wölben

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung wöl-ben
Wortbildung  mit ›wölben‹ als Letztglied: Gewölbe · aufwölben · emporwölben · hochwölben · vorwölben · überwölben
eWDG

Bedeutung

etw. bogenförmig machen
Beispiele:
jmd. wölbt seine Brauen
sie wölbte ihre Hand über das Ohr, um besser hören zu können
er wölbte lachend die Schultern [ MusilMann856]
Was meinen Sie, ließe sich nicht der Keller etwas höher wölben? [ FontaneI 1,538]
sich wölbensich bogenförmig biegen
Beispiele:
bei diesen Worten wölbte sich trotzig seine Oberlippe
er ballte die Fäuste, und seine Armmuskeln wölbten sich
bogenförmig verlaufen, sich bogenförmig erstrecken
Beispiele:
blau wölbte sich der Himmel (von Horizont zu Horizont)
über uns wölbte sich die mächtige Kuppel der Kathedrale
eine steinerne Brücke wölbte sich über den Fluss, zwischen den Ufern
unter seiner Weste wölbte sich ein dicker Bauch
Grammatik: oft im Partizip II
Beispiele:
eine gewölbte Stirn
ein stark gewölbter Bauch, Brustkasten
ein Sekretär mit einem gewölbten Rolldeckel
eine gewölbte Decke, Brücke
eine gefährlich glatte und gewölbte Straße
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wölben · Wölbung
wölben Vb. ‘gerundet, bogenfömig anlegen’, reflexiv ‘bogenförmig sein’, ahd. bi(h)welben ‘umwölben’ (um 1000), mhd. welben ‘bogenförmig gestalten’, asächs. bihwelƀian ‘verbergen’, mnl. nl. welven, aengl. behweolfan, behwylfan ‘bedecken’, anord. hvelfa, schwed. välva ‘wölben’ ist wohl Kausativum (germ. *hwalbijan) zu einem starken, nur in mhd. (Prät.) walb ‘dehnte sich aus’ (?), anord. (Part. Prät.) holfinn ‘gewölbt’, norw. kvelva, schwed. (mundartlich) välva resthaft belegten Verb. Dieses kann mit got. ƕilftrjōs (Plur.) ‘Sarg’ (ursprünglich vielleicht zwei ausgehöhlte, übereinandergelegte Einbäume), aengl. hwealf, anord. hvalf ‘Gewölbe, Wölbung’, hvilft ‘Wölbung, Höhle’ und mit griech. kólpos (κόλπος, aus *κϝόλπος) ‘Busen, Bausch, Meerbusen, Bucht’ (eigentlich ‘Wölbung’) auf ie. *ku̯elp- ‘wölben’ zurückgeführt werden; s. auch Gewölbe. Im Dt. erfolgt seit dem 15. Jh. Rundung von e zu ö zwischen w und l (wie bei zwölf, s. d.). In älterer Sprache vor allem in bautechnischem Sinne ‘einen Steinbau mit Bogendecke versehen’ (13. Jh.), dann auch allgemeiner ‘in der Form eines Gewölbes herstellen, bogenförmig gestalten, runden’. Wölbung f. ‘Tätigkeit und Ergebnis des Wölbens’ (16. Jh.), ‘Gewölbe, Bogen eines Steinbaus’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
anwinkeln · biegen · krümmen · wölben

Typische Verbindungen zu ›wölben‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wölben‹.

Verwendungsbeispiele für ›wölben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zudem liegt sie nicht plan auf, sondern wölbt sich an den Kanten leicht. [C't, 2001, Nr. 13]
Als ich aufwachte, fand ich, dass mein rechter Fuß wie ein kleiner Dom aussah, gewölbt. [Die Zeit, 31.01.2011, Nr. 05]
An der belichteten Stelle wölbt sich der kleine Zylinder aus oder schnürt sich zusammen. [Die Zeit, 17.08.1990, Nr. 34]
Die durch den Schnitt entstandenen Ränder wölben sich nach vorn. [Die Zeit, 18.09.1959, Nr. 38]
Die Fenster waren leicht nach außen gewölbt und behielten alles für sich. [Lenz, Siegfried: Deutschstunde, Hamburg: Hoffmann u. Campe 1997 [1968], S. 28]
Zitationshilfe
„wölben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/w%C3%B6lben>.

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