Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

verwundern

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ver-wun-dern
Wortzerlegung ver- wundern
eWDG

Bedeutung

etw. verwundert jmdn.etw. wundert jmdn., versetzt jmdn. in Erstaunen
Beispiele:
es verwunderte ihn, dass …
ihr Benehmen hat ihn sehr verwundert
sie sahen sich, ihn verwundert an
ein verwunderter Blick
es war nicht zu verwundern (= nicht verwunderlich), dass sie nicht kam
sich verwundernsich wundern
Beispiel:
alle verwundern sich über ihr Verhalten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wunder · wunderbar · wunderlich · wundern · verwundern
Wunder n. ‘Erstaunen verursachendes, ungewöhnliches Ereignis’, ahd. wuntar (um 800), mhd. wunder ‘Verwunderung, Erstaunen, Erstaunen hervorrufendes Geschehen, Gegenstand des Erstaunens’, asächs. wundar, mnd. wunder, mnl. nl. wonder, aengl. wundor, engl. wonder, anord. undr, schwed. under (germ. *wundra-). Herkunft unbekannt. Alle bisherigen Anknüpfungsversuche sind unbefriedigend; vgl. H. Adolf in: JEGP 46 (1947) 395 ff. Wunder bezeichnet zu Beginn seiner Bezeugung ‘Erstaunen’ und ‘was Erstaunen hervorruft’, wird aber in neuerer Zeit mehr und mehr durch konkurrierendes Verwunderung und Erstaunen auf ‘was Erstaunen, Verwunderung hervorruft’ eingeengt; aber vgl. noch das, es nimmt jmdn. wunder ‘es versetzt jmdn. in Erstaunen’, mhd. mich nimt es wunder. – wunderbar Adj. ‘außerordentlich, großartig, sehr schön’ (16. Jh.), in älterer Sprache ‘einem Wunder entsprechend, übernatürlich’, mhd. wunderbære; dann auch ‘sonderbar, seltsam, wunderlich’ (16. Jh.) und in der literarischen Erörterung des 18. Jhs. ‘in der Phantasie verwurzelt’ (nicht der menschlichen Erfahrung angehörend). wunderlich Adj. ‘seltsam, sonderbar, befremdend’ (seit etwa 1700 vorherrschend), eigentlich ‘Verwunderung, Erstaunen erregend’, seltener ‘verwundert, erstaunt’ (bis ins 19. Jh.), ahd. wuntarlīh ‘wunderbar, außerordentlich, erstaunlich, befremdend’ (8. Jh.), mhd. wunderlich ‘wunderbar, sonderbar, seltsam, sich leicht verwundernd, reizbar, erstaunlich’. wundern Vb. ‘in Erstaunen versetzen’, reflexiv ‘erstaunt sein’, ahd. wuntarōn (8. Jh.), mhd. wundern, auch ‘Wunder vollbringen’. verwundern Vb. ‘in Erstaunen versetzen’, reflexiv ‘staunen’, mhd. verwundern ‘sich ganz wundervoll zeigen, staunen, bewundern, in Erstaunen versetzen’, auch ‘aufhören, sich zu wundern’.

Thesaurus

Synonymgruppe
erstaunen · frappieren · in Erstaunen setzen · verblüffen · verdutzen · verwundern · überraschen  ●  für Überraschung sorgen  mediensprachlich · (jemanden) wundern  ugs. · (jemanden) wundernehmen  geh.
Assoziationen
  • außer Fassung · entgeistert · fassungslos · geschockt · ratlos · schockiert · verständnislos · wie vom Schlag getroffen  ●  (ganz) aufgelöst ugs. · (ganz) durcheinander ugs., fig. · (ganz) von den Socken ugs. · (jemandem) bleibt die Spucke weg ugs., fig. · (jemanden) trifft der Schlag ugs., fig. · dazu fällt jemandem nichts mehr ein ugs. · die Welt nicht mehr verstehen ugs. · konsterniert geh. · verdattert ugs. · wie vor den Kopf geschlagen ugs.
  • Erstaunen · Verblüffung
  • (sich) mit einem (überraschenden) Anliegen an jemanden wenden · etwas (Bestimmtes) von jemandem wollen · wollen, dass (jemand etwas tut)  ●  ein Attentat (auf jemanden) vorhaben ugs., scherzhaft, fig. · einen Anschlag (auf jemanden) vorhaben ugs., fig., scherzhaft

Typische Verbindungen zu ›verwundern‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verwundern‹.

Verwendungsbeispiele für ›verwundern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er war wütend geworden mitten in der Nacht, weil es so weh tat, das Bein wieder zum Leben zu bringen, jetzt war er nur verwundert. [Delius, Friedrich Christian: Ein Held der inneren Sicherheit, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1981, S. 135]
Da verwundert es nicht, wenn technische Details schlecht recherchiert sind. [C’t, 2001, Nr. 13]
Dass es bei den Pensionen nicht anders ist, verwundert nicht. [Die Zeit, 09.03.2000, Nr. 11]
Da verwundert es nicht, dass alle der rund 1700 großen Dämme, die derzeit weltweit gebaut werden, umstritten sind. [Die Zeit, 22.07.1999, Nr. 30]
Es verwundert doch sehr, dass die Regierung ausgerechnet jetzt von der konkreten Umsetzung ihrer hochfliegenden Pläne nichts mehr wissen will. [Die Zeit, 01.07.1999, Nr. 27]
Zitationshilfe
„verwundern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verwundern>.

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