vielfach

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungviel-fach (computergeneriert)
Wortzerlegungviel-fach
Wortbildung mit ›vielfach‹ als Grundform: ↗vervielfachen
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
viele Male so groß
Beispiele:
die vielfache Menge des Getreides
ein Neubau hätte das Vielfache der für den Umbau benötigten Summe gekostet
Mathematik das kleinste gemeinsame Vielfache (= kleinste natürliche Zahl, die durch alle gegebenen Zahlen teilbar ist)
jmdm. einen Schaden vielfach ersetzen
eine gute Tat vielfach vergelten
2.
viele Male vorkommend, mehrmalig
Beispiele:
die vielfache Wiederholung eines Vorgangs
ein vielfaches Echo
sie wurde vielfache Europameisterin, Olympiasiegerin im Eiskunstlauf
eine Veranstaltung auf vielfachen (= von vielen geäußerten) Wunsch wiederholen
ein vielfaches Kabel, Seil (= ein aus mehreren Lagen bestehendes Kabel, Seil)
viele Male, mehrmals
Gegenwort zu einfach1
Beispiele:
ein vielfach gefaltetes, zusammengelegtes Papier, Tuch
eine vielfach gewundene Straße
eine schon im Rahmen der klassischen Statistik ... vielfach erörterte Wahrheit [PlanckWeltbild40]
3.
vielfältig
Beispiele:
vielfache Verbindungen, Bedingungen, Übergänge
ein vielfach verwendbares Gerät
ohne aus ihrer vielfachen Tätigkeit Erfahrungen zu ziehen [A. ZweigJunge Frau287]
4.
umgangssprachlich in vielen Fällen, häufig, oft
Beispiele:
man ist vielfach der Meinung, dass ...
solche interessanten Bücher sind vielfach sehr schnell vergriffen
Unfälle beruhen vielfach auf leichtsinnigem Verhalten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

viel · vielerlei · vielfach · Vielfalt · vielfältig · vervielfältigen · vielleicht · vielmehr · Vielweiberei
viel Indef.pron. Adv. Adj. ‘eine große Menge oder Anzahl, zahlreich, sehr, bedeutend’, ahd. filu (8. Jh.), mhd. vil(e), asächs. filo, filu, mnd. vēl(e), mnl. vēle, nl. veel, aengl. feolu, fela, anord. (nur in Zusammensetzungen) fjǫl-, got. filu ist ursprünglich ein substantiviertes Adjektiv (germ. *felu-, neutraler u-Stamm). Es wird daher im Sinne von ‘große Menge’ unflektiert als Substantiv gebraucht (viel hilft viel) und kann dabei einen abhängigen Genitiv bei sich haben (viel Aufhebens). Bei Nominativen und Akkusativen erhält viel den Charakter eines Indefinitpronomens bzw. eines unbestimmten Zahlworts (viel Geld, viel Erfreuliches), in Verbindung mit Verben entwickelt sich adverbieller Gebrauch (viel arbeiten). Schließlich nimmt viel adjektivische Flexion an (viele Leute, vielen Dank). Außergerm. Verwandte sind aind. purū- ‘viel, reichlich’, griech. polýs (πολύς) ‘viel’, lat. plūs ‘mehr’, air. il ‘viel’, so daß von ie. *pelu-, *pḷlu- ‘Menge, viel’, eigentlich ‘füllend’, ausgegangen werden kann, einer Weiterbildung der Wurzel ie. *pel(ə)-, *plē- ‘gießen, fließen, aufschütten, (ein)füllen’ (wozu auch ↗voll, ↗Fülle, ↗fließen, ↗fliegen, s. d.). vielerlei indeklinabel ‘in großer Anzahl und von verschiedener Art, viele verschiedene Dinge’ (16. Jh.); s. ↗-lei. vielfach Adj. ‘viele Male so groß, in gleicher Form oder Art viele Male vorkommend, vielfältig, häufig’ (15. Jh.); s. ↗-fach. Vielfalt f. ‘das Vorhandensein in vielen Arten, große Mannigfaltigkeit’, Rückbildung (Ende 18. Jh.) zu älterem vielfältig (s. unten), zuerst in Gegensatz zu älterem Einfalt. vielfältig Adj. ‘durch Vielfalt gekennzeichnet, mannigfaltig’ (15. Jh.); zu -fältig (s. ↗falten). vervielfältigen Vb. ‘vermehren, vergrößern’ (17. Jh.), älter vielfältigen (16. Jh.); heute speziell ‘einen Text auf mechanischem Wege mehrfach herstellen’. vielleicht Adv. ‘möglicherweise, gegebenenfalls, etwa, gefälligst’, mhd. vil līhte ‘sehr leicht, vermutlich, möglicherweise’. vielmehr Konj. ‘sondern, im Gegenteil, richtiger’, in frühnhd. Zeit (15. Jh.) zusammengerückt aus mhd. vil mēr(e) ‘in noch höherem Grade’, ahd. filu mēr. Vielweiberei f. ‘eheliche Verbindung eines Mannes mit mehreren Frauen’ (Ende 17. Jh.), nach gleichbed. griech. polygamía (πολυγαμία), spätlat. polygamia (s. ↗poly-).

Thesaurus

Synonymgruppe
mehrfach · ↗multipel · vielfach · ↗zigfach

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brechung Echo Hinsicht Milliardär Millionär Millionärin ausgezeichnet befürchtet beklagt beschworen bewährt empfunden erprobt gebrochen gefordert gewunden geäußert kritisiert praktiziert preisgekrönt prämiert publiziert unterschätzt variiert verschlungen verstellbar vorbestraft Übermacht Überzeichnung überzeichnet

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›vielfach‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist vielfach leistungsfördernd, die Spannung der Spieler so lange wie möglich hochzuhalten.
Bild, 27.02.2006
Konzentration, Ruhe, das war schon in den Programmen der letzten Zeit vielfach wieder im Angebot.
Der Tagesspiegel, 29.08.2000
Bearbeitung durchzieht die gesamte Musik als Verfahren wie als Ergebnis (Werk) in vielfacher Weise.
o. A.: B. In: Brockhaus-Riemann-Musiklexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 838
Der Ruf hallte durch den riesigen Raum und kehrte als vielfaches Echo zurück.
Ewers, H.G. [d.i. Gehrmann, Horst]: Invasion der Schatten, Rastatt: Moewig 1982 [1970], S. 40
Gebrannte Erden fanden schon in den frühesten Zeiten der menschlichen Kultur eine vielfache praktische Verwendung und künstlerische Behandlung.
Popp, Joseph: Zur Einführung. In: Bräuer, Hasso (Hg.) Archiv des deutschen Alltagsdesigns, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1915], S. 254
Zitationshilfe
„vielfach“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/vielfach>, abgerufen am 22.02.2019.

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