vollstopfen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung voll-stop-fen
Wortzerlegung voll-stopfen

Bedeutungsübersicht+

  1. siehe auch vollpfropfen
    1. [bildlich] ...
    2. oft im Partizip II
eWDG, 1977

Bedeutung

siehe auch vollpfropfen
Beispiele:
den Schrank mit Sachen vollstopfen
er stopft sich [Dativ] die Taschen voll
bildlich
Beispiel:
im Unterricht darf man die Kinder nicht nur mit trockenen Fakten vollstopfen
Grammatik: oft im Partizip II
Beispiele:
eine bis zum äußersten vollgestopfte Bodenkammer
ein mit Menschen vollgestopftes Haus, Zugabteil
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stopfen · Stopfen · ausstopfen · vollstopfen · verstopfen · Verstopfung
stopfen Vb. ‘undurchlässig, dicht machen, füllen, hineinpressen’, ahd. stophōn ‘stechen, anstacheln’ (9. Jh.), mhd. stopfen, (md.) stoppen, ‘stechen, dicht machen, verstopfen’, mnd. mnl. nl. stoppen, afries. stoppia ‘dicht machen, verstopfen, anhalten, hindern’ (s. ↗stoppen), aengl. forstoppian ‘zustoßen, dicht machen’, engl. to stop ‘füllen, dicht machen, zum Stehen bringen, anhalten’ stellt sich mit intensivierender Konsonantengemination (germ. *stuppōn) wohl zu ie. *(s)teup-, *(s)teub(h)- ‘stoßen’ (s. auch ↗Stief-), einer Labialerweiterung der unter ↗stoßen (s. d.) angeführten Wurzel ie. *(s)teu- ‘stoßen, schlagen’ (vgl. die alten Bedeutungen ‘stechen, zustoßen’). Das Verb gerät (vermutlich am Niederrhein) unter den Einfluß von mlat. stuppare ‘mit einem Wergpfropfen verschließen, dicht machen’, zu lat. stuppa, stūpa ‘Werg, grober Flachs’, griech. stýppē (στύππη) ‘Werg’, und übernimmt dessen Bedeutung. Für ‘ein Loch zunähen, flicken, mit Nadel und Faden ausbessern’ seit dem Anfang des 18. Jhs. belegt. Stopfen m. ‘Stöpsel, Korken’, eigentlich ‘Wergbausch zum Verschließen’ (18. Jh.). ausstopfen Vb. ‘einen Hohlraum füllen’ (17. Jh.) vollstopfen Vb. ‘fest mit etw. ausfüllen’ (17. Jh.). verstopfen Vb. ‘dicht, undurchlässig machen oder werden’, ahd. firstophōn (11. Jh.), mhd. verstopfen, -stoppen; Verstopfung f. ‘Abdichtung, Darmverstopfung’, mhd. verstopfung ‘das Verstopftsein’.

Thesaurus

Synonymgruppe
ausfüllen · ↗ausstopfen · ↗füllen · voll stopfen · vollstopfen
Synonymgruppe
dicht zusammendrängen · ↗obstipieren · voll packen · voll stellen · voll stopfen · ↗vollpacken · ↗vollstellen · vollstopfen · ↗überladen
Synonymgruppe
anfüllen · ↗spicken · vollstopfen  ●  ↗vollpfropfen  ugs. · ↗zumüllen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›vollstopfen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›vollstopfen‹.

Verwendungsbeispiele für ›vollstopfen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sogar Restaurants der gehobenen Klasse sind jetzt damit beschäftigt, Gäste vollzustopfen.
Der Tagesspiegel, 04.01.1999
Ich werde mit dem Tag beginnen, an dem ich begriff, daß Essen mehr war, als nur sich vollzustopfen.
Die Zeit, 16.08.1996, Nr. 34
Die Gänge werden mit Mist vollgestopft und nun geht alles von selbst vor sich.
Buddenbrock, Wolfgang von: Das Liebesleben der Tiere, Bonn: Athenäum 1953, S. 188
Die Kirche ist längst nicht so vollgestopft wie bei den früheren Friedenswerkstätten.
Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR - ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 130
Obwohl ich nur von wenigen Negativen Vergrößerungen anfertige, sind jetzt schon fünf Schrankfächer mit Fotos vollgestopft.
Hein, Christoph: Drachenblut, Darmstadt: Luchterhand 1983 [1982], S. 69
Zitationshilfe
„vollstopfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/vollstopfen>, abgerufen am 30.11.2020.

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