vorschieben

GrammatikVerb · schob vor, hat vorgeschoben
Aussprache
Worttrennungvor-schie-ben (computergeneriert)
Wortzerlegungvor-schieben
Wortbildung mit ›vorschieben‹ als Grundform: ↗Vorschub
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
etw. vor etw. schieben
Beispiel:
den Riegel an der Tür vorschieben
bildlich einer Sache einen Riegel vorschiebeneine Sache unterbinden, verhindern
Beispiel:
wir müssen seinem Treiben, dieser gefährlichen Entwicklung rechtzeitig einen Riegel vorschieben
2.
etw., jmdn. nach vorn schieben
Beispiele:
den Unterkiefer, Mund, das Kinn, die Unterlippe vorschieben
sie schiebt den Tisch, das Buch ein Stück vor
die Warmluftmassen werden nach Norden vorgeschoben
Truppen vorschieben (= vorrücken lassen)
ein vorgeschobener (= in unmittelbarer Nähe des Gegners befindlicher) Gefechtsstand, Beobachter
eine vorgeschobene Stellung halten
auf vorgeschobenem Posten stehen
sich vorschieben
Beispiele:
er schiebt sich durch die Menschenmenge vor
sein Kopf, Oberkörper schiebt sich vor
die Geröllmassen schoben sich langsam ins Tal vor
umgangssprachlich, übertragen jmdn. vorschiebenjmdn. in der Öffentlichkeit für sich handeln lassen, während man selbst im Hintergrund bleibt
Beispiele:
um schneller zum Ziel zu kommen, will er mich vorschieben
jmdn. als Strohmann, Sündenbock vorschieben
das ist nur eine vorgeschobene Person, Figur
3.
umgangssprachlich etw. als Vorwand benutzen, vorschützen
Beispiele:
er wollte nicht mitkommen und schob seine Arbeit vor
eine Reise, dringende Besorgung, angebliche Krankheit vorschieben
diese Verabredung war nur vorgeschoben

Thesaurus

Synonymgruppe
vorschicken · vorschieben
Assoziationen
Synonymgruppe
vorgeben · vorschieben · ↗vorschützen  ●  (sich) verschanzen (hinter)  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ansinnen Argument Begehrlichkeit Begründung Bundesgerichtshof Bundesverfassungsgericht Eigenbedarf Gesamtwertung Gesetzgeber Katheter Kinn Leiste Lohndumping Machenschaft Mißbrauch Platz Praktik Rang Riegel Steuerflucht Strohmann Sündenbock Tabelle Tabellenplatz Tabellenrang Treiben Unterkiefer Unterlippe schieben zusammenkneifen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›vorschieben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die volkswirtschaftliche Begründung wirkt nicht nur vorgeschoben, sie ist es.
Die Welt, 12.11.2003
Letztlich reichte es für Platz 10, Hagen schob sich auf 7 vor.
Bild, 25.06.2001
Bald schoben die schweren Stiefel sich vor, bald scharrend zurück.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 180
Stumm und verbissen geht er neben mir, den Kopf vorgeschoben.
Goote, Thor [d.i. Langsdorff, Werner von]: Die Fahne Hoch!, Berlin: Zeitgeschichte-Verlag 1933 [1933], S. 319
Ich schaffte es kaum, die Riegel vorzuschieben, so sehr zitterten meine Finger.
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 148
Zitationshilfe
„vorschieben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/vorschieben>, abgerufen am 21.08.2019.

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