verzieren

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-zie-ren (computergeneriert)
Grundformzieren
Wortbildung mit ›verzieren‹ als Erstglied: ↗Verzierung  ·  mit ›verzieren‹ als Letztglied: ↗Gesimsverzierung · ↗Rankenverzierung · ↗Rüschenverzierung · ↗Steppverzierung
 ·  mit ›verzieren‹ als Grundform: ↗verziert
eWDG, 1977

Bedeutung

etw. mit etw. Schmückendem, einem Zierrat versehen, ausschmücken
Beispiele:
eine Bluse, ein Kleid mit Spitzen, eine Decke mit einer Stickerei, ein Möbelstück mit Schnitzereien, Intarsien, eine Torte mit Buttercreme verzieren
eine mit Stuck verzierte Zimmerdecke
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zier · zier · Zierde · zieren · geziert · verzieren · Verzierung · zierlich · Zierat
Zier f. ‘Schönheit, Schmuck, Zierat’, ahd. zierī (um 800), mhd. zier(e) ‘Schmuck, Schönheit, Pracht, Herrlichkeit’, mnd. tēre, mnl. tiere ‘Art und Weise, Beschaffenheit’ sind feminine Abstraktbildungen (germ. *tērīn-) zu dem in frühnhd. Zeit untergegangenen, im 19./20. Jh. vereinzelt von Dichtern wieder aufgenommenen Adjektiv zier ‘glänzend, prächtig, herrlich’, ahd. zieri (8. Jh.), mhd. zier(e) ‘prächtig, kostbar, herrlich, schön, schmuck’, mnd. untēre ‘unartig, widerwärtig, häßlich’ (germ. *tērja-). Daneben ist ein maskuliner a-Stamm (germ. *tīra-) bezeugt in asächs. aengl. tīr ‘Ruhm, Ehre’, mnd. tēr ‘Beschaffenheit, Gedeihen, Glanz, Ruhm’, anord. tīrr ‘Glanz, Ruhm, Ehre’. Es handelt sich um Bildungen mit ro-Suffix (ie. *dēiro- bzw. *dīro-) zur Wurzel ie. *dei-, *dei̯ə- ‘hell glänzen, schimmern, scheinen’, wozu sich auch ahd. zeiʒ ‘fein, zart, zierlich’ (9. Jh.), asächs. tēt- ‘froh’ (in Personennamen), anord. teitr ‘froh, lustig’ und toch. A tiri ‘Art und Weise’, aind. dī́dēti ‘strahlt, leuchtet, glänzt’, dyáuḥ ‘Himmel, Tag’ (auch ‘Gottheit’), griech. déato (δέατο) ‘schien’, dḗlos (δῆλος, aus *δέαλος) ‘offenbar, deutlich’ stellen (s. noch ↗Lenz und ↗Zeidler). Zierde f. ‘Verzierung, Zierat, Ausschmückung, Verschönerung, Schmuck’, ahd. zierida (8. Jh.), mhd. zierde ‘Schmuck, Schönheit, Pracht, Herrlichkeit’, Abstraktbildung zum Adjektiv. zieren Vb. ‘verschönern, (aus)schmücken’, ahd. (um 800), mhd. zieren ‘putzen, schmücken, zieren, verherrlichen, rühmen, zur Zierde gereichen’; reflexiv ‘sich verhalten, sich benehmen’ (16. Jh.), ‘sich gegen etw., was man tun möchte, sträuben, sich lange bitten lassen, sich unnatürlich, gekünstelt geben’ (Anfang 18. Jh.); geziert Part.adj. ‘unnatürlich, gespreizt, gekünstelt’ (1. Hälfte 18. Jh.). verzieren Vb. ‘mit Zierat versehen, (aus)schmücken’ (15. Jh.); Verzierung f. (16. Jh.). zierlich Adj. ‘von feiner Gestalt und Form, anmutig, graziös’, mhd. zierlich ‘strahlend, prächtig, herrlich, schön’; vgl. asächs. tīrlīko Adv. ‘in ehrenvoller, schöner Weise’. Zierat m. ‘schmückendes Beiwerk, Verzierung, Zierde, Schmuck’, mhd. zierōt m., gebildet mit dem unter ↗Armut, ↗Einöde, ↗Kleinod (s. d.) angegebenen Suffix zum Adjektiv ahd. zieri, mhd. zier(e) (s. oben), im Genus bis ins 19. Jh. schwankend zwischen Mask. und Fem. Zuweilen fälschlich als Zusammensetzung mit Rat aufgefaßt, daher auch Zierrat geschrieben (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
ausschmücken · ↗dekorieren · ↗drapieren · ↗garnieren · ↗herausputzen · ↗herausstaffieren · optisch aufwerten · ↗schmücken · ↗schönmachen · ↗verschönern · verzieren · zieren  ●  ↗aufbrezeln  ugs. · ↗aufputzen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
beschlagen · verzieren
Synonymgruppe
absetzen · ↗besetzen · ↗einfassen · ↗einsäumen · ↗säumen · ↗ummanteln · ↗umsäumen · ↗verbrämen · verzieren  ●  ↗bordieren  fachspr. · ↗galonieren  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufkleber Blattgold Bordüre Borte Diamant Edelstein Einlegearbeit Elfenbein Girlande Graffito Hakenkreuz Initiale Kachel Mosaik Ornament Perle Relief Rüsche Schleife Schnitzerei Schnitzwerk Schnörkel Stickerei Stuck Torte Wappen Zuckerguß bemalen besticken kunstvoll

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verzieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und auch in New York sind fantasievoll verzierte Kühe in den Straßen zu finden.
Der Tagesspiegel, 18.10.2000
So waren die weißgekalkten Wände mit bizarren braunen Mustern von Ästen plastisch verziert.
Grzimek, Bernhard: Kein Platz für wilde Tiere, Köln: Lingen [1973] [1954], S. 41
Jede Gruppe hat ihre charakteristische Art, Stiefel anzufertigen und zu verzieren.
Süddeutsche Zeitung, 14.12.1996
In besseren Häusern sind sie aus wohlriechenden Hölzern geschnitzt und kunstvoll verziert.
Bauer, Hans: Tisch und Tafel in alten Zeiten, Leipzig: Koehler & Amelang 1967, S. 119
Bei Imitationen zwischen rechter und linker Hand sei gleichartig zu verzieren.
Dadelsen, Georg von: Verzierungen. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1966], S. 16646
Zitationshilfe
„verzieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verzieren>, abgerufen am 20.06.2019.

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