wählerisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungwäh-le-risch (computergeneriert)
WortzerlegungWähler-isch
eWDG, 1977

Bedeutung

in der Auswahl besondere Ansprüche stellend, nicht leicht zufriedenzustellen
Beispiele:
sie war sehr wählerisch im Essen, in ihrer Kleidung
nicht wählerisch in seinen Mitteln sein
Er nimmt nicht jede. Er ist sehr wählerisch [G. KaiserTanakaII]
in der Auswahl ihrer Freunde und Bekannten sind sie [gefährdete Jugendliche] nicht wählerisch [Neue Justiz1965]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wählen · Wahl · Wahlverwandtschaft · Wahlspruch · erwählen · Wähler · wählerisch
wählen Vb. ‘(unter mehreren Möglichkeiten) aussuchen, nach eigenem Ermessen bestimmen’, ahd. wellen (8. Jh.), mhd. weln, wel(l)en, anord. velja, schwed. välja, got. waljan ist zu der unter ↗wollen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *u̯el- ‘wollen, wählen’ gebildet. Ahd. wellen (aus germ. *waljan) tritt auch als Infinitiv in das Paradigma des unter ↗wollen behandelten Verbs ein. Wahl f. ‘Möglichkeit, unter mehreren auszusuchen, Bestimmung nach eigenem Ermessen, nach freiem Entschluß’, ahd. wala (9. Jh.), mhd. wal(e), im Genus abweichend anord. val n., schwed. val n.; Bildung zum Verb. Wahlverwandtschaft f. das Bestreben chemischer Stoffe, eine Verbindung einzugehen, ein Übersetzungswort, zuerst (Weigel 1779) für attractio electiva, dann für lat. affīnitas (s. ↗Affinität). Seit Goethe (Die Wahlverwandtschaften 1809) in übertragenem Sinne ‘Verbundenheit in innerer Übereinstimmung’. Wahlspruch m. ‘Motto, Devise’ (1648, Zesen). erwählen Vb. ‘aussuchen, durch Wahl bestimmen’, ahd. irwellen (um 800), mhd. erweln, erwellen. Wähler m. mhd. welære, wel(l)er ‘wer jmdn. in ein Amt wählt’, zuerst von den den König wählenden Kurfürsten. wählerisch Adj. ‘sorgfältig auswählend, schwer zufriedenzustellen, verwöhnt’ (Ende 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anspruchsvoll · das Beste ist gerade gut genug · ↗kritisch · wählerisch  ●  spitzfingrig  fig. · ↗krüsch  ugs., regional · schneubisch  ugs., regional
Assoziationen
  • anmaßend · ↗eingebildet · ↗hochgestochen · ↗prätentiös · ↗selbstgefällig · ↗stolz  ●  ↗hochnäsig  ugs.
  • anmaßend · ↗arrogant · ↗eingebildet · ↗hochmütig · ↗hochnäsig · hält sich für sonst wen · sehr von sich (selbst) eingenommen · ↗stolz · ↗vermessen · ↗versnobt · ↗überheblich  ●  auf dem hohen Ross sitzen  fig., Redensart · ↗dünkelhaft  veraltet · ↗hoffärtig  veraltet · ↗aufgeblasen  ugs. · ↗blasiert  geh. · ↗breitspurig  ugs. · ↗hybrid  geh. · hält sich für Gott weiß wen  ugs. · hält sich für den Größten  ugs., männl. · hält sich für die Größte  ugs., weibl. · hält sich für was Besonderes  ugs. · hält sich für was Besseres  ugs. · kennt (auch) keine kleinen Leute mehr  ugs., scherzhaft-ironisch · trägt die Nase hoch  ugs., fig.
  • mit abgespreiztem kleinen Finger · übertrieben vornehm (tuend)  ●  auf feiner Herr machend  ugs. · auf vornehme Dame machend  ugs. · ↗etepetete  ugs. · ↗fürnehm  geh., altertümelnd
  • wählerisch (beim Essen)  Hauptform · (g)schnädderfräsig  ugs., schweiz. · gnäschig  ugs., fränk. · haklich  ugs., österr. · ↗heikel  ugs., bair., Hauptform · kiebisch  ugs., sächsisch · klott  ugs., moselfränkisch · ↗krüsch  ugs., norddeutsch · käbsch  ugs., sächsisch · ↗mäkelig  ugs., Hauptform, norddeutsch, ostdeutsch · ↗pingelig  ugs., rheinisch · schlauchig  ugs., rheinisch · ↗schleckig  ugs., schwäbisch · ↗schnäkig  ugs., pfälzisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anleger Bettler Dieb Geschmack Kunde Kundschaft Käufer Publikum Sammler Verbraucher Vogel Weib Wähler anspruchsvoll besonders durchaus eben geworden höchst keineswegs nicht nie sehr verhalten vorgehen wenig weniger ziemlich äußerst überaus

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wählerisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist jung, aggressiv, nicht sehr wählerisch in seinen Mitteln.
Die Welt, 29.07.2003
Denn allzu wählerisch darf man am letzten Tag nicht mehr sein.
Der Tagesspiegel, 22.12.2000
Wenn man arm ist und sich sein Brot verdienen muß, darf man nicht sehr wählerisch sein.
Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 224
Die Not machte gewissenlos und wenig wählerisch in den Mitteln.
Hartung, Hugo: Wir Wunderkinder, Düsseldorf: Droste Verl. 1970 [1959], S. 272
Aber es wurde gerade Nacht, und ich hatte keinen Anlaß, wählerisch zu sein.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 603
Zitationshilfe
„wählerisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wählerisch>, abgerufen am 27.05.2019.

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