vielfältig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungviel-fäl-tig
Wortzerlegungviel-fältig
Wortbildung mit ›vielfältig‹ als Erstglied: ↗Vielfältigkeit
eWDG, 1977

Bedeutung

verschiedenartig, mannigfaltig
Beispiele:
vielfältige Beziehungen, Voraussetzungen, Ursachen, Versuche
die vielfältige Erscheinungen der Natur
ein vielfältiges Arbeitsgebiet
er verfügt über ein vielfältiges Wissen
das Kunstwerk ist vielfältig gedeutet worden
vielfältig miteinander verflochtene Schicksale
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

viel · vielerlei · vielfach · Vielfalt · vielfältig · vervielfältigen · vielleicht · vielmehr · Vielweiberei
viel Indef.pron. Adv. Adj. ‘eine große Menge oder Anzahl, zahlreich, sehr, bedeutend’, ahd. filu (8. Jh.), mhd. vil(e), asächs. filo, filu, mnd. vēl(e), mnl. vēle, nl. veel, aengl. feolu, fela, anord. (nur in Zusammensetzungen) fjǫl-, got. filu ist ursprünglich ein substantiviertes Adjektiv (germ. *felu-, neutraler u-Stamm). Es wird daher im Sinne von ‘große Menge’ unflektiert als Substantiv gebraucht (viel hilft viel) und kann dabei einen abhängigen Genitiv bei sich haben (viel Aufhebens). Bei Nominativen und Akkusativen erhält viel den Charakter eines Indefinitpronomens bzw. eines unbestimmten Zahlworts (viel Geld, viel Erfreuliches), in Verbindung mit Verben entwickelt sich adverbieller Gebrauch (viel arbeiten). Schließlich nimmt viel adjektivische Flexion an (viele Leute, vielen Dank). Außergerm. Verwandte sind aind. purū- ‘viel, reichlich’, griech. polýs (πολύς) ‘viel’, lat. plūs ‘mehr’, air. il ‘viel’, so daß von ie. *pelu-, *pḷlu- ‘Menge, viel’, eigentlich ‘füllend’, ausgegangen werden kann, einer Weiterbildung der Wurzel ie. *pel(ə)-, *plē- ‘gießen, fließen, aufschütten, (ein)füllen’ (wozu auch ↗voll, ↗Fülle, ↗fließen, ↗fliegen, s. d.). vielerlei indeklinabel ‘in großer Anzahl und von verschiedener Art, viele verschiedene Dinge’ (16. Jh.); s. ↗-lei. vielfach Adj. ‘viele Male so groß, in gleicher Form oder Art viele Male vorkommend, vielfältig, häufig’ (15. Jh.); s. ↗-fach. Vielfalt f. ‘das Vorhandensein in vielen Arten, große Mannigfaltigkeit’, Rückbildung (Ende 18. Jh.) zu älterem vielfältig (s. unten), zuerst in Gegensatz zu älterem Einfalt. vielfältig Adj. ‘durch Vielfalt gekennzeichnet, mannigfaltig’ (15. Jh.); zu -fältig (s. ↗falten). vervielfältigen Vb. ‘vermehren, vergrößern’ (17. Jh.), älter vielfältigen (16. Jh.); heute speziell ‘einen Text auf mechanischem Wege mehrfach herstellen’. vielleicht Adv. ‘möglicherweise, gegebenenfalls, etwa, gefälligst’, mhd. vil līhte ‘sehr leicht, vermutlich, möglicherweise’. vielmehr Konj. ‘sondern, im Gegenteil, richtiger’, in frühnhd. Zeit (15. Jh.) zusammengerückt aus mhd. vil mēr(e) ‘in noch höherem Grade’, ahd. filu mēr. Vielweiberei f. ‘eheliche Verbindung eines Mannes mit mehreren Frauen’ (Ende 17. Jh.), nach gleichbed. griech. polygamía (πολυγαμία), spätlat. polygamia (s. ↗poly-).

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine) bunte Mischung (von) · ↗bunt · eine große Auswahl an · ↗facettenreich · ↗gemischt · ↗mancherlei · ↗mannigfach · ↗mannigfaltig · ↗verschiedenartig · viele Aspekte haben · vielfältig · ↗vielgestaltig · ↗vielschichtig  ●  (ein) Kaleidoskop (von)  positiv · eine breite Palette an  fig. · ↗multiperspektivisch  geh., bildungssprachlich
Assoziationen
Synonymgruppe
abwechslungsreich · ↗divers · ↗unterschiedlich · vielfältig
Assoziationen
Synonymgruppe
grenzenlos · ↗mannigfaltig · ↗reichhaltig · ↗unüberschaubar · ↗verschiedenartig · vielfältig · ↗zahlreich

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktivität Anforderung Angebot Anregung Anwendungsmöglichkeit Aufgabe Ausprägung Bemühung Einsatzmöglichkeit Erscheinungsform Facette Form Gestaltungsmöglichkeit Kontakt Kulturangebot Kulturlandschaft Möglichkeit Nutzungsmöglichkeit Ursache Variation Verflechtung Verwendungsmöglichkeit Wechselwirkung Weise bunt differenziert komplex reich widersprüchlich äußerst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›vielfältig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir wollen abheben auf die vielfältigen Dimensionen des Begriffes "deutsch".
Der Tagesspiegel, 23.05.2000
Das hat nicht nur mit ihrem ungewöhnlich vielfältigen Programm zu tun.
Die Welt, 14.04.2000
Interpretationen tragen auf vielfältige Weise dazu bei, den geforderten triumphalen Charakter herzustellen.
o. A.: Lexikon der Kunst - E. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 3193
Aus einem solchen Zusammentreffen beider Generationen sind äußerst vielfältige soziale Bindungen entstanden.
Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 58
Seine Taten sind vielfältig wie die Taten eines wandernden Gottes.
Hofmannsthal, Hugo von: Das Gespräch über Gedichte. In: Bertram, Mathias (Hg.), Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1904], S. 32010
Zitationshilfe
„vielfältig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/vielfältig>, abgerufen am 09.12.2019.

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