vorbewusst

Grammatik Adjektiv · ohne Steigerung
Aussprache [ˈfoːɐ̯bəˌvʊst]
Worttrennung vor-be-wusst
Wortzerlegung vor-bewusst
Ungültige Schreibung vorbewußt
Rechtschreibregeln § 2
Wortbildung  mit ›vorbewusst‹ als Grundform: ↗Vorbewusste
Duden, GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutung

Psychologie dem Vorbewussten zugehörig
Kollokationen:
als Adjektivattribut: vorbewusste Gedanken
in Koordination: vorbewusst und unbewusst
Beispiele:
Wo kommen die Witze eigentlich her, wer macht sie? Genaues wisse man nicht, sagen die Leute gern und verweisen auf Sigmund Freud, dem zufolge es bei der Verfertigung eines Witzes so zugeht, dass ein vorbewusster Gedanke zunächst für einen Augenblick der unbewussten Bearbeitung überlassen, danach aber alsbald wieder von der bewussten Wahrnehmung erfasst wird. [Süddeutsche Zeitung, 28.07.2015]
Kleine Kinder zum Beispiel und erst recht Tiere treffen keine bewussten Entscheidungen, sondern handeln impulsiv, so als wäre in ihnen eine Instanz, die weiß, was das Richtige ist. Wie bewusst entscheiden wir eigentlich? Die Psychologie sagt aber: Auch die meisten Entscheidungen von erwachsenen Menschen werden unbewusst oder zumindest vorbewusst getroffen. Selbst wenn wir eine Entscheidung scheinbar bewusst treffen, gehen Prozesse voraus. Vereinfacht gesagt: Wenn sich jemand entscheidet, hat er sich bereits zuvor entschieden. [Entscheiden wir überhaupt wirklich selbst, 21.07.2015, aufgerufen am 14.09.2018]
Werber müssen verführen, überzeugen, beweisen und betonen in Zeitungsannoncen und TV‑Spots das Preis‑Leistungs‑Verhältnis, die Verarbeitungsqualität oder den immateriellen Gehalt eines Produkts […]. Spam‑Mails umgehen diesen Kommunikationsprozess, sie wollen keine komplexe Handlung wie eine Kaufentscheidung auslösen oder die Einstellung verändern; ihr Stil ist ein direkter und zielt nur auf die Provokation einer blitzschnellen und vorbewussten Aktion: des schnellen Klicks. [Der Standard, 20.02.2009]
Dieses Vorbewusste ist gegenüber dem, was wir bewusst verarbeiten können, in seiner Kapazität schier unbegrenzt. Das zeigt sich unter anderem daran, dass wir im Prinzip alles behalten könnten, was wir jemals erlebt haben, aber wir können uns nicht an alles davon erinnern. Entsprechend ist auch die Fähigkeit des Vorbewussten zum Problemlösen außerordentlich viel größer als die der Vernunft. Das intuitive Problemlösen geschieht vorbewusst, nicht unbewusst, aber es geschieht nach anderen Prinzipien als unser rationales Denken – eben intuitiv. [Die Zeit, 20.11.2008]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„vorbewusst“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/vorbewusst>, abgerufen am 15.06.2021.

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