wörtlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung wört-lich
Wortzerlegung  Wort -lich
Wortbildung  mit ›wörtlich‹ als Erstglied: Wörtlichkeit
eWDG

Bedeutung

den Wortlaut genau wiederholend dem Wortlaut genau entsprechend, im Wortlaut, Wort für Wort
Beispiele:
etw. wörtlich wiederholen, zitieren, abdrucken, abschreiben
diese Formulierungen finden sich wörtlich in der vom Verfasser benutzten, aber nicht genannten Quelle
das hat er wörtlich gesagt
ich kann seine Äußerungen nur sinngemäß, nicht wörtlich wiedergeben
das darfst du nicht (so) wörtlich nehmen!
eine wörtliche (= genau dem Wortlaut des Originals folgende) Übersetzung
Sprachwissenschaftdie wörtliche Rede (= die als Zitat wiedergegebene Rede)
Die vielen Prügel, die er wörtlich und bildlich hatte einstecken müssen [ TralowKepler9]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wort · Wörterbuch · wörtlich · Wortführer · Wortschatz · Wortwechsel
Wort n. ‘kleinste Sinneinheit der Rede, zusammenhängende Rede’, ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. wort, asächs. aengl. engl. word, mnl. woort, nl. woord, anord. orð, schwed. ord, got. waúrd. Germ. *wurða- führt mit apreuß. wīrds ‘Wort’ und (ablautend) lat. verbum (mit b aus ie. dh) ‘Wort, Rede’, lit. var̃das ‘Name, Benennung, Titel’ auf eine dh-Erweiterung ie. *u̯erdho- ‘Wort’ der Wurzel ie. *u̯er- ‘feierlich sagen, sprechen’. Dazu gehört wohl auch griech. é͞irō (εἴρω) ‘ich sage’ und (einer t-Erweiterung folgend) aind. vratám ‘Gelübde’, aruss. rota, russ. (landschaftlich) rotá (рота) ‘Eid’, aslaw. rotiti sę ‘sich verschwören, fluchen’, russ. (landschaftlich) rótit’sja (ротиться) ‘schwören’ sowie (zu einer k-Erweiterung) russ. vrat’ (врать) ‘lügen, faseln’, vielleicht auch aslaw. vračь, russ. vrač (врач) ‘Arzt’, eigentlich ‘Beschwörer’. Die Pluralbildung erfolgt zunächst (entsprechend der Zugehörigkeit des Substantivs zu den neutralen a-Stämmen) endungslos, vgl. ahd. thiu wort; doch begegnen (unter dem Einfluß der maskulinen a-Stämme) schon früh Pluralformen wie mhd. (md.) die worte und (sekundär nach der Flexion der s-Stämme) mhd. worter (12. Jh.), wörter (um 1300). Die unterschiedliche Pluralbildung führt (im 16. Jh. beginnend, im 17. Jh. von Schottel verbindlich gefordert) zu bedeutungsdifferenzierendem Gebrauch, vgl. Worte ‘zusammenhängende Rede’, Wörter ‘Vokabeln’. Wörterbuch n. (nach unterschiedlichen wissenschaftlichen Gesichtspunkten oder auch nur) alphabetisch angelegtes ‘Verzeichnis von Wörtern’ (1. Hälfte 17. Jh.), daneben anfangs auch Wortbuch (Mitte 17. bis 1. Hälfte 18. Jh.). wörtlich Adj. ‘im vollen Wortlaut, textgetreu’ (17. Jh.), zuvor frühnhd. wörtlich Adj. Adv. ‘mit Worten ausgedrückt’, mhd. wortlīch Adv., wortlich Adj. ‘mit Worten, durch Worte’, ahd. wortlīhho Adv. ‘Wort für Wort, beispielsweise’ (um 800). Wortführer m. ‘Sprecher, Anführer, Vertreter’ (16. Jh.). Wortschatz m. ‘Vorrat an Wörtern, Gesamtheit der Wörter’ in bezug auf einen einzelnen Sprecher oder auf eine Sprache (Ende 18. Jh.), älter ‘Wörterbuch, Wortsammlung’ (Ende 17. Jh., entsprechend lat. thēsaurus). Wortwechsel m. ‘Austausch von Rede und Gegenrede, Gespräch’ und (heute vorherrschend) ‘Streit mit Worten’ (17. Jh.); nur vereinzelt ‘Ersatz bestimmter Wörter durch andere’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Wort für Wort · wortwörtlich · wörtlich  ●  eins zu eins  ugs. · wortgetreu  geh. · wortgleich  geh.
Assoziationen
  • buchstabengetreu (Auslegung) · orthodox  ●  Buchstabe für Buchstabe  fig.
  • ablesen · am Manuskript kleben
  • im Wortsinn · im eigentlichen Wortsinn · nicht übertragen · wortwörtlich (zu verstehen) · wörtlich · wörtlich zu verstehen  ●  buchstäblich  ugs. · im wahrsten Sinne des Wortes  ugs. · in des Wortes wahrster Bedeutung  geh. · literal  fachspr., linguistisch
  • (nach / in) Geist und Buchstaben (eines rechtsverbindlichen Textes) · der ursprünglichen Intention (z.B. des Gesetzgebers) entsprechend · entsprechend der Intention (des Gesetzes / des Verhandlungsergebnisses / der Charta ... / der Vertragspartner / des Gesetzgebers / des Urteils ...) · nach dem Willen (des Autors / Erblassers / Gesetzgebers / Unterzeichners ...)  ●  (nach) Buchstaben und Geist (einer Textgrundlage)  variabel · so, wie es eigentlich gemeint ist  ugs. · so, wie es eigentlich mal gemeint war  ugs.
  • Das waren ihre Worte. · Das waren seine Worte. · Ich zitiere: " ... " · O-Ton NAME
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
im Wortsinn · im eigentlichen Wortsinn · nicht übertragen · wortwörtlich (zu verstehen) · wörtlich · wörtlich zu verstehen  ●  buchstäblich  ugs. · im wahrsten Sinne des Wortes  ugs. · in des Wortes wahrster Bedeutung  geh. · literal  fachspr., linguistisch
Assoziationen
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
durch Worte mitgeteilt · mündlich · sprachlich · wörtlich  ●  verbal  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›wörtlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wörtlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›wörtlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie sagte das natürlich nicht wörtlich so, aber doch ähnlich, und es sprang einem förmlich aus ihrem ganzen Verhalten entgegen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1939. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1939], S. 138
Allzu wörtlich sollte man dieses verwandtschaftliche Lob vielleicht nicht nehmen.
Albrecht, Hans: Finck (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 12824
Mit einer wörtlichen Übersetzung (Vereinigte Stabschefs) kommt man nicht weit.
o. A. [-ty-]: Joint Chiefs of Staff. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1979]
Ich gehe nun zum vorletzten Satz des gleichen Absatzes über und zitiere wörtlich.
o. A.: Neunzehnter Tag. Donnerstag, 13. Dezember 1945. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 21723
Der wörtliche Sinn der Schrift freilich ist nicht an jeder Stelle und in jedem Augenblick eindeutig verstehbar.
Gadamer, Hans-Georg: Wahrheit und Methode, Tübingen: Mohr 1960, S. 155
Trotzdem wollte ich seine Argumente im vorliegenden Buch noch einmal wörtlich vorlegen und dann in einem Nachtrag vom heutigen Standpunkt aus überprüfen.
Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 77
Zitationshilfe
„wörtlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/w%C3%B6rtlich>, abgerufen am 18.10.2021.

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