vespern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungves-pern
eWDG, 1977

Bedeutung

landschaftlich, (besonders) süddeutsch, (besonders) österreichisch die Vesper, die Mahlzeit am Nachmittag einnehmen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Vesper · vespern
Vesper f. ursprünglich auf den frühen Abend fallendes, später bereits für den Nachmittag vorgeschriebenes kanonisches Gebetsopfer, vorletztes der täglichen Stundengebete (in der katholischen Kirche), auch ‘Gottesdienst am Nachmittag oder frühen Abend’ (so in der evangelischen Kirche, vgl. Christvesper), dann ‘Zeit des vorletzten Stundengebets, Nachmittagszeit’ (vgl. Vesperstunde, -zeit, mhd. vesperstunde, -zīt), ahd. vespera (um 900), mhd. vesper ‘vorletzte kanonische Stunde’, Übernahme (zunächst im klösterlichen Bereich) von gleichbed. mlat. vespera (auch in der Pluralform vesperae), lat. vespera ‘Abend, Abendzeit, Abendgegend, Westen’, dem substantivierten Femininum von lat. vesper ‘abendlich’ (als Maskulinum substantivisch ‘Abendstern, Abendzeit, Westen’). Landschaftlich (obd. und md.) ist Vesper außerdem in der Bedeutung ‘kleinere Zwischenmahlzeit am Nachmittag oder frühen Abend’ gebräuchlich (seit Anfang 18. Jh.; neben öst.Jause, s. d.), wohl verkürzt aus vorausgehendem obd. md. Vesperbrot (15. Jh.), daher vielfach mit neutralem Genus. vespern Vb. ‘die Zwischenmahlzeit am Nachmittag oder frühen Abend einnehmen’ (in regionaler Verwendung, besonders obd. md., 2. Hälfte 18. Jh.).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im ziemlich einsamen Gehöft saßen die Leute vespernd in der Küche.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1919. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1919], S. 167
Nach getaner Arbeit wird mit Kesselfleisch, Bier und Wein aus eigenen Reben ausgiebig gevespert.
Die Zeit, 20.04.1984, Nr. 17
Er stellt also seinen Trageimer ab und läuft zurück zu der Steinbank, wo er eben gevespert hat.
Langgässer, Elisabeth: Das unauslöschliche Siegel, Hamburg: Claassen 1959 [1946], S. 68
Sogar über die Bewohner der Zitadelle - die Fledermäuse - berichtet eine eigene Internet-Seite http://userpage.fu-berlin.de/ ~ redel / vespert / zitadel.htm.
Die Welt, 20.03.2000
Die Maurer, Zimmerer und Eisenflechter aus der Spätschicht hockten in der Bude und vesperten.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 1029
Zitationshilfe
„vespern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/vespern>, abgerufen am 19.10.2019.

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