wässrig

Alternative Schreibungwässerig
GrammatikAdjektiv
Worttrennungwäss-rig ● wäs-se-rig (computergeneriert)
WortzerlegungWasser-ig
Ungültige Schreibungwäßrig
Rechtschreibregeln§ 2, Einzelfälle
Wortbildung mit ›wässrig‹ als Erstglied: ↗Wässrigkeit
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
reichlich Wasser enthaltend
Beispiele:
eine wässrige Lösung, Milch
eine wässrige (= dünne) Suppe
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlich jmdm. den Mund wässrig machen (= jmdm. Appetit auf etw. machen)
2.
wie Wasser schmeckend, fade
Beispiele:
ein wässriger Wein
die Kartoffeln schmecken wässrig
3.
wie Wasser aussehend, wasserhell
Beispiel:
Über die Bucht ist Himmel gespannt, wäßrig blau [H. Mann9,246]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wasser · wässerig · wässern · Wasserkopf · Wasserstoff · Wassersucht
Wasser n. geruch-, geschmack- und farblose Flüssigkeit. Der Bildung mit r-Suffix westgerm. *watar, ahd. waʒʒar (8. Jh.), mhd. waʒʒer, asächs. watar, mnd. mnl. wāter, nl. water, afries. weter, aengl. wæter, engl. water (germ. *watr-) stehen nordgerm. und ostgerm. Bildungen mit n-Suffix wie anord. vatn, schwed. vatten, got. watō (germ. *watn-) gegenüber. Sie repräsentieren ein ie. Paradigma, das in seiner Flexion r-Stamm (ursprünglich im Nominativ und Akkusativ Sing., vgl. hethit. watar) und n-Stamm (ursprünglich in den übrigen Kasus, vgl. hethit. weten-) vereinigt. Nächstverwandt sind aind. udán, griech. hýdōr (ὕδωρ) ‘Wasser’, lat. unda ‘Welle, Woge’, air. u(i)sce ‘Wasser’, aslaw. voda, russ. vodá (вода) ‘Wasser’. Alle Formen werden auf ie. *aud-, *u̯ed-, *ū̌d- ‘Wasser’, eine Dentalerweiterung der Wurzel ie. *au- ‘benetzen, befeuchten, fließen’, zurückgeführt. Verwandt sind auch die unter ↗Auerochse und ↗Otter m. (s. d.) angegebenen Formen. Vielfach redensartlich etw. abgraben ‘zu verhindern suchen, zunichte machen’ (15. Jh.), danach jmdm. das Wasser abgraben ‘jmds. Pläne durchkreuzen, jmdm. seine Möglichkeiten nehmen’ (um 1900); stille Wasser sind tief ‘ruhige, verschlossene Menschen sind schwer zu durchschauen’ (16. Jh.); in trübem Wasser fischen ‘in unredlicher Weise seinen Vorteil suchen und nutzen’ (17. Jh.); Wasser auf seiner Mühle haben, auf jmds. Mühle geben ‘neuen Auftrieb, Bestätigung geben’ (18. Jh.); ein Schlag ins Wasser ‘vergeblich, unnütz’ (19. Jh.), älter mhd. das waʒʒer slahen. wässerig Adj. ‘wie Wasser, wasserhaltig, dünn, gehaltlos’, ahd. waʒʒarīg (Hs. 12. Jh.), mhd. weʒʒeric, waʒʒeric, auch ‘feucht’. wässern Vb. ‘mit Wasser versehen, für längere Zeit in Wasser legen, Wasser absondern’, mhd. weʒʒern. Wasserkopf m. durch krankhafte Ansammlung von Gehirnflüssigkeit aufgetriebener Kopf (18. Jh.), übertragen ‘unverhältnismäßig große Ausdehnung’ (z. B. der Verwaltung u. ä., 19. Jh.). Wasserstoff m. nichtmetallisches chemisches Element, Bestandteil des Wassers (1791, Girtanner), Übersetzung von gleichbed. frz. hydrogène, nlat. Hydrogenium. Wassersucht f. ‘krankhafte Ansammlung von Flüssigkeit im Körper’, ahd. waʒʒarsuht (10. Jh.), mhd. waʒʒersuht.

Thesaurus

Synonymgruppe
dünnflüssig · fließfähig · ↗flüssig · nichtviskos · wässerig · wässrig  ●  ↗fluid  fachspr.
Synonymgruppe
dünn · ↗fade · ↗lasch · wässrig  ●  ↗kraftlos  fig. · ↗labberig (Kaffee, Brühe)  ugs. · ↗labbrig  ugs. · ↗schlabberig (Brei, Suppe)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auge Auszug Bestandteil Bier Bindemittel Dispersion Durchfall Extrakt Fleisch Flüssigkeit Harnstofflösung KCN-Lösung Lösung Milieu Oberfläche Phase Schneeflocke Stickstoffwasserstoffsäure Substanz Suppe Säure Tomate Umgebung Zeug blutig grau nichtwäßrig schmecken weich ölig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wässrig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von normalen Eis wird der Drink immer so schnell wässrig.
Bild, 04.01.2003
Der gläserne Star sieht nicht wirklich verschnupft aus, Augen verquollen, wäßrig, rötlich, nein, nichts von alledem.
Die Zeit, 19.01.1996, Nr. 4
Sie starrte ihn mit schmalen Augen an, die wäßrig waren, blau und nordisch.
Simmel, Johannes Mario: Es muß nicht immer Kaviar sein, Zürich: Schweizer Verl.-Haus 1984 [1960], S. 313
Dicke rote Adern durchzogen das Weiße in seinen wäßrigen Augen.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 1039
Er unterbrach sich und richtete seine wäßrigen Augen auf die zuckenden Schultern der Mutter.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 96
Zitationshilfe
„wässrig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wässrig>, abgerufen am 23.10.2019.

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