verwechseln

GrammatikVerb
Worttrennungver-wech-seln (computergeneriert)
Grundformwechseln
Wortbildung mit ›verwechseln‹ als Erstglied: ↗Verwechselung · ↗Verwechslung · ↗verwechselbar
eWDG, 1977

Bedeutung

irrtümlich jmdn. für jmd. anderen, etw. für etw. anderes halten
Beispiele:
die beiden Schwestern werden oft (miteinander) verwechselt, sind leicht (miteinander) zu verwechseln
sie verwechselten ihn mit seinem Bruder
die beiden sind, sehen sich zum Verwechseln ähnlich
er hat die Tür verwechselt und ist in das falsche Zimmer gegangen
irrtümlich, versehentlich etw. mit etw. vertauschen
Beispiele:
jmd. hat meinen Mantel (mit seinem) verwechselt
sie haben ihre Hüte verwechselt
Namen, Begriffe (miteinander) verwechseln
aus Unkenntnis, besonders im Sprachgebrauch, etw. mit etw. vertauschen
Beispiele:
›anscheinend‹ und ›scheinbar‹ verwechseln
er verwechselt mir und mich
absichtlich, bewusst etw. mit etw. vertauschen
Beispiel:
umgangssprachlich da verwechselst du aber die Begriffe, Ursache und Wirkung! (= da stellst du den Sachverhalt aber falsch dar!)
übertragen
Beispiel:
verhüllend mein und dein verwechseln (= stehlen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wechsel · wechseln · Wechsler · abwechseln · verwechseln · Wechselbalg · Wechselfieber
Wechsel m. ‘(Aus)tausch, Veränderung, Aufeinanderfolge, Schuldschein’, ahd. wehsal n. m. ‘Tausch, Aufeinanderfolge, Änderung, Handel’ (8. Jh.), mhd. wehsel, (md.) wechsel, wessel m. n. ‘Wechsel, Tausch, Austausch, Ersatz, Handel, Vorkaufsrecht’, asächs. wehsal m. n. ‘Wechsel, Tausch, Handel, Geld’, mnd. wessele, wissele f., wissel m. ‘Wechsel, Tausch, Wechslerbank, -geschäft’, mnl. nl. wissel m., anord. vīxl n. ‘Wechsel, Austausch’, gebildet mit dem Suffix ie. -slo-, germ. -sla- zu ie. *u̯eig- ‘Wechsel, Abwechslung’, auch ‘biegen, winden, sich wenden, weichen’ (s. ↗weichen und ↗weich). Auf die Variante ie. *u̯eik- führt verwandtes lat. vicis (Genitiv) ‘Wechsel, Abwechslung’ (s. ↗Vikar). Wechsel ist als ‘Zustand oder Handlung, wodurch etw. an die Stelle eines anderen tritt’ zu erklären; daraus entwickelt sich ‘Tausch, Veränderung, Aufeinanderfolge’. Das Substantiv wird schon im Ahd. auf den Warentausch und -kauf bezogen; im Geldverkehr bezeichnet es zunächst den ‘Umtausch von Geldsorten’ sowie die ‘Wechselzahlung’, d. h. die ‘schriftliche Zusicherung, zu einem späteren Zeitpunkt eine bestimmte Summe zu zahlen’ (14. Jh.), nach ital. cambio ‘Wechselzahlung’; vgl. mlat. cambium ‘Tausch(urkunde)’, zu spätlat. cambiāre ‘wechseln, tauschen’. Aus der Gewohnheit, ein solches Schriftstück statt Bargeld an Dritte weiterzugeben, entwickelt sich im 16. Jh. ‘Urkunde für eine Wechselzahlung’, älteres Wechselbrief (14. Jh.) ablösend, weiter ‘Geldanweisung’ (18. Jh.), auch ‘Geld, das auf den Wechsel gezahlt wird’ (17. Jh.). wechseln Vb. ‘(aus-, um)tauschen, an die Stelle eines anderen setzen, verändern’, ahd. wehsalōn (8. Jh.), wehsalen, wihslen (9. Jh.), mhd. wehseln. Wechsler m. ‘wer Geld wechselt’, ahd. wehs(a)lāri (11. Jh.), mhd. wehselære, wehseler. abwechseln Vb. ‘wechselnd aufeinanderfolgen (lassen), ablösen’ (15. Jh.), auch (bis ins 18. Jh.) ‘(Geld) ein-, umtauschen’, mhd. abewechseln. verwechseln Vb. ‘versehentlich vertauschen’, ahd. firwehsalen, -wihslen (8. Jh.), firwehsalōn (um 1000) ‘verwandeln’, mhd. verwehseln ‘(um)wechseln, (ver)tauschen’. Wechselbalg m. ‘mißgestaltetes Kind’, das nach abergläubischer Vorstellung von bösen Geistern einer Wöchnerin untergeschoben worden ist, auch allgemein ‘untergeschobenes Kind’, mhd. wehselbalc (s. ↗Balg). Vgl. gleichbed. ahd. wehseling m. (um 1000) und ahd. wehselkind n. (um 1000), mhd. wehselkint. Wechselfieber n. ‘in bestimmten Abständen auftretendes Fieber, Malaria’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
durcheinander bringen · verwechseln (mit)

Typische Verbindungen
computergeneriert

Begriff Beliebigkeit Bremse Bremspedal Fiktion Gaspedal Gleichgültigkeit Gleichheit Hai Hut Lautstärke Liberalität Namensvetter Oberflächlichkeit Opportunismus Realität Toleranz Ursache Wildschwein Wirklichkeit Wirkung brutto gelegentlich gleichsetzen keinesfalls leicht links manchmal miteinander rechts

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verwechseln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Natürlich verwechselt ein erfahrener Politiker nicht das Ideal mit der Wirklichkeit, aber Politik braucht auch Visionen.
Der Tagesspiegel, 08.03.1998
Doch manchmal verwechseln Techniker, was theoretisch möglich ist, mit der rauhen Wirklichkeit.
Süddeutsche Zeitung, 05.05.1994
Geistiges Training sollte nicht mit bloßem Lernen auf ein berufliches Ziel hin verwechselt werden.
Schwenk, Hans: Gesünder wohnen, München: König Verlag 1972, S. 86
Neulich noch habe man mich auf der Straße mit ihm verwechselt.
Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 398
Zitationshilfe
„verwechseln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verwechseln>, abgerufen am 15.10.2019.

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