vornehmen

GrammatikVerb · nimmt vor, nahm vor, hat vorgenommen
Aussprache
Worttrennungvor-neh-men (computergeneriert)
Wortzerlegungvor-nehmen
Wortbildung mit ›vornehmen‹ als Grundform: ↗Vornahme
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich etw., jmdn. nach vorn nehmen
Beispiele:
kannst du diesen Tisch (zu dir, in dein Zimmer) vornehmen?
er nimmt den Besucher mit zum Ausgang vor
einen Körperteil nach vorn bewegen
Beispiele:
er nahm die Schultern vor
die Arme vornehmen
2.
umgangssprachlich etw. vornehmensich etw. vorbinden
Beispiele:
sie nahm eine Schürze vor
nimm doch die Serviette vor!
übertragen eine Maske vornehmenseinen wahren Charakter verbergen
Beispiel:
Wir ... sehen den Dichter im Dunkeln die Maske vornehmen [WedekindFrühlings ErwachenIII 7]
3.
umgangssprachlich (sich) [Dativ] etw., jmdn. vornehmensich mit etw., jmdm. zu beschäftigen beginnen
Beispiele:
er nahm (sich) ein Buch, die Zeitung vor
sie nimmt Wäsche zum Ausbessern, ihre Arbeit vor
der Arzt nahm (sich) einen Patienten nach dem anderen vor
Als ich ... endlich vorgenommen wurde (= an der Reihe war) [KeunMitternacht79]
4.
umgangssprachlich sich [Dativ] jmdn. vornehmenjmdn. zur Rede stellen, zurechtweisen
Beispiele:
ich habe mir den Burschen (gründlich, tüchtig, ordentlich) vorgenommen
er will sich den Jungen gleich nachher vornehmen
5.
sich [Dativ] etw. vornehmenetw. beabsichtigen, planen, den Entschluss fassen, etw. zu tun
Beispiele:
ich habe mir (im Stillen) vorgenommen, diese Arbeit noch zu Ende zu führen
er hat sich für morgen schon etw. vorgenommen
für den Abend nahm ich mir einen Theaterbesuch vor
6.
etw. stattfinden lassen, ausführen, machen
Beispiele:
eine (feierliche) Amtshandlung, Trauung, Haussuchung, Versteigerung vornehmen
der Arzt nimmt eine gründliche Untersuchung vor
die an dem Text vorgenommenen Korrekturen
regelmäßig vorzunehmende Überprüfungen
in Verbindung mit einem Subst., das eine Tätigkeit bezeichnet
papierdeutsch dient zur Umschreibung eines Verbalbegriffs
Beispiele:
der Bürgermeister nahm die Eröffnung der Ausstellung vor (= der Bürgermeister eröffnete die Ausstellung)
eine gute, sorgfältige Auswahl vornehmen (= gut, sorgfältig auswählen)
eine Abänderung vornehmen (= etw. abändern)
eine Trennung vornehmen (= etw. trennen)

Thesaurus

Synonymgruppe
ausführen · ↗durchführen · ↗effektuieren · in die Praxis umsetzen · ↗realisieren · ↗umsetzen · ↗verwirklichen · vornehmen  ●  ↗bewerkstelligen  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(einen) Plan fassen · (sich etwas) vornehmen · (sich) Ziele setzen · (sich) Ziele stecken · ↗(sich) anschicken · ↗(sich) daranmachen · ↗festlegen · ↗planen · ↗vormerken  ●  (sich etwas) auf die Fahnen schreiben  fig. · in den Blick nehmen  fig. · Pläne schmieden  ugs. · ins Auge fassen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem etwas) nicht durchgehen lassen · zur Rechenschaft ziehen  ●  (sich jemanden) vornehmen  Hauptform · ↗(sich jemanden) greifen  ugs. · ↗(sich jemanden) kaufen  ugs., veraltend · ↗(sich jemanden) vorknöpfen  ugs. · (sich jemanden) zum Geburtstag schenken  ugs. · (sich jemanden) zur Brust nehmen  ugs.
Assoziationen
  • Rechenschaft · ↗Verantwortlichkeit · ↗Verantwortung · ↗Zurechnungsfähigkeit
  • (jemanden) strafrechtlich verfolgen · (jemanden) zur Verantwortung ziehen  ●  (jemanden) beim Arsch kriegen  derb · (jemanden) beim Wickel packen  ugs., variabel · ↗(jemanden) drankriegen  ugs. · ↗(sich) (jemanden) schnappen  ugs.
  • reif (sein) · zur Verantwortung gezogen werden  ●  (sich) auf etwas gefasst machen können  ugs. · ↗dran (sein)  ugs. · ↗fällig (sein)  ugs.
  • (auf jemanden) eindringen · ↗(jemandem) zusetzen · (jemanden) drängen (zu) · (jemanden) in Bedrängnis bringen · ↗bedrängen · ↗befallen · ↗beknien · ↗drangsalieren · im Nacken sitzen · ↗löchern · ↗traktieren · unter Druck setzen  ●  ↗(in jemanden) dringen  geh., veraltet · (jemandem) auf den Pelz rücken  ugs. · (jemandem) auf die Pelle rücken  ugs. · (jemandem) die Hölle heiß machen  ugs. · ↗belagern  ugs. · bitteln und betteln  ugs. · keine Ruhe geben  ugs. · nicht in Ruhe lassen (mit)  ugs.
  • (jemandem etwas) abschlagen · (jemandem etwas) nicht durchgehen lassen · (jemandem) (die) Meinung sagen · (jemandem) Grenzen setzen · (jemandem) seine Grenzen aufzeigen · ↗(jemanden) abweisen · (jemanden) in die Schranken weisen · ↗zurechtweisen · ↗zurückweisen  ●  ↗(jemandem) (etwas) husten  ugs. · (voll) auflaufen lassen  ugs.
  • (jemandem) die Leviten lesen · (jemandem) eine harte Rückmeldung geben · ↗(jemandem) heimleuchten · ↗ausschelten · ↗ausschimpfen · ↗ermahnen · ↗rüffeln · ↗rügen · scharf kritisieren · ↗schelten · ↗verwarnen · zur Ordnung rufen · ↗zurechtweisen  ●  (jemandem etwas) ins Stammbuch schreiben  fig. · (jemandem) einen Verweis erteilen  Amtsdeutsch · ↗tadeln  Hauptform · (jemandem) Bescheid stoßen  ugs. · (jemandem) aufs Dach steigen  ugs., fig. · (jemandem) den Arsch aufreißen  derb · (jemandem) den Kopf waschen  ugs., fig. · (jemandem) den Marsch blasen  ugs., veraltend · (jemandem) deutlich die Meinung sagen  ugs. · (jemandem) die Flötentöne beibringen  ugs., fig. · (jemandem) die Hammelbeine langziehen  ugs., fig. · (jemandem) die Meinung geigen  ugs. · (jemandem) die Schuhe aufpumpen  ugs., fig. · (jemandem) eine (deutliche) Ansage machen  ugs. · (jemandem) eine (dicke) Zigarre verpassen (möglicherweise veraltend)  ugs. · (jemandem) eins auf den Deckel geben  ugs. · (jemandem) zeigen, wo der Frosch die Locken hat  ugs., fig. · (jemandem) zeigen, wo der Hammer hängt  ugs., fig. · (jemandem) zeigen, wo es langgeht  ugs., fig. · (jemanden) Mores lehren  geh. · (jemanden) auf Linie bringen  ugs. · (jemanden) auf Vordermann bringen  ugs. · (jemanden) frisch machen  ugs., fig. · ↗(jemanden) lang machen  ugs. · ↗(jemanden) zusammenfalten  ugs. · ↗(sich jemanden) vorknöpfen  ugs. · ↗abmahnen  fachspr., juristisch · admonieren  geh., veraltet · ↗zurechtstutzen  ugs., fig. · ↗zusammenstauchen  ugs., fig.
  • anherrschen · ↗anschnauzen · ↗ausschelten · ↗ausschimpfen · ↗beschimpfen · ↗rüffeln · scharf kritisieren  ●  (jemandem) den Kopf abreißen  fig. · ↗(scharf) zurechtweisen  Hauptform · (jemandem) seine Meinung geigen  ugs. · ↗abwatschen  ugs. · ↗anblasen  ugs. · ↗anfahren  ugs. · ↗angiften  ugs. · ↗anmeckern  ugs. · ↗anpfeifen  ugs. · ↗anpflaumen  ugs. · ↗anranzen  ugs. · ↗anraunzen  ugs. · ↗auseinandernehmen  ugs. · die Leviten lesen  ugs., fig. · ↗fertigmachen  ugs. · rummeckern (an jemandem)  ugs. · rundmachen  ugs. · zur Minna machen  ugs., veraltend · zur Sau machen  ugs. · zur Schnecke machen  ugs., fig. · ↗zusammenfalten  ugs., fig. · ↗zusammenscheißen  derb
  • (jemandem) sein Fett geben · das kriegen, was man verdient  ●  (die) Quittung bekommen  fig. · sein Fett abkriegen  ugs.
  • (jemandem) (ordentlich) die Meinung sagen · (jemandem) gehörig Bescheid stoßen · es jemandem geben  ●  (jemandem) Bescheid sagen  fig. · ↗(jemandem) heimleuchten  veraltend · (jemandem) die Meinung geigen  ugs., fig.
  • bekommen, was man verdient · zur Rechenschaft gezogen werden  ●  (das) Passende zurückbekommen  fig. · (die) Quittung bekommen (für)  fig. · (das) kriegen, was man verdient  ugs. · (jemandem) sein Fett geben  ugs. · sein Fett abbekommen  ugs., variabel · sein Fett wegbekommen  ugs. · sein Fett wegkriegen  ugs.
  • (jemandem) die Flausen austreiben  ●  (jemandem) den Kopf zurechtrücken  fig. · (jemandem) den Kopf zurechtsetzen  fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschreibung Abstrich Abtreibung Analyse Anpassung Bewertung Eingriff Einschnitt Einsparung Handlung Investition Kapitalerhöhung Korrektur Kürzunge Messung Operation Prüfung Reparatur Rückstellung Test Untersuchung Verbesserunge Verhaftung Veränderung Weichenstellung Wertberichtigung nehmen wir Änderung Überprüfung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›vornehmen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Autor hat sich vorgenommen, zu zeigen, woraus er gemacht ist.
Die Zeit, 21.01.2013, Nr. 03
Auch die verheißungsvolle Entwicklung in der Produktivität rechtfertige nicht, jetzt einen fragwürdigen Wechsel in der Methode vorzunehmen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1960]
Ich nahm mir vor, nichts mehr zu tun, worüber die Bauern lachen konnten.
Holtz-Baumert, Gerhard: Alfons Zitterbacke, Berlin: Kinderbuchverlag 1981 [1958], S. 84
Und dann haben sie sich vorgenommen, nichts darüber zu sagen.
Kästner, Erich: Das doppelte Lottchen, Hamburg: Dressler 1996 [1949], S. 123
Endlich entschloß er sich, zu Hause eine gründlichere Untersuchung vorzunehmen.
Bredel, Willi: Die Väter. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Bd. 7, Berlin: Aufbau-Verl. 1973 [1946], S. 173
Zitationshilfe
„vornehmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/vornehmen>, abgerufen am 21.04.2019.

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