wählen
GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungwäh-len (computergeneriert)
Wortbildung mit ›wählen‹ als Erstglied: ↗wählbar  ·  mit ›wählen‹ als Letztglied: ↗abwählen · ↗anwählen · ↗auswählen · ↗durchwählen · ↗einwählen · ↗herauswählen · ↗hineinwählen · ↗hinzuwählen · ↗mitwählen · ↗vorwählen · ↗wegwählen · ↗wiederwählen · ↗zuwählen
 ·  mit ›wählen‹ als Binnenglied: ↗Selbstwähldienst  ·  Ableitungen von ›wählen‹: ↗erwählen · ↗verwählen
 ·  mit ›wählen‹ als Grundform: ↗gewählt  ·  formal verwandt mit: ↗selbstgewählt
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
sich für eine von zwei oder mehr Möglichkeiten, Dingen, Personen entscheiden, etw. auswählen, aussuchen
Beispiele:
den richtigen, falschen Moment wählen
die richtige (Telefon)nummer, einen anderen Weg wählen
(auf der Speisekarte) ein Gericht wählen
der Ober fragt: »Haben Sie schon gewählt
er wollte nicht verletzen und wählte seine Worte mit Bedacht
unter, zwischen mehreren Möglichkeiten wählen
von zwei Übeln das kleinere wählen
du hast klug, gut gewählt
der Zeitpunkt war äußerst günstig, glücklich gewählt
Zwischen Elli und meinen Kindern wählen, was für ein Unsinn! [SeghersSiebtes Kreuz4,229]
2.
durch Abstimmung eine Person in ein Amt, in eine Funktion berufen, ein Gremium, eine Vertretungskörperschaft berufen
Beispiele:
die Kandidaten der Nationalen Front, die (neue) Betriebsgewerkschaftsleitung, den (neuen) Vorstand, Vorsitzenden wählen
wählen (= zur Abstimmung) gehen
jmdn. in den Vorstand, (als Abgeordneten) in den Gemeinderat, in den Bundestag wählen
er wurde mit großer Mehrheit, einstimmig zum Vertrauensmann, Vorsitzenden gewählt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wählen · Wahl · Wahlverwandtschaft · Wahlspruch · erwählen · Wähler · wählerisch
wählen Vb. ‘(unter mehreren Möglichkeiten) aussuchen, nach eigenem Ermessen bestimmen’, ahd. wellen (8. Jh.), mhd. weln, wel(l)en, anord. velja, schwed. välja, got. waljan ist zu der unter ↗wollen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *u̯el- ‘wollen, wählen’ gebildet. Ahd. wellen (aus germ. *waljan) tritt auch als Infinitiv in das Paradigma des unter ↗wollen behandelten Verbs ein. Wahl f. ‘Möglichkeit, unter mehreren auszusuchen, Bestimmung nach eigenem Ermessen, nach freiem Entschluß’, ahd. wala (9. Jh.), mhd. wal(e), im Genus abweichend anord. val n., schwed. val n.; Bildung zum Verb. Wahlverwandtschaft f. das Bestreben chemischer Stoffe, eine Verbindung einzugehen, ein Übersetzungswort, zuerst (Weigel 1779) für attractio electiva, dann für lat. affīnitas (s. ↗Affinität). Seit Goethe (Die Wahlverwandtschaften 1809) in übertragenem Sinne ‘Verbundenheit in innerer Übereinstimmung’. Wahlspruch m. ‘Motto, Devise’ (1648, Zesen). erwählen Vb. ‘aussuchen, durch Wahl bestimmen’, ahd. irwellen (um 800), mhd. erweln, erwellen. Wähler m. mhd. welære, wel(l)er ‘wer jmdn. in ein Amt wählt’, zuerst von den den König wählenden Kurfürsten. wählerisch Adj. ‘sorgfältig auswählend, schwer zufriedenzustellen, verwöhnt’ (Ende 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
abstimmen · ↗entscheiden · ↗stimmen · ↗votieren · wählen  ●  voten  ugs.
Assoziationen
  • (seine) Stimme abgeben · an der Wahl teilnehmen · wählen gehen · zur Wahl gehen
Synonymgruppe
aussuchen · ↗auswählen · ↗erwählen · ↗küren · ↗optieren (für) · wählen  ●  ↗auserwählen  geh. · ↗erkiesen (Partizip 2 = erkoren)  geh., veraltet · ↗kiesen (Partizip 2 = gekoren)  geh., veraltet
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgeordneten Aufsichtsrat Bedacht Bundespräsidenten Bundestag Bürgermeister Delegierten Kandidaten Landtag Mehrheit Ministerpräsidenten Mitglieder Nachfolger Nummer Parlament Parteitag Präsidenten Sonntag Stellvertreter Stimmen Vizepräsidenten Volk Vorsitzenden Vorstand Wahlgang Weg Zeitpunkt auswählt er frei

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wählen‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kein anderer Schweizer hätte eine Chance, in diesen Ausschuss gewählt zu werden.
Die Zeit, 02.09.2013, Nr. 35
Es wird zweckmäßigerweise nicht leichter als 6 bis 8 g und nicht schwerer als 12 bis 15 g gewählt.
Zeiske, Wolfgang: Angle richtig!, Berlin: Sportverl. 1974 [1959], S. 115
Sobald man mit der Politik zu tun bekommt, kann man nur noch das kleinere Übel wählen, jede reine Entscheidung hat ein Ende.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1945. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1945], S. 37
Man zahlte oder man zahlte auch nicht, und meistens wählte man das letztere Teil.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 683
Im Leben muß man meistens zwischen seinem guten Ruf und seinem Vergnügen wählen.
Tange, Ernst Günter: Zitatenschatz für Lebenskünstler, Frankfurt a. M.: Eichborn 2000, S. 78
Zitationshilfe
„wählen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wählen>, abgerufen am 15.12.2017.

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