Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

verwechseln

Grammatik Verb · verwechselt, verwechselte, hat verwechselt
Aussprache 
Worttrennung ver-wech-seln
Wortzerlegung ver- wechseln
Wortbildung  mit ›verwechseln‹ als Erstglied: Verwechselung · Verwechslung · verwechselbar
eWDG

Bedeutung

irrtümlich jmdn. für jmd. anderen, etw. für etw. anderes halten
Beispiele:
die beiden Schwestern werden oft (miteinander) verwechselt, sind leicht (miteinander) zu verwechseln
sie verwechselten ihn mit seinem Bruder
die beiden sind, sehen sich zum Verwechseln ähnlich
er hat die Tür verwechselt und ist in das falsche Zimmer gegangen
irrtümlich, versehentlich etw. mit etw. vertauschen
Beispiele:
jmd. hat meinen Mantel (mit seinem) verwechselt
sie haben ihre Hüte verwechselt
Namen, Begriffe (miteinander) verwechseln
aus Unkenntnis, besonders im Sprachgebrauch, etw. mit etw. vertauschen
Beispiele:
›anscheinend‹ und ›scheinbar‹ verwechseln
er verwechselt mir und mich
absichtlich, bewusst etw. mit etw. vertauschen
Beispiel:
umgangssprachlichda verwechselst du aber die Begriffe, Ursache und Wirkung! (= da stellst du den Sachverhalt aber falsch dar!)
übertragen
Beispiel:
verhüllendmein und dein verwechseln (= stehlen)
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wechsel · wechseln · Wechsler · abwechseln · verwechseln · Wechselbalg · Wechselfieber
Wechsel m. ‘(Aus)tausch, Veränderung, Aufeinanderfolge, Schuldschein’, ahd. wehsal n. m. ‘Tausch, Aufeinanderfolge, Änderung, Handel’ (8. Jh.), mhd. wehsel, (md.) wechsel, wessel m. n. ‘Wechsel, Tausch, Austausch, Ersatz, Handel, Vorkaufsrecht’, asächs. wehsal m. n. ‘Wechsel, Tausch, Handel, Geld’, mnd. wessele, wissele f., wissel m. ‘Wechsel, Tausch, Wechslerbank, -geschäft’, mnl. nl. wissel m., anord. vīxl n. ‘Wechsel, Austausch’, gebildet mit dem Suffix ie. -slo-, germ. -sla- zu ie. *u̯eig- ‘Wechsel, Abwechslung’, auch ‘biegen, winden, sich wenden, weichen’ (s. weichen2 und weich). Auf die Variante ie. *u̯eik- führt verwandtes lat. vicis (Genitiv) ‘Wechsel, Abwechslung’ (s. Vikar). Wechsel ist als ‘Zustand oder Handlung, wodurch etw. an die Stelle eines anderen tritt’ zu erklären; daraus entwickelt sich ‘Tausch, Veränderung, Aufeinanderfolge’. Das Substantiv wird schon im Ahd. auf den Warentausch und -kauf bezogen; im Geldverkehr bezeichnet es zunächst den ‘Umtausch von Geldsorten’ sowie die ‘Wechselzahlung’, d. h. die ‘schriftliche Zusicherung, zu einem späteren Zeitpunkt eine bestimmte Summe zu zahlen’ (14. Jh.), nach ital. cambio ‘Wechselzahlung’; vgl. mlat. cambium ‘Tausch(urkunde)’, zu spätlat. cambiāre ‘wechseln, tauschen’. Aus der Gewohnheit, ein solches Schriftstück statt Bargeld an Dritte weiterzugeben, entwickelt sich im 16. Jh. ‘Urkunde für eine Wechselzahlung’, älteres Wechselbrief (14. Jh.) ablösend, weiter ‘Geldanweisung’ (18. Jh.), auch ‘Geld, das auf den Wechsel gezahlt wird’ (17. Jh.). – wechseln Vb. ‘(aus-, um)tauschen, an die Stelle eines anderen setzen, verändern’, ahd. wehsalōn (8. Jh.), wehsalen, wihslen (9. Jh.), mhd. wehseln. Wechsler m. ‘wer Geld wechselt’, ahd. wehs(a)lāri (11. Jh.), mhd. wehselære, wehseler. abwechseln Vb. ‘wechselnd aufeinanderfolgen (lassen), ablösen’ (15. Jh.), auch (bis ins 18. Jh.) ‘(Geld) ein-, umtauschen’, mhd. abewechseln. verwechseln Vb. ‘versehentlich vertauschen’, ahd. firwehsalen, -wihslen (8. Jh.), firwehsalōn (um 1000) ‘verwandeln’, mhd. verwehseln ‘(um)wechseln, (ver)tauschen’. Wechselbalg m. ‘mißgestaltetes Kind’, das nach abergläubischer Vorstellung von bösen Geistern einer Wöchnerin untergeschoben worden ist, auch allgemein ‘untergeschobenes Kind’, mhd. wehselbalc (s. Balg). Vgl. gleichbed. ahd. wehseling m. (um 1000) und ahd. wehselkind n. (um 1000), mhd. wehselkint. Wechselfieber n. ‘in bestimmten Abständen auftretendes Fieber, Malaria’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen
  • leicht (mit etwas anderem) zu verwechseln · verwechselbar · verwechslungsgefährdet

Typische Verbindungen zu ›verwechseln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verwechseln‹.

Verwendungsbeispiele für ›verwechseln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jetzt habe ich Sie doch tatsächlich mit Ihrer Mutter verwechselt ", entschuldigte er sich. [Kerner, Charlotte: Blueprint Blaupause, Weinheim: Beltz & Gelberg 1999, S. 83]
Sie hatte eine völlig unsystematische Art, die Fälle zu verwechseln. [Maron, Monika: Stille Zeile Sechs, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1991, S. 192]
Hier verwechselte der Treiber offenbar die Farben: Aus schwarz wurde blau. [C’t, 2000, Nr. 21]
Er neigt selber seit langem – übrigens nicht seit jeher – dazu, beides miteinander locker‑flockig zu verwechseln. [Die Zeit, 28.05.1998, Nr. 23]
Neulich noch habe man mich auf der Straße mit ihm verwechselt. [Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 398]
Zitationshilfe
„verwechseln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verwechseln>.

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