Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

vif

Grammatik Adjektiv · Komparativ: vifer · Superlativ: am vifsten
Nebenform meist D-Südost wief · Adjektiv · Komparativ: wiefer · Superlativ: am wiefsten
Aussprache  [viːf]
Herkunft aus gleichbedeutend viffrz
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

umgangssprachlich, besonders CH , oft A , selten D-Süd , sonst veraltend intelligent, geschickt und lebhaft (und deshalb meist reaktionsschnell)
Beispiele:
Der vife Bub schlug sofort Alarm, als er gegen 17 Uhr die dreijährige Alea […] in etwa 1,20 Meter Tiefe im Familienbecken [des Freibads] liegen sah. [»Mama, da ertrinkt ein kleines Mädchen im Becken«, 20.06.2022, aufgerufen am 20.06.2022]
Callcenterbetrüger schicken ihre »Abholer« quer durch Deutschland, um ältere Menschen um ihr Erspartes zu bringen. […] Die »Rechnung« vom schnellen Geld hatte eine 25‑Jährige ohne einen wiefen Senior gemacht – der damals 85‑Jährige packte Papierschnitzel ins Kuvert. [Mittelbayerische, 04.03.2022]
Die vife Frau mit Hut führt seit 30 Jahren Gäste aus aller Welt durch St. Gallen, zeigt ihnen Vadian auf seinem Sockel, die Putten in der Kathedrale und Schepenese in der Stiftsbibliothek. [St. Galler Tagblatt, 08.06.2021]
In der heutigen Zeit bin ich dafür, dass ab 16 Jahren abgestimmt (= gewählt) werden darf, denn diese jungen Leute sind vifer und fordern ihr Recht ein. Daher sollen sie auch mitbestimmen dürfen. [Bote der Urschweiz, 10.02.2021]
Der Bürgermeister wandert weiter in Richtung Rienzbühlhalle und dem dahinterliegenden Bauhof. Dort unten drin ist nämlich das Jugendhaus, das […] von Jugendlichen in Eigenregie geführt wird. »Die sind sehr rege und sehr vif. Sie haben sich Fördermittel besorgt und konnten mit ihrer Eigendarstellung offensichtlich überzeugen«, lobt der Rathauschef die Jugendlichen. [Reutlinger General-Anzeiger, 07.12.2020]
Von älteren Stadtbewohnern hört man gelegentlich noch Ausdrücke, die heute kaum mehr im Sprachgebrauch verwendet werden. Kleine Kinder waren vif und hoffentlich kein Enfant terrible, das Trottoir vor dem Haus wurde jeden Freitag gefegt, im Portemonnaie wurde das nötige Kleingeld zum Einkaufen aufbewahrt. [Fränkischer Tag, 12.02.2019]
Am Fraunhofer‑Gymnasium in Cham tat sich die wiefe Kerstin besonders im Fach Deutsch hervor und so liebäugelte sie auch mit dem Berufsziel Journalismus. [Mittelbayerische, 06.11.2015]
Nicht gerade die vifsten Räuber dürften jene Ganoven sein, die […] die Filiale der Raiffeisen‑Regionalbank […] mit ihrem Besuch beehrt hatten. Sie hatten es offensichtlich auf einen frisch befüllten Bankomaten abgesehen. Erwischt haben sie aber in der Hitze des Gefechtes das […] Überweisungsterminal […]. [Ganoven verwechselten Bankomaten, 03.04.2012, aufgerufen am 24.04.2022]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

vif Adj. ‘lebhaft, wendig, rührig’, Übernahme (19. Jh.) von gleichbed. frz. vif, aus lat. vīvus ‘lebendig, lebhaft’, zu lat. vīvere ‘leben’.
Zitationshilfe
„vif“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/vif>.

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