vorgreifen

GrammatikVerb · griff vor, hat vorgegriffen
Aussprache
Worttrennungvor-grei-fen
Wortzerlegungvor-greifen
Wortbildung mit ›vorgreifen‹ als Grundform: ↗Vorgriff
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
nach vorn greifen
Beispiel:
mit den Armen weit vorgreifen
übertragen
Beispiel:
nachdem ... die erste Besiedelung rodend in den Ostharz vorgegriffen hatte [Urania1955]
2.
einer Sache vorgreifenetw. vorwegnehmen, nicht abwarten
Beispiele:
wir wollen dem Beschluss, seinem Gedankengang, der Entscheidung des Gerichts nicht vorgreifen
um das zu berichten, musste er den Ereignissen, dem Gang der Dinge weit vorgreifen (= vorauseilen)
ich will nicht vorgreifen
jmdm. vorgreifenjmds. Handlung, Entscheidung zuvorkommen
Beispiel:
wir dürfen ihm (in dieser Angelegenheit) nicht vorgreifen

Thesaurus

Synonymgruppe
(gedanklich) vorwegnehmen · ↗antizipieren · vorausbemerken · vorgreifen
Assoziationen
Synonymgruppe
anklingen lassen · ↗anschneiden · vorgreifen
Synonymgruppe
(einer Sache) vorgreifen · (etwas) (frühzeitig und) ohne Absprache tun · (etwas) zu früh tun · (jemandem) vorgreifen · nicht (ab)warten können  ●  ↗vorpreschen  Hauptform

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beratung Beschluß Bewertung Diskussion Empfehlung Entscheidung Entschluß Ereignis Ergebnis Ermittlung Fraktion Friedensvertrag Gesetzgeber Gremium Gutachten Prüfung Regelung Schicksal Stellungnahme Untersuchung Urteil Verhandlung Votum Weise an greifen ich keinesfalls keineswegs nicht

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›vorgreifen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich will nicht vorgreifen, das Spiel soll erst gespielt werden.
Die Welt, 24.05.2003
Und greift so ganz undiplomatisch seinem Chef vor - aus dem Weißen Haus liegt nämlich noch gar keine Bestätigung vor.
Bild, 28.03.2001
Hier hat die alte Philosophie bereits weit vorgreifend Bahn gebrochen.
Hartmann, Nicolai: Der Aufbau der realen Welt, Berlin: de Gruyter 1940, S. 351
Ich will einer wissenschaftlichen Untersuchung vorgreifen und drei Verbraucher zu Wort kommen lassen.
Goldt, Max: Drei Knusperdosen, drei Schicksale. In: ders., Schließ einfach die Augen und stell dir vor, ich wäre Heinz Kluncker, Zürich: Haffmans 1994, S. 63
Die ontologische Analyse des Seins zum Ende greift andererseits keiner existenziellen Stellungnahme zum Tode vor.
Heidegger, Martin: Sein und Zeit, Tübingen: Niemeyer 1986 [1927], S. 239
Zitationshilfe
„vorgreifen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/vorgreifen>, abgerufen am 17.10.2019.

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