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wählerisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache  [ˈvɛːləʀɪʃ]
Worttrennung wäh-le-risch
Wortzerlegung Wähler -isch
eWDG

Bedeutung

in der Auswahl besondere Ansprüche stellend, nicht leicht zufriedenzustellen
Beispiele:
sie war sehr wählerisch im Essen, in ihrer Kleidung
nicht wählerisch in seinen Mitteln sein
Er nimmt nicht jede. Er ist sehr wählerisch [ G. KaiserTanakaII]
in der Auswahl ihrer Freunde und Bekannten sind sie [gefährdete Jugendliche] nicht wählerisch [ Neue Justiz1965]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wählen · Wahl · Wahlverwandtschaft · Wahlspruch · erwählen · Wähler · wählerisch
wählen Vb. ‘(unter mehreren Möglichkeiten) aussuchen, nach eigenem Ermessen bestimmen’, ahd. wellen (8. Jh.), mhd. weln, wel(l)en, anord. velja, schwed. välja, got. waljan ist zu der unter wollen2 (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *u̯el- ‘wollen, wählen’ gebildet. Ahd. wellen (aus germ. *waljan) tritt auch als Infinitiv in das Paradigma des unter wollen2 behandelten Verbs ein. – Wahl f. ‘Möglichkeit, unter mehreren auszusuchen, Bestimmung nach eigenem Ermessen, nach freiem Entschluß’, ahd. wala (9. Jh.), mhd. wal(e), im Genus abweichend anord. val n., schwed. val n.; Bildung zum Verb. Wahlverwandtschaft f. das Bestreben chemischer Stoffe, eine Verbindung einzugehen, ein Übersetzungswort, zuerst (Weigel 1779) für attractio electiva, dann für lat. affīnitas (s. Affinität). Seit Goethe (Die Wahlverwandtschaften 1809) in übertragenem Sinne ‘Verbundenheit in innerer Übereinstimmung’. Wahlspruch m. ‘Motto, Devise’ (1648, Zesen). erwählen Vb. ‘aussuchen, durch Wahl bestimmen’, ahd. irwellen (um 800), mhd. erweln, erwellen. Wähler m. mhd. welære, wel(l)er ‘wer jmdn. in ein Amt wählt’, zuerst von den den König wählenden Kurfürsten. wählerisch Adj. ‘sorgfältig auswählend, schwer zufriedenzustellen, verwöhnt’ (Ende 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anspruchsvoll · das Beste ist gerade gut genug · kritisch · wählerisch  ●  spitzfingrig  fig. · krüsch  ugs., regional · schneubisch  ugs., regional

Typische Verbindungen zu ›wählerisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wählerisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›wählerisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der Tat ist er, wie man sieht, nicht wählerisch in der Anwendung verbrecherischer Methoden. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1973]]
In der Auswahl seiner Filme sei er nie sehr wählerisch gewesen. [Die Zeit, 11.11.2011 (online)]
Bei Sofas dagegen ist es genau die richtige Haltung, sehr wählerisch zu sein. [Die Zeit, 11.04.2011, Nr. 15]
Gegenüber jenen, die ihn wählten, war er wohl weniger wählerisch. [Die Zeit, 24.01.2011, Nr. 04]
Wenn man arm ist und sich sein Brot verdienen muß, darf man nicht sehr wählerisch sein. [Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 224]
Zitationshilfe
„wählerisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/w%C3%A4hlerisch>.

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