verwarnen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ver-war-nen
eWDG, 1977

Bedeutung

jmdn. (unter Androhung einer Strafe) warnend zurechtweisen
Beispiele:
jmdn. streng, scharf, eindringlich verwarnen
der Kraftfahrer wurde von dem Polizisten wegen überhöhter Geschwindigkeit verwarnt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

warnen · Warnung · verwarnen
warnen Vb. ‘von einer drohenden Gefahr unterrichten, zur Vorsicht mahnen’, ahd. warnōn (8. Jh.), warnēn, warnen (9. Jh.), mhd. mnd. warnen ‘sich vorsehen, vorbereiten, rüsten, behüten, schützen’, mnl. warnen, waernen, aengl. war(e)nian, wearnian, engl. to warn, anord. varna stellen sich als Bildungen mit n-haltigem Suffix zu den unter ↗wahren (s. d.) dargestellten Wortformen mit einer Ausgangsbedeutung ‘(sich) vorsehen’. Der heutige Gebrauch entwickelt sich aus bereits ahd. anklingendem ‘auf etw. (eine Gefahr) hinweisen und (zur Verhinderung) ermahnen’. Warnung f. ‘Hinweis auf eine drohende Gefahr’ (16. Jh.), ahd. warnunga (um 1000), mhd. warnunge ‘Vorbereitung, Zurüstung, Schutz, Vorsicht, Achtsamkeit, Hinweis’. verwarnen Vb. ‘mit Strafe drohen’ (2. Hälfte 18. Jh.), älter ‘zurechtweisen, auf eine Gefahr hinweisen’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) die Leviten lesen · (jemandem) eine harte Rückmeldung geben · ↗(jemandem) heimleuchten · ↗ausschelten · ↗ausschimpfen · ↗ermahnen · ↗rüffeln · ↗rügen · scharf kritisieren · ↗schelten · verwarnen · zur Ordnung rufen · ↗zurechtweisen  ●  (jemandem etwas) ins Stammbuch schreiben  fig. · (jemandem) einen Verweis erteilen  Amtsdeutsch · ↗tadeln  Hauptform · (jemandem) Bescheid stoßen  ugs. · (jemandem) aufs Dach steigen  ugs., fig. · (jemandem) den Arsch aufreißen  derb · (jemandem) den Kopf waschen  ugs., fig. · (jemandem) den Marsch blasen  ugs., veraltend · (jemandem) deutlich die Meinung sagen  ugs. · (jemandem) die Flötentöne beibringen  ugs., fig. · (jemandem) die Hammelbeine langziehen  ugs., fig. · (jemandem) die Meinung geigen  ugs. · (jemandem) die Schuhe aufpumpen  ugs., fig. · (jemandem) eine (deutliche) Ansage machen  ugs. · (jemandem) eine (dicke) Zigarre verpassen (möglicherweise veraltend)  ugs. · (jemandem) eins auf den Deckel geben  ugs. · (jemandem) zeigen, wo der Frosch die Locken hat  ugs., fig. · (jemandem) zeigen, wo der Hammer hängt  ugs., fig. · (jemandem) zeigen, wo es langgeht  ugs., fig. · (jemanden) Mores lehren  geh. · (jemanden) auf Linie bringen  ugs. · (jemanden) auf Vordermann bringen  ugs. · (jemanden) frisch machen  ugs., fig. · ↗(jemanden) lang machen  ugs. · ↗(jemanden) zusammenfalten  ugs. · ↗(sich jemanden) vorknöpfen  ugs. · ↗abmahnen  fachspr., juristisch · admonieren  geh., veraltet · ↗zurechtstutzen  ugs., fig. · ↗zusammenstauchen  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›verwarnen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verwarnen‹.

Verwendungsbeispiele für ›verwarnen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und an solchen Führertagen wurde ich nicht im Namen des anderen Führers angeranzt, abgekanzelt, verwarnt.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 1014
Es dürfte genügen, sie im Satz zu unterbrechen und zu verwarnen.
Süddeutsche Zeitung, 12.12.1996
Die chinesische Regierung verbot zwar bislang noch nicht die Organisation, verwarnte aber mehrfach öffentlich die darin engagierten Personen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1989]
Die Bundesliga-Schiedrichter sind künftig angehalten, Spieler zu verwarnen, wenn diese zuvor Gelb für gegnerische Spieler gefordert hatten.
Die Welt, 10.07.2000
Da er schon verwarnt war, wäre Gelb-Rot die Folge gewesen.
Bild, 17.09.1999
Zitationshilfe
„verwarnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verwarnen>, abgerufen am 25.11.2020.

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