wölben

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungwöl-ben
Wortbildung mit ›wölben‹ als Letztglied: ↗aufwölben · ↗emporwölben · ↗hochwölben · ↗vorwölben · ↗überwölben
eWDG, 1977

Bedeutung

etw. bogenförmig machen
Beispiele:
jmd. wölbt seine Brauen
sie wölbte ihre Hand über das Ohr, um besser hören zu können
er wölbte lachend die Schultern [MusilMann856]
Was meinen Sie, ließe sich nicht der Keller etwas höher wölben? [FontaneI 1,538]
sich wölbensich bogenförmig biegen
Beispiele:
bei diesen Worten wölbte sich trotzig seine Oberlippe
er ballte die Fäuste, und seine Armmuskeln wölbten sich
bogenförmig verlaufen, sich bogenförmig erstrecken
Beispiele:
blau wölbte sich der Himmel (von Horizont zu Horizont)
über uns wölbte sich die mächtige Kuppel der Kathedrale
eine steinerne Brücke wölbte sich über den Fluss, zwischen den Ufern
unter seiner Weste wölbte sich ein dicker Bauch
Grammatik: oft im Part. Prät.
Beispiele:
eine gewölbte Stirn
ein stark gewölbter Bauch, Brustkasten
ein Sekretär mit einem gewölbten Rolldeckel
eine gewölbte Decke, Brücke
eine gefährlich glatte und gewölbte Straße
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wölben · Wölbung
wölben Vb. ‘gerundet, bogenfömig anlegen’, reflexiv ‘bogenförmig sein’, ahd. bi(h)welben ‘umwölben’ (um 1000), mhd. welben ‘bogenförmig gestalten’, asächs. bihwelƀian ‘verbergen’, mnl. nl. welven, aengl. behweolfan, behwylfan ‘bedecken’, anord. hvelfa, schwed. välva ‘wölben’ ist wohl Kausativum (germ. *hwalbijan) zu einem starken, nur in mhd. (Prät.) walb ‘dehnte sich aus’ (?), anord. (Part. Prät.) holfinn ‘gewölbt’, norw. kvelva, schwed. (mundartlich) välva resthaft belegten Verb. Dieses kann mit got. ƕilftrjōs (Plur.) ‘Sarg’ (ursprünglich vielleicht zwei ausgehöhlte, übereinandergelegte Einbäume), aengl. hwealf, anord. hvalf ‘Gewölbe, Wölbung’, hvilft ‘Wölbung, Höhle’ und mit griech. kólpos (κόλπος, aus *κϝόλπος) ‘Busen, Bausch, Meerbusen, Bucht’ (eigentlich ‘Wölbung’) auf ie. *ku̯elp- ‘wölben’ zurückgeführt werden; s. auch ↗Gewölbe. Im Dt. erfolgt seit dem 15. Jh. Rundung von e zu ö zwischen w und l (wie bei ↗zwölf, s. d.). In älterer Sprache vor allem in bautechnischem Sinne ‘einen Steinbau mit Bogendecke versehen’ (13. Jh.), dann auch allgemeiner ‘in der Form eines Gewölbes herstellen, bogenförmig gestalten, runden’. Wölbung f. ‘Tätigkeit und Ergebnis des Wölbens’ (16. Jh.), ‘Gewölbe, Bogen eines Steinbaus’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) füllen · ↗anschwellen · ↗bauschen · wölben
Synonymgruppe
anwinkeln · ↗biegen · ↗krümmen · wölben

Typische Verbindungen
computergeneriert

Babybauch Baldachin Bauch Bierbauch Bizeps Bogen Braue Brustkorb Buckel Bäuchlein Glasdach Glaskuppel Haube Himmel Kuppel Nachthimmel Regenbogen Sternenhimmel Tiefblau Winterhimmel aufwölben auswölben außen emporwölben entgegen entgegenwölben herauswölben hervorwölben hochwölben vorwölben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wölben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als ich aufwachte, fand ich, dass mein rechter Fuß wie ein kleiner Dom aussah, gewölbt.
Die Zeit, 31.01.2011, Nr. 05
Zudem liegt sie nicht plan auf, sondern wölbt sich an den Kanten leicht.
C't, 2001, Nr. 13
Die Fenster waren leicht nach außen gewölbt und behielten alles für sich.
Lenz, Siegfried: Deutschstunde, Hamburg: Hoffmann u. Campe 1997 [1968], S. 28
Vor seinem Fenster wölbte sich die unendliche, tiefblaue, bestirnte Nacht.
Roth, Joseph: Radetzkymarsch, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1978 [1932], S. 266
Die Scheiben wölbten sich am Rand und schmeckten hart und trocken, aber allmählich wurde sie ruhiger.
Boie, Kirsten: Skogland, Ort: Hamburg 2005, S. 55
Zitationshilfe
„wölben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wölben>, abgerufen am 16.12.2019.

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