Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

vielfältig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung viel-fäl-tig
Wortzerlegung Vielfalt -ig
Wortbildung  mit ›vielfältig‹ als Erstglied: Vielfältigkeit
eWDG

Bedeutung

verschiedenartig, mannigfaltig
Beispiele:
vielfältige Beziehungen, Voraussetzungen, Ursachen, Versuche
die vielfältige Erscheinungen der Natur
ein vielfältiges Arbeitsgebiet
er verfügt über ein vielfältiges Wissen
das Kunstwerk ist vielfältig gedeutet worden
vielfältig miteinander verflochtene Schicksale
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

viel · vielerlei · vielfach · Vielfalt · vielfältig · vervielfältigen · vielleicht · vielmehr · Vielweiberei
viel Indef.pron. Adv. Adj. ‘eine große Menge oder Anzahl, zahlreich, sehr, bedeutend’, ahd. filu (8. Jh.), mhd. vil(e), asächs. filo, filu, mnd. vēl(e), mnl. vēle, nl. veel, aengl. feolu, fela, anord. (nur in Zusammensetzungen) fjǫl-, got. filu ist ursprünglich ein substantiviertes Adjektiv (germ. *felu-, neutraler u-Stamm). Es wird daher im Sinne von ‘große Menge’ unflektiert als Substantiv gebraucht (viel hilft viel) und kann dabei einen abhängigen Genitiv bei sich haben (viel Aufhebens). Bei Nominativen und Akkusativen erhält viel den Charakter eines Indefinitpronomens bzw. eines unbestimmten Zahlworts (viel Geld, viel Erfreuliches), in Verbindung mit Verben entwickelt sich adverbieller Gebrauch (viel arbeiten). Schließlich nimmt viel adjektivische Flexion an (viele Leute, vielen Dank). Außergerm. Verwandte sind aind. purū- ‘viel, reichlich’, griech. polýs (πολύς) ‘viel’, lat. plūs ‘mehr’, air. il ‘viel’, so daß von ie. *pelu-, *pḷlu- ‘Menge, viel’, eigentlich ‘füllend’, ausgegangen werden kann, einer Weiterbildung der Wurzel ie. *pel(ə)-, *plē- ‘gießen, fließen, aufschütten, (ein)füllen’ (wozu auch voll, Fülle, fließen, fliegen, s. d.). vielerlei indeklinabel ‘in großer Anzahl und von verschiedener Art, viele verschiedene Dinge’ (16. Jh.); s. -lei. vielfach Adj. ‘viele Male so groß, in gleicher Form oder Art viele Male vorkommend, vielfältig, häufig’ (15. Jh.); s. -fach. Vielfalt f. ‘das Vorhandensein in vielen Arten, große Mannigfaltigkeit’, Rückbildung (Ende 18. Jh.) zu älterem vielfältig (s. unten), zuerst in Gegensatz zu älterem Einfalt. vielfältig Adj. ‘durch Vielfalt gekennzeichnet, mannigfaltig’ (15. Jh.); zu -fältig (s. falten). vervielfältigen Vb. ‘vermehren, vergrößern’ (17. Jh.), älter vielfältigen (16. Jh.); heute speziell ‘einen Text auf mechanischem Wege mehrfach herstellen’. vielleicht Adv. ‘möglicherweise, gegebenenfalls, etwa, gefälligst’, mhd. vil līhte ‘sehr leicht, vermutlich, möglicherweise’. vielmehr Konj. ‘sondern, im Gegenteil, richtiger’, in frühnhd. Zeit (15. Jh.) zusammengerückt aus mhd. vil mēr(e) ‘in noch höherem Grade’, ahd. filu mēr. Vielweiberei f. ‘eheliche Verbindung eines Mannes mit mehreren Frauen’ (Ende 17. Jh.), nach gleichbed. griech. polygamía (πολυγαμία), spätlat. polygamia (s. poly-).

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine) bunte Mischung (von) · bunt · eine große Auswahl an · facettenreich · gemischt · mancherlei · mannigfach · mannigfaltig · verschiedenartig · viele Aspekte haben · vielfältig · vielgestaltig · vielschichtig  ●  (ein) Kaleidoskop (von)  positiv · eine breite Palette an  fig. · multiperspektivisch  geh., bildungssprachlich
Assoziationen
Synonymgruppe
Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›vielfältig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›vielfältig‹.

Verwendungsbeispiele für ›vielfältig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aus einem solchen Zusammentreffen beider Generationen sind äußerst vielfältige soziale Bindungen entstanden. [Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 58]
In der geschichtlichen Wirklichkeit überschneiden sich selbstverständlich die Linien vielfältig. [Pfannkuch, Wilhelm u. Blume, Friedrich: Renaissance. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1963], S. 44631]
Hier gelte es, die vielfältigen bestehenden diskriminierenden Regelungen zu beseitigen. [Nr. 137: Gespräch Seiters mit Wirtschaftsexperten vom 9. Januar 1990. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1990], S. 21851]
In ihr bereitet sich die Entwicklung dieses Meisters in der vielfältigsten Weise vor, ohne daß die Stücke mit ihm zwingend verbunden werden könnten. [o. A.: Lexikon der Kunst - P. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1993], S. 18077]
Die Schreiber selbst bilden durch ihre vielfältigen Verbindungen den harten Kern der Community. [C't, 2001, Nr. 2]
Zitationshilfe
„vielfältig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/vielf%C3%A4ltig>.

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