verzweigen

Grammatik Verb · reflexiv
Aussprache 
Worttrennung ver-zwei-gen
Grundform Zweig
Wortbildung  mit ›verzweigen‹ als Erstglied: ↗Verzweigung  ·  mit ›verzweigen‹ als Letztglied: ↗unverzweigt · ↗viel verzweigt · ↗vielverzweigt · ↗weit verzweigt · ↗weitverzweigt
eWDG, 1977

Bedeutung

sich in viele Zweige gabeln
Beispiele:
im Wald verzweigte sich der Weg
ein verzweigtes Netz, System von Rohrleitungen, Kanälen
er hatte eine verzweigte Korrespondenz
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zweig · abzweigen · Abzweigung · verzweigen
Zweig m. ‘sich abgabelndes Teilstück, Seitentrieb eines Astes’, ahd. zwīg (9. Jh.), mhd. zwīc, mnd. twīch, mnl. twijch, nl. twijg sowie (ablautend) aengl. twigge, twig, engl. twig führen auf germ. *twī̌ga-, ie. *du̯eigho- bzw. *du̯igho-. Ähnliche Bildungen sind alban. degë (aus *du̯oighā) ‘Zweig’, lit. dveigỹs ‘zweijährig’, serbokr. dvîze ‘zweijähriges Schaf’. Dazu stellen sich weiter ahd. zwī (8. Jh.), mhd. zwī, aengl. twī ‘Zweig’ (aus germ. *twīja-, ie. *du̯ei̯o-) und mit l-Formans ahd. zwisila f. (10. Jh.), mhd. zwisel(e) ‘Gabel, zweizinkiges Instrument, Astgabel’, aengl. twisla ‘Zusammenfluß, Verbindung’, mit Anlautwechsel germ. tw- zu kw- anord. kvīsl ‘Zweig, Gabel’, schwed. (mundartlich) kvissel ‘Zusammenfluß, Mistgabel’ (aus germ. *twisl-). Zugrunde liegen allen Formen Weiterbildungen des Zahlworts ie. *duu̯ō(u), s. ↗zwei; z. B. die Kompositionsformen ie. *du̯ei-, *du̯i-, das zugehörige Adjektiv *du̯ei̯o- und das Multiplikativadverb *du̯is ‘zweimal’, woraus *du̯is- ‘entzwei, auseinander’. Für die oben genannten germ. Formen ist von einer Bedeutung ‘Zweifaches, Gegabeltes, Gabelung’ auszugehen. abzweigen Vb. ‘sich (wie Zweige von einem Ast) herausentwickeln, abspalten, auseinanderfächern’ (2. Hälfte 18. Jh.), ‘von einem Punkt, einer Linie, Richtung abgehen, abbiegen’ (1. Hälfte 19. Jh.), heute auch ‘für einen bestimmten Zweck wegnehmen, etw. beiseite bringen’ (Mitte 20. Jh.); Abzweigung f. ‘Nebenstrecke, Nebenstraße, Stelle, an der eine Strecke von der Hauptstrecke abgeht’ (1. Hälfte 19. Jh.). verzweigen Vb. reflexiv ‘sich vielfach (in Äste, Zweige) gabeln, (sich) auseinanderfächern’ (Anfang 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
verzweigen · ↗verästeln
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›verzweigen‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verzweigen‹.

Verwendungsbeispiele für ›verzweigen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Danach allerdings wird sich das Leben der Kinder stark verzweigen.
Die Zeit, 13.02.2012, Nr. 07
Sie hatten sich für ihn wie Bäume in der Nacht verzweigt und Funken auf ihn herabregnen lassen.
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 325
Zwar nicht unüberschaubar, aber immerhin ebenso weit verzweigt wie die Wissenschaften selbst ist das Angebot an preisgünstigen Programmen.
C't, 1996, Nr. 5
Die Pflanze ist einjährig, wächst aufrecht und verzweigt sich stark.
Reinhardt Höhn, Blumen für den Balkon: Berlin: VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag 1976, S. 44
Ihre Tätigkeit war weit verzweigt und wohlbekannt, ihr verbrecherisches Treiben offensichtlich und berüchtigt.
o. A.: Zweihundertvierzehnter Tag. Donnerstag, 29. August 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 32161
Zitationshilfe
„verzweigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verzweigen>, abgerufen am 30.11.2020.

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