verzerren

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-zer-ren
Grundformzerren
Wortbildung mit ›verzerren‹ als Erstglied: ↗Verzerrung  ·  formal verwandt mit: ↗angstverzerrt · ↗gramverzerrt · ↗hassverzerrt · ↗schmerzverzerrt · ↗unverzerrt · ↗wutverzerrt
eWDG, 1977

Bedeutung

etw. durch Ziehen, Zerren in eine vom Normalen, Üblichen abweichende Form bringen
a)
Beispiele:
seinen Mund, das Gesicht (vor Schmerz, Anstrengung, Wut) verzerren
mit verzerrtem Mund
etw. verzerrt sich
Beispiel:
seine Gesichtszüge verzerrten sich (zu einem hässlichen Grinsen)
bildlich
Beispiele:
seine Stimme klang am Telefon verzerrt (= entstellt)
dieser Lautsprecher, Empfänger gibt den Ton, die Musik, Sprache verzerrt wieder
das Bild auf dem Fernsehschirm war verzerrt
das fließende Wasser verzerrte sein Spiegelbild
übertragen etw. (bewusst) falsch, nicht der Wirklichkeit entsprechend darstellen, wiedergeben
Beispiel:
dieser Bericht stellt den Vorfall verzerrt dar, gibt ein verzerrtes Bild der Verhältnisse
b)
etw. zu stark dehnen
Beispiele:
ein verzerrter Muskel
sich [Dativ] eine Sehne verzerren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zerren · Zerrbild · verzerren · Verzerrung
zerren Vb. ‘(ruckweise) ziehen’. Das schwach flektierende Verb ahd. zerren ‘zerreißen, zerstören, einen Kampf zu Ende bringen’ (9. Jh.), mhd. zerren (md. auch zarren) ‘(zer)reißen, vertreiben, zerspalten, sich zerteilen, sich öffnen, einen Riß machen, miteinander streiten, zanken’, mnd. terren ‘zanken, streiten’, mnl. terren ‘plagen, quälen’ steht (mit intensivierendem rr oder als kausative jan-Ableitung germ. *tarjan) neben dem unter ↗zehren (s. d.) angeführten starken Verb (ahd. zeran ‘reißen’, germ. *teran) und gehört wie dieses zu der dort genannten Wurzel ie. *der(ə)-, *drē- ‘schinden, (ab)spalten’. Zerrbild n. ‘boshafte, verspottende Wiedergabe, Entstellung’, von Campe vorgeschlagene Verdeutschung von Karikatur (1789), gegen den Widerstand Klopstocks und Nicolais eingebürgert (Ende 18. Jh.); gebildet im Hinblick auf verzerren Vb. ‘verunstalten, entstellen’ (um 1700), älter ‘auseinanderzerren, deformieren’, mhd. verzerren ‘zerreißen’; Verzerrung f. ‘Entstellung, Deformierung’ als Vorgang und Ergebnis (2. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
entstellen · ↗verdrehen · verzerren (Tatsache)
Synonymgruppe
krümmen · ↗verdrehen · verzerren
Synonymgruppe
(akustisch) verfremden · unkenntlich machen · verzerren
Assoziationen
  • (optisch) unkenntlich machen · verpixeln

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fratz Fratze Gesamtbild Gesicht Gesichtszug Grimasse Groteske Großauftrag Karikatur Kenntlichkeit Preisgefüge Proportion Sondereffekt Sondereinfluß Sonderfaktor Standortwettbewerb Statistik Subvention Unkenntlichkeit Wahrnehmung Wettbewerb Wettbewerbsbedingung dehnen entstellen skalieren verbiegen verdrehen verfremden verfälschen verwischen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verzerren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zudem klang der Ton schon einige Zeit vor dem Abschalten verzerrt.
C't, 2000, Nr. 25
Er erzeugt jedesmal eine neue Page Impression - das verzerrt die Statistik.
Der Tagesspiegel, 24.11.2000
Das Echo dieses Lachens zerfetzte dort oben, wurde grauenhaft verzerrt.
Weismantel, Leo: Die höllische Trinität, Berlin: Union-Verl.1966 [1943], S. 399
Sein Bild ist daher in der Überlieferung parteiisch verzerrt und heute noch strittig.
Grundmann, H.: Elias von Cortona. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 7545
Was ich sagte, ist entstellt und verzerrt, ich weigere mich, es zu unterschreiben.
Toller, Ernst: Eine Jugend in Deutschland, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1985 [1933], S. 64
Zitationshilfe
„verzerren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verzerren>, abgerufen am 23.10.2019.

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