vornehmlich

GrammatikAdverb
Aussprache
Worttrennungvor-nehm-lich
eWDG, 1977

Bedeutung

besonders, vor allem
Beispiele:
darauf kommt es mir vornehmlich an
er interessiert sich vornehmlich für Biologie
die Einrichtung dient vornehmlich der Erwachsenenbildung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

vornehm · Vornehmheit · vornehmlich
vornehm Adj. ‘sich durch Zurückhaltung und gutes Benehmen auszeichnend, Anstand, Würde zeigend, geschmackvoll, elegant’, mhd. vürnæme, (md.) vornæme, vornēme ‘vorzüglich, ausgezeichnet, vornehm’, nhd. auch fürnehm (bis ins 18. Jh.), gebildet mit der unter ↗für, ↗vor (s. d.) dargestellten Präposition zu dem unter ↗nehmen (s. d.) behandelten Verb (wie ↗angenehm, ↗genehm, s. d.), also eigentlich ‘aus einer Menge hervor-, herauszunehmen’, daher ‘hervorragend’ und ‘wichtig’, nhd. (verengt) häufig ‘von höherem Rang und Stand, von edler Herkunft, hoher gesellschaftlicher Stellung’, aber auch ‘hochherzig, anständig, nobel’. Beim Superlativ vornehmst (wie auch bei vornehmlich, s. unten) bleibt die ältere Bedeutung ‘sehr wichtig, vorrangig, hauptsächlich’ bewahrt. Vornehmheit f. ‘vornehme Art, vornehmes Wesen’ (18. Jh.), älter (vereinzelt) Fürnehmheit (Ende 15. Jh.). vornehmlich Adv. ‘vor allem, insbesondere, hauptsächlich’ (Anfang 17. Jh.), älter adjektivisch ‘sich anmaßend, vor anderen wichtig, von vornehmer Abstammung’ (15. Jh.). Daneben bis ins 18. Jh. auch fürnehmlich.

Thesaurus

Synonymgruppe
größtenteils · in aller Regel · in der Regel · ↗mehrheitlich · ↗meist · ↗normalerweise · vornehmlich · ↗vorwiegend · ↗überwiegend
Synonymgruppe
besonders · ↗insbesondere · vor allem · vornehmlich
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

anfangs ansonsten ausgerichtet ausschließlich befassen beschränken beschäftigen betätigen bezeihen bisher bislang früher geprägt hierbei jugendlich konzentrieren kümmern orientieren orientiert rekrutieren repräsentativ resultieren richten speisen stützen sunnitisch tummeln weiblich wenden zurückführen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›vornehmlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schließlich sitzen in den Büros der Liga noch immer viele, deren Erfahrungen sich vornehmlich auf den Sport beschränken.
Die Welt, 06.02.2001
Gerade bei einem Festival, bei dem vornehmlich textorientierte Produktionen zu sehen waren, wurde da eindeutig an der falschen Stelle gespart.
Der Tagesspiegel, 05.07.1999
Daneben richtete sich sein Interesse vornehmlich auf die illustrierten Werke der italienischen Kunst der Renaissance.
Bode, Wilhelm von: Mein Leben, 2 Bde. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 1938
Denn nicht nur das Wertlose, nicht einmal vornehmlich dies, zeigte sich als vergänglich.
Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.), Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. I, Tübingen: Mohr 1920 [1916-1919], S. 941
Das Interesse der Analytischen Psychologie richtet sich daher vornehmlich auf »visionäre« Dichtungen mit symbolträchtigem und transzendentalem Inhalt.
Langner, Ralph: Literaturpsychologie. In: Asanger, Roland u. Wenninger, Gerd (Hgg.) Handwörterbuch Psychologie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 22503
Zitationshilfe
„vornehmlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/vornehmlich>, abgerufen am 20.04.2019.

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