheln · ↗verpäppeln · ↗verweichlichen · ↗verwöhnen · ↗verziehen · ↗verzärteln · von vorne bis hinten bedienen · überbehüten  ●  in Watte packen  fig. · (es jemandem) vorne und hinten hereinstecken  derb, fig. · (immer nur) mit Samthandschuhen anfassen  ugs., fig. · (jemandem) Zucker in den Arsch blasen  derb, fig. · (jemandem) den (eigenen) Hintern hinterhertragen  ugs. · (jemandem) den Arsch nachtragen  derb, fig., variabel · (jemandem) den Arsch pudern  derb, fig. · betuddeln  ugs., norddeutsch · betutteln  ugs., norddeutsch · betüddeln  ugs., norddeutsch · ↗betütern  ugs., norddeutsch · ↗verpimpeln  ugs., regional
  • (sich) um nichts Gedanken machen müssen · (sich) um nichts kümmern müssen · Rundum-sorglos-Paket · alles inklusive · an alles gedacht (sein) · für alles (ist) gesorgt
  • (alles) was das Herz begehrt · alle Wünsche · jeder Wunsch · keine Wünsche offen lassen  ●  (es) bleiben keine Wünsche offen  variabel · gut sortiert (sein)  kaufmännisch · was (immer) man sich wünschen mag  geh.
Synonymgruppe
lobhudeln  ●  auf Händen tragen  fig. · auf Rosen betten  fig. · pampern  ugs.
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

BILD-Leser Chefkoch Gaumen Gäste Klimaautomatik Koch Komfort Kreationen Kuchen Köstlichkeiten Küche Küchenchef Leckerbissen Leckereien Massagen Sonne Sonnenschein Speisen Spezialitäten Spitzenkoch Sternekoch Streicheleinheiten bekocht bemuttert gehätschelt kulinarisch rundum umsorgt verhätschelt verweichlicht

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verwöhnen‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich verwöhne mich selbst, mindestens zweimal am Tag, wenn ich keinen Sex bekomme - sonst werde ich verrückt.
Bild, 13.09.2005
In der Ruhe der Oase lehnt sich der Gast zurück, lässt sich verwöhnen und folgt seinen eigenen gedanklichen Wegen.
Die Welt, 25.05.2001
Ich glaube, ich habe Dich in letzter Zeit schwer verwöhnt mit der Post.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 11.11.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Seine Mutter konnte sich vor allen Dingen nicht genug tun, ihn zu verwöhnen.
Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 127
Man wartet, bis man von seinen Tellern entlastet wird, und darf sich ruhig einmal verwöhnen lassen.
Smolka, Karl: Gutes Benehmen von A - Z. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1957], S. 18949
Zitationshilfe
„verwöhnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verwöhnen>, abgerufen am 20.11.2017.

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