verwunden

GrammatikVerb · verwundet, verwundete, hat verwundet
Aussprache
Worttrennungver-wun-den (computergeneriert)
GrundformWunde
Wortbildung mit ›verwunden‹ als Erstglied: ↗Verwundung · ↗verwundbar  ·  mit ›verwunden‹ als Letztglied: ↗unverwundet
eWDG, 1977

Bedeutung

jmdn. durch Anwendung von Waffen verletzen, besonders im Krieg
Beispiele:
leicht, schwer, tödlich verwundet werden
er wurde im Krieg (durch Granatsplitter, Bombensplitter) verwundet
ein Transport von Verwundeten
ein Tier verwunden
bildlich jmdn. kränken
Beispiele:
seine Worte haben, er hat mich tief verwundet
jmdn. in seinen Gefühlen verwunden
jmds. Eitelkeit verwunden (= verletzen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wund · verwunden · Wunde · Wundfieber
wund Adj. ‘verletzt’, ahd. (9. Jh.), mhd. mnd. wunt, asächs. wund, mnl. wont, nl. wond, aengl. wund, got. wunds (germ. *wunda-). Aus einem Verbaladjektiv auf ie. -to- (*u̯ṇto-), das mit mnd. wene ‘Geschwulst, Beule’, aengl. wen(n), wæn(n) ‘Geschwulst’ (eigentlich ‘Beule von einem Schlag’), engl. wen, kymr. ym-wan ‘kämpfen’, mkymr. gweint ‘ich durchbohrte’ zu einer Wurzel ie. *u̯en- ‘schlagen, verwunden’ gestellt wird. Das Adjektiv bedeutet eigentlich ‘durch Schlagen verletzt’, bezieht sich in neuerer Sprache dagegen meist auf offene, aufgeriebene Hautstellen (16. Jh.). verwunden Vb. ‘verletzen’ (besonders durch Waffen), mhd. verwunden; vgl. ahd. wuntōn ‘verwunden’ (8. Jh.), mhd. wunden, nhd. wunden (dichterisch noch im 19. Jh.). Wunde f. ‘offene Körperverletzung’, ahd. wunta (8. Jh.), mhd. wunde, asächs. wunda, mnl. wonde, nl. wond(e), aengl. wund, engl. wound, anord. und, tiefstufiges Nomen actionis (germ. *wundō) mit dem Suffix ie. -tā zur oben angegebenen Wurzel. Wundfieber n. ‘durch Infektion einer Wunde hervorgerufenes Fieber’ (16. Jh., Paracelsus).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schmerzen zufügen · ↗traumatisieren · ↗verletzen · ↗versehren · verwunden · ↗wehtun  ●  weh tun  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

bis nie

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verwunden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Noch immer kann Lara den frühen Tod des Vaters nicht verwinden.
Die Zeit, 02.07.2001, Nr. 27
Und dieser Ärger über den verpassten Sieg hatte er auch über 60 Jahre später nicht verwunden.
Der Tagesspiegel, 14.06.2001
Aber ich hätte einen Knacks weg, den ich nie verwinden könnte.
Tucholsky, Kurt: An Mary Gerold-Tucholsky, 19.08.1923. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1923], S. 16015
Die Mutter wußte den Tod ihres ältesten Jungen kaum zu verwinden.
Reventlow, Franziska Gräfin zu: Ellen Olestjerne. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 6087
Aber er war ein Mann und würde diesen Schmerz verwinden.
Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 101
Zitationshilfe
„verwunden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verwunden>, abgerufen am 11.12.2019.

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