verwerten

GrammatikVerb · verwertet, verwertete, hat verwertet
Aussprache
Worttrennungver-wer-ten (computergeneriert)
Wortbildung mit ›verwerten‹ als Erstglied: ↗Verwertung · ↗verwertbar  ·  mit ›verwerten‹ als Letztglied: ↗weiterverwerten · ↗wiederverwerten
eWDG, 1977

Bedeutung

etw. nutzbringend verwenden, gebrauchen
Beispiele:
eine Erfindung, ein Patent, seine Kenntnisse verwerten
Forschungsergebnisse praktisch, in der Praxis verwerten
eine Anregung, Idee verwerten
der Schriftsteller hat seine (Reise)erlebnisse in einer Erzählung verwertet
etw. literarisch verwerten
vom Körper verwertete Nahrungsstoffe
Altstoffe, Abfälle, Reste (noch zu etw.) verwerten
sie hat den Stoffrest noch zu einem, für ein Puppenkleid verwertet
das ist nicht (mehr), nur noch als Schrott zu verwerten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wert · Wert · werten · abwerten · bewerten · entwerten · verwerten · Werturteil · gleichwertig
wert Adj. ‘Geltung, Bedeutung habend, angesehen, geschätzt, kostbar, lieb, teuer’, ahd. werd (9. Jh.), mhd. mnd. wert, asächs. werð, mnl. waert, weert, wert, nl. waard, aengl. worþ, weorþ, wurþ, engl. worth, anord. verðr, schwed. värd, got. waírþs (germ. *werþa-) gehört offensichtlich zu der unter ↗werden (s. d.) dargestellten Dentalerweiterung ie. *u̯ert- ‘drehen, wenden’. Möglich ist unmittelbarer Anschluß an die unter ↗-wärts (s. d.) genannten Formen sowie an lat. versus ‘gegen’, air. frith- ‘gegen’, indem wert im Sinne von ‘wohin, gegen etw. gewendet, zugewandt’ verstanden wird mit Weiterentwicklung zu ‘einen Gegenwert habend’. Vgl. die ähnliche Bedeutungsentwicklung bei lat. pretium ‘Preis, Wert’. Es ist verwandt mit aind. práti ‘zu, zu … hin, gegen, wieder, auf’, griech. protí (προτί) ‘überdies, dazu, von … her, bei, an, zu … hin, gegenüber’, aslaw. protivъ, russ. prótiv (против) ‘gegen’, so daß eine Ausgangsbedeutung ‘als Äquivalent gegenüberstehend’ ansetzbar ist. wert wird bis ins 12. Jh. nur prädikativ, danach auch attributiv gebraucht. In neuerer Zeit ist es häufig Grundwort zusammengesetzter Adjektive, vgl. ehren-, hoch-, liebwert und lesens-, sehens-, wissenswert. Wert m. ‘Preis, Geltung, Wertschätzung’, ahd. werd n. (8. Jh.), mhd. wert n. m. ‘Kaufpreis, Wert(sache), Ware, Standesehre, Geltung, Ansehen, Würdigkeit, Herrlichkeit’, Substantivierung des Adjektivs. Neutrales Genus gilt vereinzelt bis ins 16. Jh.; maskuliner Gebrauch (seit dem Mhd.) entwickelt sich wohl in Anlehnung an Kauf und Preis. werten Vb. ‘den Wert festsetzen, einschätzen’, ahd. werdōn (8. Jh.), mhd. werden ‘(wert)schätzen, für wert halten, würdigen, verherrlichen’, auch vereinzelt ‘kaufen, den Wert vergüten’. abwerten Vb. ‘im Wert herabsetzen’ (18. Jh., geläufig 20. Jh.), ‘abschätzen’ (19. Jh.). bewerten Vb. ‘den Wert festlegen, benoten, einschätzen’ (2. Hälfte 19. Jh.). entwerten Vb. ‘ungültig machen’ besonders von Geld und Geldwert (1. Hälfte 19. Jh.); vgl. ahd. intwerdōn ‘starke Abneigung empfinden, verschmähen’ (10. Jh.), mhd. (vereinzelt) entwerten ‘entgelten’. verwerten Vb. ‘(einen Wert) nützlich verwenden’ (19. Jh.). Werturteil n. ‘abgegebenes Urteil über den Wert einer Sache’ (2. Hälfte 19. Jh.). gleichwertig Adj. ‘von gleichem Wert’ (15./16. Jh., dann wieder Mitte 19. Jh.). Vgl. auch Bildungen wie minderwertig, vollwertig (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aufarbeiten · ↗rückgewinnen · verwerten · ↗wieder verwenden

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abfall Abpraller Beweismittel Flanke Forschungsergebnis Futter Geständnis Hereingabe Liegenschaft Matchball Reststoff Satzball Strafprozeß Torchance Verpackung Vorarbeit Wertstoff Zuspiel anderweitig einsammeln eiskalt entsorgen gewinnbringend kommerziell nutzbringend optimal sortieren stofflich weiterverwerten wiederverwerten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verwerten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Muß man die Reste denn unbedingt zusammen mit den Gästen verwerten?
Der Tagesspiegel, 31.08.1998
Vielleicht werde ich irgendwann etwas aus diesem Material für ein paar Stories verwerten.
Süddeutsche Zeitung, 28.02.1997
Allerdings können sie diesen Überfluß, der sich ihnen förmlich anbietet, ohne weiteres nicht verwerten.
Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 138
Wenn sie etwas gesehen hat, weiß sie es zu verwerten.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 27
Auch sonst ist das historische Material nicht immer richtig verwertet.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1928, S. 624
Zitationshilfe
„verwerten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verwerten>, abgerufen am 20.11.2019.

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