verzeichnen

GrammatikVerb · verzeichnet, verzeichnete, hat verzeichnet
Aussprache
Worttrennungver-zeich-nen
Grundformzeichnen
Wortbildung mit ›verzeichnen‹ als Erstglied: ↗Verzeichnis · ↗Verzeichnung
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
etw. falsch zeichnen
Beispiel:
auf diesem Gemälde ist der Körper teilweise verzeichnet
übertragen jmdn., etw. verzerrt, nicht der Wirklichkeit entsprechend darstellen
Beispiel:
in diesem Theaterstück sind die Personen, die damaligen Verhältnisse stark verzeichnet
2.
etw. in einem Verzeichnis festhalten, aufzeichnen
Beispiele:
die Namen sind, stehen in einer Liste verzeichnet
jmdn. im Telefonbuch verzeichnet finden
das Thermometer verzeichnete 30 Grad (= zeigte 30 Grad an)
übertragen etw. feststellen, registrieren
Beispiele:
eine Tatsache verzeichnen
leider waren zwei Todesfälle zu verzeichnen
er verzeichnete (es) mit Befriedigung, dass ...
einen Erfolg verzeichnen (= aufweisen), zu verzeichnen haben
einen Überschuß, ein Defizit verzeichnen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zeichnen · Zeichner · zeichnerisch · Zeichnung · auszeichnen · ausgezeichnet · Auszeichnung · bezeichnen · Bezeichnung · unterzeichnen · Unterzeichnung · verzeichnen · Verzeichnis
zeichnen Vb. ‘mit einem Zeichen versehen, kenntlich machen, (durch Striche) bildlich wiedergeben’, ahd. zeihhanen ‘kennzeichnen, bezeichnen, anzeigen, Wunder tun’ (8. Jh.), mhd. zeichen(en) ‘mit einem Zeichen versehen, (be)zeichnen, aufschreiben, verzeichnen, anzeigen’, asächs. tēknian, mnd. tēken(en), mnl. tēkenen, teikenen, nl. tekenen ‘zeichnen’, aengl. tǣcnan ‘bezeichnen’ (daraus durch Schwund des stammhaften -n- aengl. tǣcan ‘zeigen, erklären, lehren’, engl. to teach ‘unterrichten’), anord. teikna ‘Zeichen geben, bezeichnen’, schwed. teckna ‘zeichnen’, got. taiknjan ‘zeigen’ und ahd. zeihhanōn ‘bezeichnen, bezeugen’ (9. Jh.), aengl. tācnian, tǣcnian ‘kennzeichnen, anzeigen’ sind jan- bzw. ōn-Ableitungen von dem unter ↗Zeichen (s. d.) behandelten germ. Substantiv. Als frühe Bedeutung ist anzusetzen ‘mit Zeichen versehen’; dazu tritt bald ‘mit einem Zeichen ausdrücken, anzeigen, nachbilden’, woraus (spätmhd.) ‘niederschreiben’ und ‘in Linien, Strichen (künstlerisch) gestalten’ (16. Jh.), dann auch ‘seine Unterschrift unter ein Schriftstück setzen, unterschreiben’ (seit dem 17. Jh. in der Kaufmannssprache, sonst meist unterzeichnen, s. unten). Zeichner m. ‘wer (künstlerische, technische) Zeichnungen anfertigt’ (um 1600), älter ‘wer etw. mit einem Zeichen versieht’ (16. Jh.); vom Substantiv mhd. zeichen ‘Wunder’ ist abgeleitet mhd. zeichenære ‘wer Zeichen und Wunder tut, Wundertäter’, an ahd. zeihhan schließt sich an ahd. zeihhanāri ‘Träger des Feldzeichens, Bannerträger’ (11. Jh.). zeichnerisch Adj. ‘das Zeichnen betreffend’ (17. Jh.). Zeichnung f. ‘vorwiegend in Strichen, Linien ausgeführte bildliche Darstellung, natürliche, in einem bestimmten Muster verteilte Färbung bei Tieren und Pflanzen’ (17. Jh.); vgl. ahd. zeihhanunga (um 800), mhd. zeichenunge ‘Bezeichnung, Kennzeichnung’. auszeichnen Vb. ‘mit einem Zeichen versehen, prämieren’, (reflexiv) ‘sich durch besondere Kennzeichen unterscheiden, sich (aus einer Menge) herausheben’, mhd. ūʒzeichenen ‘kennzeichnen, anmerken, auswählen’; ausgezeichnet Part.adj. ‘hervorragend, vorzüglich’ (18. Jh.); Auszeichnung f. ‘Preisangabe, Hervorhebung, Ehrung, Orden, Titel’ (18. Jh.), zuvor (vereinzelt) ‘das Auswählen’ (15. Jh.). bezeichnen Vb. ‘durch Zeichen kenntlich machen, markieren, (be)nennen, charakterisieren’, ahd. bizeihhanen, bizeihhanōn (9. Jh.), mhd. bezeichenen ‘bildlich vorstellen, mit einem Zeichen ausdrücken, bedeuten’; Bezeichnung f. ‘das Kenntlichmachen, Kennzeichnung, Benennung’, ahd. bizeihhanunga (11. Jh.), mhd. bezeichenunge ‘Vorzeichen, Symbol, Bedeutung’. unterzeichnen Vb. ‘(ein Schriftstück) mit seinem Namen unterschreiben’, eigentlich ‘sein (Namens)zeichen unter etw. setzen’; Unterzeichnung f. (beide 16. Jh.). verzeichnen Vb. ‘schriftlich festhalten, aufführen, falsch, in unzutreffenden Formen zeichnen’, übertragen ‘falsch oder übertrieben darstellen, entstellen’; Verzeichnis n. ‘Zusammenstellung in Form einer Liste, Aufstellung, Register’ (beide 15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
auflisten · ↗listen · verzeichnen
Synonymgruppe
aufnehmen · ↗aufzeichnen · ↗beobachten · ↗erfassen · ↗skizzieren · verzeichnen
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›verzeichnen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Anstieg DM Einbruch Einbuße Erfolg Gewinn Halbjahr Kursgewinn Kursverlust Milliarde Minus Plus Prozent Quartal Rückgang Statistik Steigerung Umsatz Umsatzplus Umsatzrückgang Umsatzzuwachs Verlust Vorjahr Wachstum Wachstumsrate Zunahme Zuwachs Zuwachsrate dagegen insgesamt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verzeichnen‹.

Verwendungsbeispiele für ›verzeichnen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Den Vormittag über hatte er noch eher moderate Gewinne verzeichnet.
Die Zeit, 21.10.2011 (online)
Sie allein verzeichnete 2003 Schäden von rund vier Millionen Euro.
Die Welt, 17.11.2004
Wie ausführlich, hat sie gefragt, man hat ihr gesagt, es müsse alles verzeichnet sein.
Becker, Jurek: Amanda herzlos, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1993 [1992], S. 373
Es seien bereits ausgezeichnete praktische Ergebnisse der auf zahlreichen gemeinsamen Interessen beruhenden Zusammenarbeit zu verzeichnen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1937]
Ich werde davon auch noch erzählen, aber nicht in einem Zuge mit den anderen persönlichen Dingen, die hier verzeichnet stehen.
Suttner, Bertha von: Autobiographie. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 9098
Zitationshilfe
„verzeichnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verzeichnen>, abgerufen am 28.02.2020.

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