verwelken

Grammatik Verb · verwelkt, verwelkte, ist verwelkt
Aussprache 
Worttrennung ver-wel-ken
Wortzerlegung ver-welken
Wortbildung  mit ›verwelken‹ als Letztglied: ↗unverwelklich · ↗unverwelkt

Bedeutungsübersicht+

  1. welk werden
    1. [bildlich] ...
    2. [übertragen] ...
eWDG, 1977

Bedeutung

welk werden
Beispiele:
die Blume verwelkt, ist verwelkt
eine verwelkte Rose
verwelktes Gemüse
bildlich
Beispiele:
seine Haut war verwelkt (= erschlafft, faltig)
ein altes, verwelktes Gesicht
die verwelkten Hände des Greises
übertragen
Beispiel:
gehobenschön und rasch verwelkt (= vergeht) die Jugend [HesseNarziß5,215]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

welk · welken · verwelken
welk Adj. ‘verdorrt, ausgetrocknet, ohne Saft’ (vorwiegend von Pflanzen), ahd. welc ‘feucht, lauwarm, weich, welk’ (8. Jh.), mhd. welc(h), wilch ‘feucht, lau, weich, milde, gelinde, welk’, asächs. mnd. welk, mnl. welc ‘verwelkt’ sowie (ablautend) ahd. wal(a)h ‘lau’ (11. Jh.), mit Metathese mnd. wlack, aengl. wlaco, wlacu, wlæc ‘lau’ und wohl auch (schwundstufig) das unter ↗Wolke (s. d.) behandelte Substantiv lassen sich mit lit. vìlgyti ‘an-, befeuchten, naß machen’, aslaw. vlaga ‘Feuchtigkeit, Saft’ (bei Pflanzen), aruss. vologa ‘fettige Speisezutat, Suppe, Nahrung’, russ. (älter) vológa (волога) ‘Feuchtigkeit, Flüssigkeit, flüssiges Fett als Zutat’ auf ie. *u̯elg- ‘feucht, naß’ zurückführen, das vielleicht unerweitert vorliegt in mnd. welen ‘welken, trocknen’, vgl. auch norw. schwed. valen ‘gefühllos, erstorben vor Kälte’. Auffällig ist der Bedeutungsübergang von ‘feucht’ (ahd. mhd. noch resthaft bewahrt) zu ‘saftlos, verdorrt’. Die Annahme, daß das Faktitivum ahd. welkēn ‘die Feuchtigkeit, die Säfte verlieren’ (s. unten) auf das Adjektiv zurückgewirkt hat, ist nicht beweisbar. Vielleicht ist eher eine Bedeutungsentwicklung von ‘feucht, faulig’ zu ‘abgestorben, verdorrt’ vorauszusetzen? welken Vb. ‘welk werden, vertrocknen’, ahd. welkēn (9. Jh.), mhd. welken ‘die Säfte verlieren, vertrocknen, welk werden’. verwelken Vb. ‘welk werden, vertrocknen’, mhd. verwelken.

Thesaurus

Synonymgruppe
verblassen · ↗verklingen · verwelken

Typische Verbindungen zu ›verwelken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verwelken‹.

Verwendungsbeispiele für ›verwelken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Während sie aber selbst ewig blüht, verwelken die Künstler in ihrem Orbit.
Die Zeit, 12.06.2012, Nr. 13
Unterm handelsüblichen Glas daneben lassen sie verwelkt die Köpfe hängen.
Süddeutsche Zeitung, 12.09.2003
Erst nach drei oder vier Tagen waren sie verwelkt und hatten ihren Duft an das benachbarte Fett und Öl abgeatmet.
Süskind, Patrick: Das Parfum, Zürich: Diogenes 1985, S. 220
Die Nähe Klamms hatte sie so unsinnig verlockend gemacht, in dieser Verlockung hatte sie K. an sich gerissen, und nun verwelkte sie in seinen Armen.
Kafka, Franz: Das Schloß. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1922], S. 10401
Die Begriffe Gut und Böse verwelkten an diesem heimlichen Optimismus und fielen ab.
Jacques, Norbert: Dr. Mabuse, der Spieler, Gütersloh: Bertelsmann 1961 [1920], S. 182
Zitationshilfe
„verwelken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verwelken>, abgerufen am 09.08.2020.

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