verwesen

GrammatikVerb · verweste, ist verwest
Aussprache
Worttrennungver-we-sen
Wortzerlegungver-wesen
Wortbildung mit ›verwesen‹ als Erstglied: ↗Verwesung · ↗verweslich
eWDG, 1977

Bedeutung

von Organismen   sich zersetzen
Beispiele:
ein (Tier)körper, der Kadaver verwest
die Toten, Leichen waren schon stark verwest
verwesende organische Stoffe
ein verwester Leib
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verwesen · Verwesung · verweslich
verwesen Vb. ‘sich zersetzen, verfaulen, vermodern’ (um 1500; im 16./17. Jh. vereinzelt auch transitiv) ist anzuschließen an ahd. firwesane ‘alt werden’ (Hs. 12. Jh.; vgl. auch irwesanēn ‘alt werden, verwelken’, 9. Jh., wesanēn ‘welk, kraftlos werden, verwelken, welk, schlaff, matt sein’, 10. Jh.). Dieses führt wie aengl. wisnian, (mit grammatischem Wechsel) weornian ‘vertrocknen, verwelken’, anord. visna, schwed. vissna ‘welken’ und das zugehörige stark gebildete Part.adj. ahd. wesan ‘morsch’ (um 900), anord. visinn, schwed. vissen ‘welk, dürr’ mit lat. viēscere ‘verwelken, verschrumpfen’, viētus ‘welk, eingeschrumpft’, lit. výsti ‘welken’ auf eine s-Erweiterung der Wurzel ie. *u̯ei- ‘welken’, wozu auch air. fēo (aus *u̯i-u̯o-) ‘welk’. Starke Formen (besonders frühnhd.) stehen unter dem Einfluß von mhd. verwesen ‘zunichte werden, vergehen’, transitiv auch ‘aufbrauchen’, ahd. firwesan ‘verbrauchen, vergeuden, Nutzen ziehen’ (10. Jh., älter ‘vertreten, rechtfertigen’, s. ↗Verweser), einer Präfixbildung zu ahd. wesan, mhd. wesen ‘sein’ (s. ↗Wesen). Vgl. Seebold in: Anglia 84 (1966) 7 f. Verwesung f. mhd. verwesunge ‘Untergang, Verfall’, seit dem 16. Jh. vor allem vom Zersetzungsprozeß organischer Stoffe. verweslich Adj. ‘der Verwesung ausgesetzt’ (16. Jh.); vgl. verweselich (Luther).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) auflösen · ↗(sich) zersetzen · ↗verfallen · verwesen
Biologie
Synonymgruppe
(sich) zersetzen · ↗verfallen · ↗verkommen · verwesen  ●  ↗putreszieren  lat.
Synonymgruppe
faulen · ↗herunterkommen · ↗modern · ↗verfallen · ↗verfaulen · ↗vergammeln · ↗verkommen · ↗vermodern · ↗verrotten · verwesen  ●  ↗gammeln  ugs. · ↗verlottern  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Erde Grab Kadaver Körper Leib Leiche Leichnam Pflanze Sonne Tierkadaver Tote langsam nie rasch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verwesen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf dem Schrottplatz hat Papa eine Leiche im Auto liegen, ziemlich verwest im Kofferraum.
konkret, 1988
Er sah an seinem Leibe herunter und sah sich verwesen.
Klabund: Bracke. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 2325
Sie verwesten schnell und vermischten sich mit der schlammigen Erde.
Die Zeit, 11.09.2006, Nr. 37
Ich Tor glaubte die Welt meiner Jugend wohlverschlossen für mich bewahrt, während sie verweste und verfiel.
Schneider, Reinhold: Las Casas vor Karl V., Berlin: Union-Verl. 1979 [1938], S. 61
Auf dieser höchst ungeweihten Erde, in dieser gottlosen Senkgrube des Todes, verwesten schon seit Mai und Juni Hunderttausende von Armenierleichen.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 288
Zitationshilfe
„verwesen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verwesen>, abgerufen am 21.09.2019.

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