Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

vormachen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung vor-ma-chen
Wortzerlegung vor- machen
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
(jmdm.) zeigen, wie etw. ausgeführt wird, etw. demonstrieren, vorführen
Beispiele:
(jmdm.) die notwendigen Handgriffe vormachen
er machte den Lehrlingen jeden Arbeitsgang vor, hat uns die ersten Tanzschritte vorgemacht
damit er es versteht, muss man ihm alles erst vormachen
den Kindern Kunststücke vormachen
ihm macht darin, bei dieser Arbeit keiner, niemand (so leicht) was vor (= ihn übertrifft keiner)
Er machte ihnen einen Hund vor [ H. MannJugend Henri Quatre6,42]
In einem Jahr machst du mir noch was vor (= kann ich noch von dir lernen) [ PfaffRegina B.15]
2.
jmdm. etw. vorspiegeln, vorlügen
Beispiele:
ich lasse mir von niemandem was vormachen
mir machst du nichts vor, kannst du (so leicht) nichts vormachen!
er macht sich [Dativ] (selber) was vor
wir brauchen uns doch nichts vorzumachen (= können offen zueinander sein)
warum machst du uns solches Theater vor?
jmdm. blauen Dunst, ein X für ein U vormachen
3.
etw. vor etw. anbringen, befestigen
Beispiele:
ein Schloß, die Kette, den Riegel (an der Tür) vormachen
du kannst diese Sachen doch in der Ecke abstellen und einen Vorhang vormachen
hier muss man ein Brett vormachen

Thesaurus

Synonymgruppe
(die) Köpfe vernebeln · (etwas) vorgeben · (jemandem etwas) einflüstern · (jemandem etwas) einreden · (jemandem etwas) weismachen · (jemanden von etwas) zu überzeugen versuchen · (jemanden) einseifen · (jemanden) hinwegtäuschen über · Augenwischerei betreiben · Nebelkerzen werfen · manipulieren · so tun als ob · suggerieren · vortäuschen  ●  (jemandem) Sand in die Augen streuen  fig. · (jemandem einen) Bären aufbinden  ugs. · (jemandem einen) Floh ins Ohr setzen  ugs., fig. · (jemandem etwas) auf die Nase binden wollen  ugs., variabel, Redensart · (jemandem etwas) vormachen  ugs. · (jemanden etwas) glauben machen  geh. · auftischen  ugs. · einnebeln  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
demonstrieren · mit gutem Beispiel vorangehen · vorexerzieren · vormachen · zeigen, wie man etwas richtig macht
Assoziationen
  • (eine) Vorreiterrolle übernehmen · (etwas) als erster tun · den Anfang machen · der erste sein, der · die erste sein, die · vorangehen  ●  (die) Blaupause liefern (für) fig. · (etwas) Neues wagen floskelhaft · vorpreschen negativ

Typische Verbindungen zu ›vormachen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›vormachen‹.

Verwendungsbeispiele für ›vormachen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diesen Herren wird man nichts vormachen können, sie sind auf der Hut, trotz ihrer Fülle angespannt. [Busch, Werner: Das sentimentalische Bild, München: Beck 1993, S. 418]
Man konnte ihm nichts vormachen, und er machte anderen nichts vor. [Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 285]
Wir wollen uns nichts vormachen, denn wir befinden uns in einer sehr unangenehmen Lage, die Lage scheint aber nicht hoffnungslos. [Brief von * Unteroffizier T. vom 13.1.1943. In: Ortwin Buchbender u. Reinhold Sterz (Hgg.), Das andere Gesicht des Krieges, München: Beck, 1982, S. 95]
So macht man sich im diplomatischen Zeremoniell artig was vor. [Die Zeit, 20.04.2000, Nr. 17]
Zu der Zeit habe ich mir immer vorgemacht, alles sei meine eigene Entscheidung, aber das ist eine Illusion. [Die Zeit, 10.06.1999, Nr. 24]
Zitationshilfe
„vormachen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/vormachen>.

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