vorder

GrammatikAdjektiv · attributiv
Aussprache
Worttrennungvor-der (computergeneriert)
Wortbildung mit ›vorder‹ als Erstglied: ↗Vorderachse · ↗Vorderansicht · ↗Vorderarm · ↗Vorderasien · ↗Vorderausgang · ↗Vorderbahn · ↗Vorderbalkon · ↗Vorderbein · ↗Vorderdarm · ↗Vordereingang · ↗Vorderflügel · ↗Vorderfront · ↗Vorderfuß · ↗Vordergrund · ↗Vorderhaus · ↗Vorderkante · ↗Vorderkeule · ↗Vorderlader · ↗Vorderlauf · ↗Vorderleute · ↗Vordermann · ↗Vordermittelfuß · ↗Vorderrad · ↗Vorderschiff · ↗Vorderseite · ↗Vordersitz · ↗Vordersteven · ↗Vorderstube · ↗Vorderteil · ↗Vordertreppe · ↗Vordertür · ↗Vorderzahn · ↗Vorderzehe · ↗Vorderzimmer
eWDG, 1977

Bedeutung

vorn befindlich
Gegenwort zu hinter3
Beispiele:
der vordere Teil des Hauses
die vordere Körperhälfte eines Tieres
die vordere Tür war verschlossen
die Schüler in den vorderen, vordersten Bänken
er sitzt in der vordersten (= ersten) Reihe
die vorderen, vordersten Plätze waren schon besetzt
er lag in vorderster Linie, hat den Krieg in den vordersten Kampflinien mitgemacht
die Mannschaft dieses Landes erkämpfte, belegte vordere Plätze (= Ränge)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

vorder · Vordergrund · Vordermann
vorder Adj. (heute nur mit Flexionsendung der vordere, ein vorderer) ‘vorn, am Anfang befindlich’ (meist im Kontrast zu etw. weiter hinten Befindlichem, daher mit komparativischem Sinn, s. ↗hinter Adj.), bis ins ältere Nhd. auch auf die Zeit übertragen ‘früher, vorherig’, ahd. ford(a)ro (9. Jh., daneben, besonders obd., mit zusätzlicher Komparativendung ahd. ford(a)rōro, 9. Jh., vgl. die Superlativform ahd. ford(a)rōsto, 8. Jh.), mhd. vorder ‘räumlich oder zeitlich vorausgehend, vornehmer, bedeutender, ansehnlich’, asächs. (substantiviert) forð(e)ro ‘Vorfahr’, mnd. vȫrder, vōrder ‘vorn, auf der rechten Seite befindlich, früher, vorhergehend’ sind wahrscheinlich unmittelbar an die bei ↗vor (s. d.) dargestellte (älter auch adverbiell gebrauchte) Präposition anzuschließen; in ihrem zweiten Wortteil ist dann das im Germ. nicht mehr produktive Komparationssuffix ie. -tero- zu sehen. Dagegen gehen die Adjektivbildungen asächs. furðiro ‘größer, vornehmer, rechts befindlich’, mnd. vȫrder, vürder ‘ferner, entfernter, weiter, künftig’ und aengl. furþra ‘weiter, entfernter, größer, höher’ wohl eher auf die Steigerungsform des unter ↗fort (s. d.) behandelten Adverbs zurück. In ältester Zeit ist die Substantivierung ahd. thie ford(a)ron (8. Jh.), mhd. frühnhd. die vorder(e)n, asächs. thea forð(e)ron (s. oben), mnd. de vȫrderen mit der Bedeutung ‘die Eltern, Ahnen, Vorfahren’ gebräuchlich; dazu ahd. thie altford(o)ron, mhd. frühnhd. die altvordern, seit dem 18. Jh. wieder aufgenommen (empfohlen von Campe 1807). Vordergrund m. ‘was sich in der Nähe des Betrachters, vorn in dessen Blickfeld befindet’ (häufig mit Bezug auf Bühne, Gemälde und Zeichnungen, 18. Jh.); übertragen in Wendungen wie etw. in den Vordergrund stellen ‘die Aufmerksamkeit auf etw. lenken’, in den Vordergrund treten ‘an Bedeutung gewinnen’, im Vordergrund stehen ‘besonders wichtig sein’ (alle 19. Jh.). Vordermann m. ‘wer sich in einer bestimmten Ordnung vor einem anderen befindet’, auch ‘wer in der Rangfolge vorausgeht’ (1. Hälfte 18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Außenband Bühnenrand Dachsäule Extremität Front Frontlinie Gliedmaße Haube Kampflinie Kante Kopfstütze Kotflügel Kreuzband Linie Listenplatz Mittelfeld Orient Platz Platzierung Plazierung Radaufhängung Rang Reihe Scheibenbremse Sitzreihe Stelle Stoßfänger Stoßstange Zugteil hinter

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›vorder‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Demnach sind auf den vorderen Plätzen vor allem biblische Namen vertreten.
Die Welt, 18.12.2000
Selbst jene, die längst abgewunken haben, sind fast alle seit 1990 an vorderster Front.
Der Tagesspiegel, 18.04.2000
Das heißt, nicht an der vordersten Linie, dort wird man gleich beharkt.
Brief von Helmut an Hildegard vom 08.05.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Er kämpft in vorderster Front für die Freiheit unseres Landes.
Völkischer Beobachter (Berliner Ausgabe), 07.03.1938
Wir gingen an dem vordersten Posten vorbei in den schon dämmrigen Wald.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 1
Zitationshilfe
„vorder“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/vorder>, abgerufen am 17.10.2018.

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