wässern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungwäs-sern
Wortbildung mit ›wässern‹ als Erstglied: ↗Wässerung  ·  mit ›wässern‹ als Letztglied: ↗bewässern · ↗einwässern  ·  mit ›wässern‹ als Grundform: ↗entwässern · ↗verwässern
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
etw. längere Zeit in (fließendes) Wasser legen
a)
um es weich zu machen
Beispiele:
getrocknete Erbsen, Flachs wässern
gewässertes Gemüse
b)
um etw. aus etw. herauszulösen
Beispiele:
Heringe, Salzfleisch wässern (= ihren Salzgehalt herabsetzen)
Fotografieein Negativ wässern (= die löslichen Chemikalien aus ihm herauswaschen)
2.
etw. reichlich mit Wasser versehen, begießen
Beispiele:
die Bäume, Felder wässern
Und er wässerte den Boden [BrechtHirse4]
3.
gehoben etw. wässertetw. sondert eine wässrige Flüssigkeit ab
Beispiele:
jmds. Augen wässern (= füllen sich mit Tränen)
Sein Mund wässert (= sondert Speichel ab) [Th. MannTod in Venedig9,475]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wasser · wässerig · wässern · Wasserkopf · Wasserstoff · Wassersucht
Wasser n. geruch-, geschmack- und farblose Flüssigkeit. Der Bildung mit r-Suffix westgerm. *watar, ahd. waʒʒar (8. Jh.), mhd. waʒʒer, asächs. watar, mnd. mnl. wāter, nl. water, afries. weter, aengl. wæter, engl. water (germ. *watr-) stehen nordgerm. und ostgerm. Bildungen mit n-Suffix wie anord. vatn, schwed. vatten, got. watō (germ. *watn-) gegenüber. Sie repräsentieren ein ie. Paradigma, das in seiner Flexion r-Stamm (ursprünglich im Nominativ und Akkusativ Sing., vgl. hethit. watar) und n-Stamm (ursprünglich in den übrigen Kasus, vgl. hethit. weten-) vereinigt. Nächstverwandt sind aind. udán, griech. hýdōr (ὕδωρ) ‘Wasser’, lat. unda ‘Welle, Woge’, air. u(i)sce ‘Wasser’, aslaw. voda, russ. vodá (вода) ‘Wasser’. Alle Formen werden auf ie. *aud-, *u̯ed-, *ū̌d- ‘Wasser’, eine Dentalerweiterung der Wurzel ie. *au- ‘benetzen, befeuchten, fließen’, zurückgeführt. Verwandt sind auch die unter ↗Auerochse und ↗Otter m. (s. d.) angegebenen Formen. Vielfach redensartlich etw. abgraben ‘zu verhindern suchen, zunichte machen’ (15. Jh.), danach jmdm. das Wasser abgraben ‘jmds. Pläne durchkreuzen, jmdm. seine Möglichkeiten nehmen’ (um 1900); stille Wasser sind tief ‘ruhige, verschlossene Menschen sind schwer zu durchschauen’ (16. Jh.); in trübem Wasser fischen ‘in unredlicher Weise seinen Vorteil suchen und nutzen’ (17. Jh.); Wasser auf seiner Mühle haben, auf jmds. Mühle geben ‘neuen Auftrieb, Bestätigung geben’ (18. Jh.); ein Schlag ins Wasser ‘vergeblich, unnütz’ (19. Jh.), älter mhd. das waʒʒer slahen. wässerig Adj. ‘wie Wasser, wasserhaltig, dünn, gehaltlos’, ahd. waʒʒarīg (Hs. 12. Jh.), mhd. weʒʒeric, waʒʒeric, auch ‘feucht’. wässern Vb. ‘mit Wasser versehen, für längere Zeit in Wasser legen, Wasser absondern’, mhd. weʒʒern. Wasserkopf m. durch krankhafte Ansammlung von Gehirnflüssigkeit aufgetriebener Kopf (18. Jh.), übertragen ‘unverhältnismäßig große Ausdehnung’ (z. B. der Verwaltung u. ä., 19. Jh.). Wasserstoff m. nichtmetallisches chemisches Element, Bestandteil des Wassers (1791, Girtanner), Übersetzung von gleichbed. frz. hydrogène, nlat. Hydrogenium. Wassersucht f. ‘krankhafte Ansammlung von Flüssigkeit im Körper’, ahd. waʒʒarsuht (10. Jh.), mhd. waʒʒersuht.

Thesaurus

Synonymgruppe
schwemmen · ↗weichen (in Wasser) · wässern
Synonymgruppe
begießen · ↗besprengen · ↗bewässern · ↗gießen  ●  wässern  fachspr., Jargon
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Baum Blume Feld Garten Gartenschlauch Gießkanne Grünanlage Maul Mund Pflanze Pflanzen Rasen Straßenbaum Trockenheit düngen füllen gründlich kochen kräftig pflanzen pflegen regelmäßig schneiden trocknen täglich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wässern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Drei Jahre hat sie mietfrei auf der abgelegenen Farm gelebt und dafür täglich die Pflanzen gewässert.
Die Zeit, 14.10.2002, Nr. 41
Damit die Form erhalten bleibt, müsse man jeden Tag schneiden und wässern.
Der Tagesspiegel, 17.03.2001
Während des Wachstums ist reichlich zu wässern und zu düngen.
Reinhardt Höhn, Blumen für den Balkon: Berlin: VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag 1976, S. 37
Ihr müßt es dann wieder gut wässern, abwaschen und dann einkochen.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 01.05.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Später wässert man die Pflanzen einmal gründlich und gibt eine flüssige Düngung.
o. A.: Ratgeber für den Feingemüsebau im Freiland, Berlin: VEB Dt. Landwirtschaftsverl 1962, S. 272
Zitationshilfe
„wässern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wässern>, abgerufen am 09.12.2019.

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