volkstümlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung volks-tüm-lich
Wortbildung  mit ›volkstümlich‹ als Erstglied: Volkstümlichkeit
eWDG

Bedeutungen

1.
dem Denken und Fühlen des werktätigen Volkes entsprechend
Beispiele:
eine volkstümliche Kunst
volkstümliche Lieder, Balladen, Theaterstücke, Bilder, Tänze
eine wahrhaft volkstümliche Sprache, Ausdrucksweise
einen literarischen Stoff volkstümlich gestalten
er gab sich volkstümlich
eine spaßhafte Bemerkung volkstümlicher Art [ BrechtFurcht u. Elend10]
2.
populär, gemeinverständlich
Beispiele:
ein volkstümlicher Vortrag
er gab eine volkstümliche Einführung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Volk · völkisch · Volkslied · Volksschule · volkstümlich · Volkstümlichkeit · Volkstum · Volksvertreter · Volkswirtschaft · bevölkern · Bevölkerung
Volk n. ‘aus einer Vereinigung von Stämmen hervorgegangene ethnische Gemeinschaft, Bevölkerung eines Landes, (die einfachen) Leute, Menschenmenge’, ahd. folc n. m. ‘Volk, Völkerschaft, Volksmenge, -haufen, Heer(haufen), die breite Masse’ (8. Jh.), mhd. volc n., auch m., asächs. folk n., mnl. volc, mnd. nl. volk, aengl. folc, engl. folk ‘Leute’ (meist im Plur. folks), anord. schwed. folk ‘Volk, Leute’ führt auf germ. *fulka- ‘Kriegerschar, Heerhaufen’, vielleicht zu verstehen als ‘die Menge der waffenfähigen Männer’ als Repräsentanten der Gemeinschaft. Dann kann von ie. *pḷgo- ‘Fülle, Menge’ und von der Wurzel ie. *pel(ə)-, *plē- ‘aufschütten, (ein)füllen’ ausgegangen werden (s. voll, viel). völkisch Adj. ‘ein Volk betreffend, zu ihm gehörend, von ihm ausgehend’ (16. Jh.), volckisch (Ende 15. Jh.). Volkslied n. volkstümliches, im Volk überliefertes und verbreitetes, oft von einem unbekannten Verfasser stammendes Lied, geprägt von Herder (1773) neben Populärlied, womit er engl. popular song wiedergibt. Volksschule f. (18. Jh.). volkstümlich Adj. ‘dem Volk, der Art des Volkes entsprechend, gemeinverständlich, bekannt, beliebt’ (Ende 18. Jh.), anfangs auch im Sinne von ‘national’; dazu Volkstümlichkeit f. (Ende 18. Jh.) und Volkstum n. ‘Wesen, Eigenart des Volkes (einer bestimmten Landschaft)’ (Anfang 19. Jh.), zuerst ‘Nationalität’. Volksvertreter m. ‘Vertreter, Verteidiger des Volkes gegen Beeinträchtigung seiner Rechte, gewähltes Mitglied einer Volksvertretung, Abgeordneter’ (Anfang 19. Jh.). Volkswirtschaft f. ‘Gesamtheit der Wirtschaft eines Staates oder Landes, Nationalökonomie’ (um 1830), für engl. national economy. bevölkern Vb. ‘mit Bewohnern besetzen, besiedeln, in Scharen beleben’ (17. Jh.); Bevölkerung f. ‘das Bevölkern, die Einwohner, Bewohner eines bestimmten Gebietes’ (Ende 17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›volkstümlich‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›volkstümlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›volkstümlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der deutschen Sprache ist die Wendung erst durch Luther volkstümlich geworden.
Röhrich, Lutz: Adam. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 205
Die Autoren dieser alten volkstümlichen Lieder sind unbekannt, sie traten hinter ihrem Werk zurück.
Gennrich, Friedrich: Troubadours. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1966], S. 1547
Das christliche Leben bekam dadurch einen ebenso stark gesetzlichen wie volkstümlichen Zug.
Vicedom, G. F.: Südsee. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 32909
Seine Sprache ist durchaus individuell geprägt, modern, aber nicht modisch, volkstümlich, aber nicht vulgär.
Die Zeit, 25.03.1954, Nr. 12
Freilich mutet gerade dieses Heft mehr wissenschaftlich als volkstümlich an.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 04.03.1910
Zitationshilfe
„volkstümlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/volkst%C3%BCmlich>, abgerufen am 20.10.2021.

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